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Keine Schockstarre bei den SeniorInnen gegen Stuttgart21!

Auch die Seniorinnen und Senioren gegen Stuttgart21 sind nicht in „Schockstarre“ geraten, sondern machen ihre regelmäßigen wöchentlichen Treffen ab sofort in Form einer Telefonkonferenz. Dort wird berichtet, wie es möglich ist, auch weiterhin gegen das unsägliche Immobilienprojekt Stuttgart21 aktiv zu sein. Ingo, Mitglied bei den SeniorInnen und Senioren gegen Stuttgart21, hat zum Beispiel einen Flyer entworfen, der nachstehend zu lesen ist und der sicherlich auch in der Telefonkonferenz diskutiert wird. Man darf gespannt sein!

 

Stuttgart 21: Wir fordern Baustopp. Jetzt!

Zum Schutz der Bauarbeiter vor Ansteckung
– wurden in Italien sämtliche Bauarbeiten
eingestellt;
– haben in Frankreich die Bau-Unternehmen die
Arbeiten auf den Baustellen stillgelegt;
– haben die österreichischen Baukonzerne PORR
und Strabag ihre Baustellen in Österreich für 3
Monate unterbrochen.
In Stuttgart buddeln sie weiter. Aber

UNSER LEBEN IST WICHTIGER ALS IHR PROFIT !

Dr. Winfried Wolf auf der Kundgebung am 23.3.20: „Bis zum Tag, an dem diese Rede aufgezeichnet wird, Sonntag dem 22. März, wird beim Monsterprojekt Stuttgart 21 weiter gearbeitet. In der jüngsten Presseerklärung von DB und Projektgesellschaft, datiert auf den 16. März, heißt es: „Das Projekt Stuttgart 21 nimmt immer mehr Gestalt an…“ Kein Wort zu Corona. Und dies, obgleich hier Hunderte Beschäftigte auf engem Raum in Tunnel und Baugruben arbeiten. Obgleich viele von diesen Mineuren und Planern in engen Container-Unterkünften zusammengepfercht wohnen. Obgleich es hunderte osteuropäische Arbeitskräfte gibt, die nach Hause wollen – weil sie dort gebraucht werden, weil sie Angst haben, angesichts der vielen Grenzschließungen und Quarantäne-Maßnahmen nicht mehr zu ihren Liebsten, nicht mehr zu ihren Familien nach Rumänien, Bulgarien, Österreich und anderswo zurückkehren zu können. Dies, obgleich Strabag und PORR – die bei S21 maßgeblich aktiven Baufirmen – österreichweit bereits alle Baustellen geschlossen haben und in Wien für drei Monate (!) Kurzarbeit beantragen mussten.“

 

Dieser Text, so meint Ingo, sollte in der Öffentlichkeit verbreitet werden! Jetzt wäre eine Offensive von uns für einen BAUSTOPP S 21 fällig. Und zwar Baustopp zum Schutz der Beschäftigen auf den Baustellen, wie das in unseren Nachbarländern schon selbstverständlich ist. Ingo sagt weiter: „Ich meine, wir sollten alle unsere guten Gründe gegen S 21 jetzt hintanstellen, unsere bewährten und bekannten Argumente, Parolen und Wahrzeichen. Und jetzt nur diesen Hammer schwingen: Es ist völlig unverantwortlich, die S 21-Bauarbeiter (und indirekt uns alle) dem Corona-Risiko durch S 21 auszusetzen! Wie an die Öffentlichkeit? Na, da haben wir doch seit 10 Jahren oder länger Erfahrung. Nur dass Corona-bedingt die Umstände halt spezifisch sind. Wir können

– Flyer verteilen (aber Abstand respektieren!)
– Flyer (mit Tesa!) umweltschonend anbringen
– Sandwichträger (einzeln!)
– Spruchbänder auf Fußgängerbrücken (einzeln präsent sein)
– Mahnwachenketten (in großen Einzel-Abständen der Kettenglieder)
– Kleber
… Was fällt Euch ein?

Es geht keinesfalls darum, die Corona-bedingten Einschränkungen der Freiheiten und Rechte herauszufordern. Das hieße eine völlig falsche Kampffront öffnen. Nein, den Aufforderungen und Anweisungen der Polizei gehorchen wir, ohne Diskussionen.“

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Seniorinnen und Senioren gegen Stuttgart 21, wisst ihr eigentlich, wie gut ihr seid?

