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Unrecht am Schwarzen Donnerstag – Kretschmann will sich entschuldigen

Thema am 15. Dezember,  beim Treffen der SeniorInnen gegen S21:

„Entschuldigungs-Treffen“ zum Unrecht am Schwarzen Donnerstag:

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die sechs Kläger, die beim Prozess zum „schwarzen Donnerstag“ vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart Recht bekommen hatten, zu einem Treffen eingeladen, um sich persönlich zu entschuldigen. Auch bei den SeniorInnen gegen S21 hat MP Kretschmanns Einladung für heiße Diskussionen gesorgt.

Jedoch halten die SeniorInnen es für falsch, auf diese Einladung so einzugehen und sich in der Villa Reitzenstein die Entschuldigung anzuhören. „Denn“, so die SeniorInnen gegen S21, „es stehen jeden Montag Hunderte, manchmal Tausende von Demo-TeilnehmerInnen auf der Straße ,um gegen Stuttgart 21 zu demonstrieren. Ein Großteil davon war auch am Schwarzen Donnerstag im Park, um gegen die Abholzung der Bäume zu protestieren