„Bescheidenheit ist eine Zier – doch weiter kommt man ohne ihr!“

Nicht wörtlich, aber ganz in diesem Sinne hat sich auch Renate Rüter, langjähriges Mitsen-Mitglied,  in einer E-Mail an das Aktionsbündnis geäußert. Ihr ist nämlich aufgefallen, dass im Info-Flyer „Alternativlos“ bei der Aufzählung und „Belobigung“  von aktiven Gruppen gegen das Projekt Stuttgart21 die Gruppe der SeniorInnen gegen Stuttgart21 gar nicht aufgeführt werden. Und das, obwohl diese Gruppe mit ihren Aktionen zu den aktivsten MitstreiterInnen in Sachen „Stuttgart21“ gehört – und zwar  schon seit  J a h r e n !!!  Ja, liebe Renate, da hast du völlig recht. Sicherlich liegt es nicht daran, dass der „Kopf der Bewegung“ das geflissentlich übersehen will, sondern am Selbstverständnis der Seniorinnen und Senioren gegen Stuttgart21 in ihrer Überzeugung, dass nämlich Widerstand gegen das unsägliche Immobilienprojekt zwar Bürgerpflicht ist, sie aber diese in ihrer sprichwörtlichen Bescheidenheit nicht an die „große Glocke“ hängen.  Ich glaube, da müssen die Mitsen ihr Aktions- und Informationskonzept doch noch gründlich überarbeiten. Schließlich wollen sie doch mit ihren Aktionen größtmögliche Resonanz erreichen.

Und hier noch nachstehend der Brief von Renate an das Aktionsbündnis:

„…

Auf Seite 15 erwähnt Ihr die ganzen aktiven Gruppen des Widerstandes, aber m.E. fehlt eine ganz wichtige, weil unermüdlich aktive dabei: die Senior/innen gegen S21!

Wisst Ihr eigentlich, dass seit über neun Jahren JEDEN MORGEN, außer sonntags, mindestens eine Seniorin an der Schillerstraße mit dem S21-Schild steht? Dass sie im Anschluss immer Flyer auf dem Querbahnsteig verteilen, dort ebenso vor den Mo-Demos? Dass sie seit Jahren JEDEN FREITAG, bereits schon weit über 100 mal!, die „Glastischabdeckung“ im Foyer des Rathauses organisieren? Dabei decken sie zwei Stunden lang das ausgestellte S21-Modell mit S21-Bannern ab, diskutieren mit Besuchern und verteilen zum Missvergnügen von OB Kuhn, aber erlaubt, Infomaterial. Und nicht zuletzt stehen sie regelmäßig donnerstags auf der Fußgängerbrücke über der Neckarstraße und hängen Banner zum Thema Feinstaub und S21 über das Geländer. So sorgen sie täglich dafür, dass unsere Anliegen „auf der Straße“ präsent und für alle sichtbar vertreten werden.

So, dieses Plädoyer musste ich schnell los werden, weil ich voller Bewunderung für die tägliche Einsatzbereitschaft der „Alten“ bin. Wenn Dich darüber hinaus die Aktivitäten der Gruppe interessieren: in Cc habe ich Ingrid von Staden gesetzt, die als Protokollschreiberin der wöchentlichen(!) Dienstagstreffen sicher gerne Auskunft gibt (gell, Ingrid?). „

 

Vielen Dank, Renate, für deinen Einsatz!

Oben bleiben!!!

Renate mit ihrem Enkel Cedric.

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Was geht und was geht nicht …? Briefe aus dem Widerstand in Zeiten von „Corona“

Auch bei den Mitsen ist das Thema „Corona“ aktuell und wichtiges Thema. Nachfolgend drei Meinungen aus  unserer Mitsen-Gruppe.

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Guten Morgen zusammen,
noch kurz einen interessanten Artikel:
Auch die Montagsdemo lassen wir uns nehmen – Gut Nacht Deutschland.
Und jetzt gleich zur nächsten Mahnwache.
Gruß
Axel
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Lieber Axel!

Die Tendenzen Deines Mails samt dessen Anhangs, nämlich die aktuelle Corona-Katastrophe wohl eher zu bagatellisieren und allerhand Anschläge auf demokratische Prinzipien zu wittern, teile ich summa summarum nicht. Mir scheint da eine gewisse ideologische Verbohrtheit am Werk, oder?

Statt Ideologie ist jetzt Realismus und Besonnenheit gefragt. Danach sollten bis auf weiteres (und das kann noch lange andauern) u.a. vermeidbare Kontakte mit Anderen auch tunlichst vermieden werden. Vor allem gilt das zum Schutz besonders gefährdeter Menschen, z.B. alter Leute mit gesundheitlichen Vorbelastungen.

Herzlich grüßt
Helmut

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Ingo (Stuttgart) 14.3.2020

Auch zum CORONA- VIRUS sind wir gefordert

EU-Grenze auf, Rassismus Hanau, Rojava, Fridays, Militärübung gegen Rußland, …
überall brennt es. Und doch drängt die Corona-Krise alle andere Themen in die zweite
Reihe:
– ab heute 5 Wochen Zwangsferien,
– Panikkäufe,
– alle Veranstaltungen storniert,
– Discos, Kinos, Kneipen…alles dicht. Flugverkehr eingestellt, Grenzen dicht,…
Corona bestimmt die Gedanken, Sorgen und Pläne der Leute, beschäftigt alle Gemüter.
Wochenlang. Monatelang.
Dazu müssen wir uns verhalten. Dürfen uns nicht wegducken.
Ein für uns völlig neues, unbekanntes Kampffeld, mit unsere gewohnten Kriterien einfach
nicht in den Griff zu kriegen. Arbeitsplätze? Grundrechte und -freiheiten?
Da gibt es linke Leute, die sehen hinter der Corona-Krise die Strippenzieher der
Mächtigen: Faschisierung.und so. Dabei sind innerhalb von wenigen Stunden Billionen
Dollar Kapital vernichtet worden. Die Kapital-Akkumulation bricht zusammen. Nein, die
Bourgeoisie und ihre Regierungen sind in Panik, treffen kopflos Entscheidungen,
versprechen Zig-Milliarden zur „Rettung“ der Wirtschaft.
1.- Ernsthafter die Kritik des „Gesundheits“wesens: Die Covid-19-Pandemie legt bloß,
dass das neo-liberale Gesundheitswesen, auf Profit eingeschworen, die Krise nicht
meistern kann gemäß dem Stand von Wissenschaft und Technik, und dass deshalb
Zehntausende sterben werden. Die Antwort drängt sich auf:Selbstverwaltung. Darüber gibt
es in unseren Kreisen wohl kaum Differenzen. Deshalb möchte ich nicht näher darauf
eingehen.
2.- Manche Aspekte der Krise sehen wir als ausgesprochen positiv: Die Globalisierung
bricht ein bzw. wird zurückgedreht, der Außenhandel, das Outsourcen, der Flugverkehr
bricht ein, der internationale Tourismus (Kreuzfahrten!). Zurück zum regionalen
Wirtschaften.
3.- Der Konsum(rausch) kriegt einen schweren Schlag. Panikkäufe auf Ramsch statt
„Schnäppchen“. Wer hat jetzt noch Lust, ein neues Auto, Smartphone, neue Möbel zu
kaufen? Verzicht auf Discos, Showbusiness wie Sport- und Musikevents.
Vor allem: Die Leute werden aus dem Hamsterrad rauskatapultiert. Permanente Freizeit,
die selbstverantwortet genutzt werden will. Mit Freunden, Familie – oder wie bisher als
Einsiedlerkrebs? Man wird mit der Sinnlosigkeit des Wettrennens nach Geld, Arbeit,
Konsum… konfrontiert, weil mit einem Mal das neue Leben beweist: Es geht auch ohne
Arbeit, Schule, alles Haben-Wollen.
Packen wir die Corona-Krise als Gelegenheit, den Leuten bewusst zu machen, dass sie
sich von der Scheiß-Marktlogik befreien können! Was wir dazu brauchen? Eine Unmenge
von Phantasie und freiem Denken! Wie im Mai 1968 in Paris.
Die Kurden schlagen ein Schrittchen in diese Richtung vor (Anhang).

Corona: Genossenschaftlichkeit (in Deutschland!) in Zeiten der
Pandemie
Wie Fürsorge in Zeiten von Pandemien aussehen kann, zeigt aktuell eine
#Nachbarschaftschallenge, zu der in Teilen der linken Bewegung aufgerufen wird. Mit
einem „Brief an die Nachbarn“ wird Risikopersonen und alten Menschen Unterstützung
angeboten.

SARYA TARO / REDAKTION, 13. März 2020.
Weltweit beherrscht Covid-19 die Schlagzeilen. Die Pandemie wird sich nicht aufhalten
lassen. Als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits Schulen geschlossen, die
Besuchserlaubnis in Altenheimen eingeschränkt und Veranstaltungen abgesagt. Auch die
bevorstehenden Newroz-Feste sind betroffen. Das macht viele traurig, ist Newroz doch die
Zeit, wo Widerstand gefeiert und Geschwisterlichkeit gemeinsam gelebt wird.
So bitter die jüngsten Absagen auch sind, sie beweisen die Verantwortung für die
Mitmenschen, die Kennzeichen der Freiheitsbewegung ist. Je länger sich die Ausbreitung
des Virus herauszögert, desto besser wird er sich eindämmen lassen. Es geht darum, jetzt
die Ansteckung so weit wie möglich aufzuhalten und Zeit zu gewinnen. Wenn sehr viele
schwere Krankheitsverläufe von Älteren und chronisch Kranken gleichzeitig auftreten,
bedeutet dies den Kollaps des Gesundheitssystems.
Der Gesundheitssektor in der neoliberalen Kapitalistischen Moderne war schon vor der
Coronavirus-Pandemie überlastet. Er wurde kaputt gespart und ist nicht ausgerichtet auf
das Allgemeinwohl, sondern funktioniert nach der Logik des Kapitals. Als Empfehlung wird
jetzt zur „sozialen Distanz“ aufgerufen.
Es ist bestimmt richtig, „soziale Distanz“ zu wahren und dem Nächsten nicht ins Gesicht
zu niesen. Doch ein epidemischer Virus ist auch eine gesellschaftliche Herausforderung,
in der die Genossenschaftlichkeit – eine zentrale Stärke der Freiheitsbewegung – praktisch
werden muss. Es gilt, die Isolation zu durchbrechen, solidarisch und
verantwortungsbewusst zu handeln und soziale Netze zu organisieren. Das heißt: Sich
kümmern um Risikopersonen und Alte, ihnen den Weg zum Supermarkt ersparen oder
anbieten, die Kinder des Pflegepersonals zu betreuen, wenn die Kita schließt, damit die
Krankenhäuser weiter funktionieren.
Wie Fürsorge ganz praktisch aussehen kann, zeigt die #Nachbarschaftschallenge, zu der
in Teilen der linken Bewegung aufgerufen wird. Mit einem „Brief an die Nachbarn“, der
zurzeit in vielen Wohnhäusern aufgehängt wird, bietet der Unterzeichner / die
Unterzeichnerin Unterstützung an:
Liebe Nachbarn,
in der Zeit der Corona-Pandemie wollen wir uns helfen.
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (höheres Alter, Grunderkrankung,
Immunschwäche) möchte ich Sie unterstützen und Ihnen helfen, gesund zu bleiben.
Ich gehöre nicht zur Risikogruppe und kann in der nächsten Zeit für Sie einkaufen, mit
dem Hund rausgehen oder andere Besorgungen erledigen. Um jetzt einen direkten
Kontakt zu vermeiden, biete ich Ihnen an, dass Sie sich bei mir melden. Werfen Sie einen
Zettel in meinen Briefkasten und hinterlassen Sie eine Notiz oder Ihre Telefonnummer,
wenn Sie Unterstützung wünschen.
Gemeinsam und solidarisch werden wir diese Zeit überstehen.
Liebe Grüße, [Name]

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Die lästigen Kleinkriege des Alltags – eine Realsatire zu S21

Eine Realsatire

 Ort:  In der Schalterhalle

 Zeit:  Dienstagmorgen, ca. 7.30 Uhr

Personen: Ernest, Ernestine, 5 Polizisten

 

Obenbleiber Ernest steht dort mit Ernestine. Sie sind am Verteilen von Flyern

5 Polizisten gehen vorbei. Kommen zurück , ein Polizist geht auf Ernest zu

 

Polizist:    Wie lange wollen Sie hier bleiben?

Ernest:   Warum wollen Sie das wissen?

Polizist:  Weil ich Sie das gefragt hab. Hier ist alles so eng, wegen dem Durchgang. Unten wird es noch schlimmer.

Ernest:   Das ist alles soweit genehmigt.  Alles ist aber Betrug gewesen, Verträge sind nichtig.

Polizist:  Ich kann mich nicht dazu äußern.

Ernest:   Wir sind hier, um die Leute zu informieren,  dass sie das so durch andere erfahren.

Polizist:  Ja, ist auch Ihr Recht.

Ernest:   Ja, ist auch meine Pflicht.  S i e  müssen doch das  Grundgesetz kennen.

Polizist:  Jetzt muss ich gehen. Ich will da nicht rumdiskutieren.

 

Abgang des Polizisten zu den anderen Polizisten

Ernest bleibt stehen und  verteilt schweigend weiter. Ebenso Ernestine.

Ende

 

Fazit:

Die lästigen Kleinkriege des Alltags überleben wir am sichersten, indem wir uns nicht kleinkriegen lassen.

Ernst Ferstl (*1955) österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

 

 

 

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Wo ein Wille ist …

Die Corona Lehre

 

Quarantänehäuser sprießen, Ärzte, Betten überall

Forscher forschen, Gelder fließen- Politik mit Überschall.

Also hat sie klargestellt: Wenn sie will, dann kann die Welt.

 

Also will sie nicht beenden Das Krepieren in den Kriegen,

Das Verrecken vor den Stränden Und das Kinder schreiend liegen

In den Zelten, zitternd, nass. Also will sie. Alles das.

 

Thomas Gsella

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SeniorInnen gegen S21 demonstrieren für eine menschliche Flüchtlingspolitik.

Ingo Protest für Grenzenöffnung 03.03.20

Die SeniorInnen gegen Stuttgart21 beweisen immer wieder, dass sie auch über den eigenen Tellerrand hinausblicken können und wollen. Beim Mitsen-Treffen wird fast immer über die allgemeine politische Lage diskutiert. Es wird überlegt ob und inwieweit man/frau sich bei einer Aktion mit einbringen oder eine eigenständige Initiative starten will. Bei ihren Einschätzungen und Ansichten sind sich die SeniorInnen gegen S21 aber beileibe nicht immer einig.   Im Gegenteil, ein lebhafter Meinungsaustausch, bei dem durchaus auch mal die Fetzen fliegen, ist sozusagen auch das „Salz in der Suppe“ . Aber von wegen Altersstarrsinn undsoweiter…

Ingo, Mitglied bei den SeniorInnen gegen S21,  hat vergangenen Samstag und Sonntag auf dem Schlossplatz  spontan eine Ein-Mann-Demo veranstaltet. „Grenzen auf für die Flüchtlinge“ hat er auf einen Banner geschrieben. Er protestiert damit gegen die unmenschliche Behandlung von Flüchtlingen an der türkisch-griechischen Grenze und fordert die EU-Staaten auf, ihre Grenzen  zu öffnen. Lange blieb er nicht allein. Helfer kamen ebenfalls spontan dazu, darunter einige Mitglieder der SeniorInnen gegen Stuttgart 21. Über e-mails und facebook ließ er folgendes Statement verbreiten:

Flüchtlingswelle? Erdogan in seiner Not bricht den (sowieso illegalen) Flüchtlingsdeal von 2016 mit Merkel und  schickt Zehntausende Flüchtlinge an die EU-Grenze. Die Antwort von Flüchtlingsrat, Seebrücke, Alassa-Komitee… kurz den ganzen Organisationen, die eine Woche zuvor anlässlich von Hanau im Handumdrehen eine eindrucksvolle antirassistische Kundgebung auf die Beine gestellt haben? Mir ist nichts bekannt. Also sprühte ich schnell ein Transparent:

JETZT ODER NIE: GRENZEN AUF FÜR FLÜCHTLINGE“

und stellte mich allein auf den Schlossplatz. Unerwartet starke (und positive) Reaktionen. Aufmunterungen, Solidarität, Diskussionsgruppen… (bis der Regen kam).
Ich bin überzeugt, dass in den nächsten Tagen und Wochen unsere
Regierenden mächtig unter Druck gesetzt werden müssen, die Fliehenden aus der Türkei und Syrien bei uns aufzunehmen.
Morgen um 16 Uhr werde ich wieder auf dem Schlossplatz stehen.

Zur weiteren Info aus der taz/Berlin vom 3.3.20:  “ An der türkisch-griechischen Landgrenze haben am Montag erneut tausende Menschen versucht, in die EU zu gelangen. Teils bewegten sich die Menschen in größeren Gruppen auf die Grenzlinie zu und schwenkten weiße Fahnen. Berichten zufolge waren weniger Menschen vor Ort als am Wochenende. Die griechische Polizei setzte Tränengas ein, um sie zurückzudrängen. Bauern parkten Traktoren in langen Reihen parallel zur Grenze, um Flüchtlinge abzuwehren. Nach Angaben der griechischen Regierung gelang es lediglich einigen Dutzend Menschen, durch die Grenzzäune zu kommen oder durch den Grenzfluss Evros zu waten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte am Montag, er werde die Grenzen weiter offen halten. Es sei nun an der EU, ihren „Teil der Last“ zu tragen.“ https://taz.de/Fluechtlinge-an-der-griechischen-Grenze/!5668263/

 

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Widerstand: Stuttgart21 ist überall – eine Abrechnung mit internationalen Großprojekten

Internationaler Tag gegen unnütze Großprojekte

Rede von Elsbeth Sureau, ‚Stuttgart 21 ist überall‘, auf der 493. Montagsdemo am 9.12.2019

Gestern war der Tag gegen unnütze Großprojekte. Warum ist das ein besonderer Tag? Am 8. Dezember 2010 trafen sich Vertreter der Bewegungen gegen Bahnprojekte aus dem italienischen Susatal und aus Florenz, aus Bayonne in Südfrankreich und aus Birmingham in England und verfassten eine gemeinsame Erklärung gegen unnütze Bahnprojekte, Hochgeschwindigkeitsstrecken und Tunnel. Sie nannten sie Weiße Elefanten, ein Symbol aus der Kolonialzeit für dekorative Geschenke, die aber für den Beschenkten eine große Dauerbelastung sind, kurz, die man nicht gebrauchen kann. Wir in Stuttgart wurden über einen Kontakt nach Bayonne gefragt, ob wir uns nicht an der gemeinsamen Widerstandsbewegung beteiligen wollten. Wir wollten, wir gründeten den Arbeitskreis ‚Stuttgart 21 ist überall‘, und es gibt uns immer noch.

Was ist der gemeinsame Nenner beim Widerstand gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte? Sie sind sehr teuer, sie werden aus Steuergeldern finanziert oder mitfinanziert, sie sind für Bau- und Maschinenbaukonzerne und für die Herren der Finanzwelt sichere Mega-Gewinne – aber die Umwelt und die direkt oder indirekt betroffene Bevölkerung haben den Schaden. Ihre Planung und Durchsetzung ist meist rechtlich fragwürdig, und es gibt gegen sie entschiedenen Widerstand von Menschen, die sich nicht bevormunden lassen.

Der Widerstand ist vielfältig: Wir sind eine städtische Bewegung, andere sind eher ländlich-bäuerlich, in Rumänien war die Bewegung stark von Studenten geprägt, usw. Meistens ist der Widerstand direkt mit einer starken Umweltbewegung verbunden, bei uns ist der BUND leider ausgestiegen. Alle Widerstandsgruppen stoßen auf ähnliche Probleme und die gleichen Methoden der Mächtigen. Wie bei uns werden überall der Machtapparat, Falschinformation und Meinungsmanipulation eingesetzt, um Widerstand oder auch nur kritisches Hinterfragen auszuhebeln. Genau deshalb sind wir aber weiterhin montags hier.

Seit 2011 beteiligte sich unser AK an 6 Foren in Italien, Frankreich, Deutschland, Rumänien und an zwei Treffen auf den Weltsozialforen. Ich selbst bin in die Bewegung in Stuttgart hineingewachsen. Mit den Kontakten zum Widerstand gegen andere Projekte wandelte sich mein Verständnis von der Schädlichkeit dieser Verkehrsprojekte, vom Vorgehen der Betreiber und vom Wirtschaftsprinzip hinter diesen Projekten und über die Gemeinsamkeiten mit anderen Bauprojekten, wie der Atommeiler von Neckarwestheim, der Braunkohle-Tagebau im Hambacher Forst, der Flughafen von Notre-Dame-des-Landes, eine Autobahnwüste und Fracking in Norditalien, der MO.S.E-Lagunendamm und die Kreuzfahrtschiffe von Venedig, eine Tausend-Kühe-Milchfabrik in Nordfrankreich, der Goldabbau in Rosia Montana in Rumänien, und so weiter. Alle schädlich, alle vermeidbar und überflüssig.

Hier ein paar Spotlights auf unsere Partner und Kontakte heute:

  • In Deutschland ist da zum einen der Fehmarnbelttunnel: Beim Bau des Absenktunnels müssen weit mehr als 20 Mio. m³ Boden unter Wasser ausgebaggert werden. Die umfangreichen Bodenbewegungen werden die Ostsee eintrüben und Schadstoffe freisetzen. Die Lebensräume von Wasserpflanzen und Lebewesen wie Schweinswalen und Robben, die Laichgründe der Fische und der Weg der Zugvögel werden beeinträchtigt oder zerstört. Das im Fehmarnbelt bestehende Fauna-Flora-Schutzgebiet wird unmittelbar geschädigt.

Die Beltretter, das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung e.V., feierten im Mai ihr 25-jähriges Jubiläum. Sie arbeiten u.a. mit einer umfassenden Klage beim Bundesverwaltungsgericht gegen das Planfeststellungsverfahren, oder mit Aufklärung über Straßentheater. Die lärmige Güterbahntrasse zum geplanten Tunnel soll sich mitten durch Hamburg und dann weiter durch Schleswig-Holstein fräsen. Nun wollen auch dort Anwohner klagen. Wir sagen ihnen: weiter so, und: oben bleiben!

  • Zum andern ist da im lieblichen Inntal ab Rosenheim die Schienenanbindungsstrecke an den 260 km langen Brenner-Basistunnel, obwohl es schon eine nicht ausgelastete Anbindung gibt. Der reale Bedarf wurde nie geklärt – kennen wir das nicht? Der Widerstand ist in der Region gut verankert und verbunden mit den Protesten zum Brenner-Südzulauf nach Italien und mit uns in Stuttgart.
  • Des Weiteren gibt es zum Beispiel Widerstand wegen des Hamburg-Altona-Bahnhofs,
  • oder wegen des Umbaus des Münchner Hauptbahnhofs,
  • oder zum Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn AUA in Frankfurt gegen Trassenpläne für die A66 quer durch die Stadt,
  • oder zu den Baumbesetzungen, Widerstandscamps und Mahnwachen im Dannenröder Forst in Hessen wegen der Naturzerstörung durch den Ausbau der A49 von Kassel Richtung Gießen,
  • oder andere. Wir haben eine Bitte: Meldet Euch bei uns, wenn Ihr weitere Kontakte habt!

In Europa haben wir unsere alten Kontakte:

  • In Nordspanien nach San Sebastian, wo es um eine unter dem Meeresstrand verlaufende S-Bahn geht. Der Tiefbahnhof ist sozusagen der kleine Bruder von S21.

Es gibt keine Berechnungen zu der erwarteten Steigung des Meeresspiegels und keine Prüfungen der Bebauungs-Tauglichkeit des Untergrunds. Durch die Tunnelbauten sind Schäden in der Altstadt und in anderen Stadtteilen zu erwarten. Der gut funktionierende öffentliche Busverkehr wird behindert. Und unser Experte Hans Heydemann hat überzeugend öffentlich nachgewiesen: Im Brandfall gibt es kein Entkommen für die Fahrgäste. Die Staatsanwaltschaft musste daraufhin die Klage der Protestbewegung zulassen, die seitdem neuen Zuspruch gewonnen hat. Ganz herzlichen Dank, Hans Heydemann! Das ist konkrete internationale Solidarität!

  • In Italien im Susatal ist das Lavieren der Regierungen mit ihrem teuren Prestige-Projekt des 57 km langen TGV-Tunnels durch die Alpen nach Frankreich noch immer nicht beendet. Der staatliche Druck gegen die Bewegung bleibt, aber auch der Widerstand! Im letzten Monat wurde die 73-jährige Widerstandskämpferin Nicoletta zusammen mit 11 anderen Widerständlern verurteilt wegen einer Autobahnbesetzung im Jahr 2012. Weil sie keine Schuld anerkennt und daher auch keine Geldstrafe unterschreibt, geht sie ins Gefängnis – für 12 Monate!! Respekt, NicolettaGestern gab es in Venaus eine erneute Demonstration des Susatal-Widerstands.
  • Besonders viel haben wir in letzter Zeit von der Klimakatastrophe für Venedig gehört: Unwetter, Überschwemmung, die Stadt droht zu versinken. Für die Kreuzfahrtschiffe wurden tiefe Fahrrinnen in der flachen Lagune ausgehoben, was zu verstärkten Strömungen und einer erheblichen Störung von Flora und Fauna im Wasser führt. Die seit 2007 im Bau befindlichen beweglichen MO.S.E-Trennwände der Lagune vom Meer können den steigenden Meeresspiegel nicht auffangen, aber sie werden das ökologische Gleichgewicht des Lagunenwassers noch weiter zerstören. Die Venezianer fordern den Stopp sowohl von MO.S.E als auch der Kreuzfahrten, und eine Anhebung des Untergrunds der Stadt, der heute technisch möglich ist. Ihr Widerstand brachte die enorme Umweltschädlichkeit der großen Frachter und Kreuzfahrtschiffe international in die Schlagzeilen.
  • In Frankreich haben wir – wie auch unsere Trommelgruppe „Lokomotive“ – den erbitterten Widerstand gegen die GCO, die große Westumfahrung Straßburgs, unterstützt. Diese soll dem Ausbau einer französischen Nord-Süd-Autobahn entlang des Rheins dienen, wurde aber als Entlastung für die Stadt ausgegeben, wofür sie gar nicht taugt. Es geht also, wie mit unserem Rosensteintunnel, um mehr Auto- und LKW-Verkehr statt weniger, auf Kosten von wichtigem Wald- und Ackerland in der Straßburger Umgebung. Der berüchtigte multinationale Autobahnbetreiber Vinci reibt sich die Hände. Denn dies wird die erste Autobahn Frankreichs, wo auch am Stadtrand eine Maut erhoben wird. Klimakatastrophe? Was kümmert’s ihn!
  • Wir haben auch noch Kontakt nach Notre-Dame-des-Landes, dieses kleine gallische Dorf, wo der Widerstand gegen den neuen Flughafen gesiegt hat. Die Haltung dort ist auch für uns interessant: Das Ende des Projekts ist zugleich der Beginn eines neuen Kampfes. Im Widerstand änderte sich dort wie hier unsere Lebenseinstellung, wir stellen fest: Unsere Welt kann nicht so weitermachen wie bisher. In Notre-Dame-des-Landes haben die Besetzer einen Teil der ZAD, d.h. des staatlich reservierten Terrains, inzwischen gepachtet, ein anderer Teil bleibt besetzt, denn sie wollen verhindern, dass Großbauern dort Landwirtschaft mit Pestiziden betreiben. Stattdessen sollen auf der ZAD weiterhin kollektive Experimente Platz finden, wo die Beziehungen zur Arbeit, zur Wirtschaft, zum Ackerland umgewälzt und neue Formen erforscht werden: Formen zu leben, zu wohnen und gemeinsam zu kämpfen. Dies ist mit zahlreichen Konflikten untereinander und nach außen verbunden, aber es ist wertvoll für uns alle – als eine Türe zu möglichen Auswegen für unsere bedrohten Lebensbedingungen! Unsere Freunde aus der Bretagne grüßen unsere Bewegung in Stuttgart, sie unterstützen weiter die anderen Bewegungen gegen unnütze Großprojekte. Grüßen wir sie zurück!

Wir sind sensibel geworden für die großen Strukturveränderungen, die es überall gibt: Da sind die staatlichen und überstaatlichen Projekte wie die US-Militärzentren Eucom und Africom. Oder das Olympia-Stadion in Katar, schon wieder vom französischen Vinci erbaut, mit Sklavenarbeit und Menschenleben. Der Ilısu-Staudamm, mit dem die Türkei dem Irak das Wasser abdrehen kann. Der Belomonte-Staudamm in Brasilien, der den Urwald massivst schädigt.

Auch die modernen Bergwerke der Welt, wo ganze Berge zermahlen werden, um die Mineralien mit höchst giftigen, umweltverseuchenden Lösungen herauszufiltern… Denken wir nur an die Umweltkatastrophen durch die Dammbrüche der Goldmine von Baia Mare in Rumänien im Jahr 2000 und vom Eisenerztagebau 2015 in Brasilien oberhalb des Rio Doce.

Wir fangen an, die Dinge zu hinterfragen, und zwar die ganze Produktionskette vom Bergwerk bis zum Endprodukt und zur Entsorgung, und das für Produkte, die die Bevölkerung oft gar nicht braucht. Wir lehnen Produkte mit Obsoleszenz-Mechanismen ab, die wir alle Nase lang neu kaufen müssen.

Wir in Stuttgart, wir brauchen die neuen Tunnelbohrmaschinen nicht, wir brauchen die Unmengen von Rohstoffen für Stahl, für Beton und anderes Material für Stuttgart 21 nicht, wir brauchen den alten Kopfbahnhof! Jeder Tag, der weiter gebaut wird, ist eine Umweltsünde gegenüber den kommenden Generationen!

Seit 2016 hat es kein internationales Forum gegen unnütze Großprojekte mehr gegeben. Aber wir haben ein Email-Netzwerk der Foren, über das wir uns auf dem Laufenden halten. Inzwischen geht es auf der ganzen Welt um mehr, es geht um die gesamte Umwelt. Vom großen Umweltcamp in Venedig diesen Sommer ging in Italien die gewünschte Verschmelzung des Widerstands gegen die Großprojekte mit der Umweltbewegung rasant voran. Alle unnützen Großprojekte sind Umweltkiller, dieser Gedanke hat am Weltklimatag dort Fuß gefasst, bei Demonstrationen in vielen Städten bis nach Sizilien. Überall wurden jetzt Großprojekte ins Visier genommen:

  • Zum Beispiel bei Demonstrationen gegen Mega-Container und Kreuzfahrtschiffe an Mittelmeer-Häfen,
  • vor Rathäusern gegen die fahrlässige Planung und die Betonierung von Stadt und Land,
  • Proteste vor Fast-Food-Unternehmen wie Burger King,
  • bei Protesten und Die-ins vor Benetton und H&M wegen ihrer Fast-Fashion, dem Geschäft mit der Wegwerfmode aus Billiglohnländern,
  • vor Reisebüros wegen des Flash-Tourismus und des Managements der Ski-Gebiete,
  • bei der Blockade von Amazon, dem größten Internet-Shopping-Center,
  • bei den Blockaden des italienischen Energieunternehmens ENI, wie auch einer Raffinerie und von Tankstellen von ENI und Shell,
  • und auch vor den Banken, die mit immensen Mitteln um erdzerstörende Projekte spekulieren, wie die Rüstungs- und Brennstoffindustrie.

https://stuttgart21ueberall.wordpress.com/2019/12/Wir sehen: Unser Widerstand hat dem Denken zum Durchbruch verholfen, dass es Massen von „unnützen Großprojekten“ gibt, die Umwelt-.und Klimazerstörung ist konkret fassbar. Unser Widerstand gegen unnütze Verkehrsprojekte ist ein Vorbild geworden für das Verständnis, dass die aus dem Ruder geratene multinationale Konsumindustrie auch konkret bekämpft werden kann.

Suchen auch wir die engere Zusammenarbeit mit der Umwelt- und Klimabewegung!

Gestern – für den 8.12.19 – wurde aufgerufen zum Tag gegen unnütze Großprojekte unter dem Slogan: Platz da! Für eine sozial- und klimagerechte Stadt! Für einen würdigen Fußverkehr, für Radfahren für alle, für einen kostenlosen ÖPNV, S21 stoppen! Für eine andere Mobilität! Tanz im Tunnel am internationalen Tag gegen unnütze Großprojekte! Von 14 – 16 Uhr gehörte uns die B 14. Es gab dort auch ein Grußwort aus San Sebastian aus Spanien. Wir danken Euch für diese Aktion!

Gemeinsam gegen schädliche Großprojekte! Oben bleiben!

Rede von Elsbeth Sureau als pdf-Datei

[UPDATE 10.12.2019]

Liebe Freunde,

gestern habe ich erzählt, die 73-jährige Nicoletta vom Susatal sei im Gefängnis. Eine unserer italienischen Mitstreiterinnen hat mich korrigiert, siehe Link und deutsche Übersetzung unten.

Viele Grüße
Elsbeth Sureau

Nachricht vom 18.11. in TorinOggi: „Keine Haftstrafe für Nicoletta Dosio, „pasionaria“ NoTAV: Aussetzung der Haftanordnung

Die Staatsanwaltschaft hat den Haftbefehl ausgesetzt: Die Pasionaria kann ihre Strafe somit unter Hausarrest verbüßen.

Nicoletta Dosio geht nicht ins Gefängnis. Die piemontesische Generalstaatsanwaltschaft hat den Haftbefehl für die 73-jährige historische Figur von NoTav ausgesetzt.

Erst vor wenigen Tagen wurde die „Pasionaria“ zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Dosio selbst kommentierte die Strafe und sagte, sie sei bereit, ihre Strafe im Gefängnis zu verbüßen: „Sie können morgen früh kommen, ich habe keine Angst, ins Gefängnis zu gehen, ich bereue nicht, was ich getan habe“.

Nach den neuesten Erkenntnissen wird die Symbolfigur des NoTAV-Widerstandes jedoch nicht ins Gefängnis gehen: Die Staatsanwaltschaft hat die Unterlagen an den Aufsichtsrichter übermittelt, der, wenn nötig, für die Verurteilte Hausarrest anordnen kann.“

Quelle: http://www.torinoggi.it/2019/11/18/leggi-notizia/argomenti/cronaca-11/articolo/niente-galera-per-nicoletta-dosio-pasionaria-no-tav-sospeso-lordine-di-carcerazione.html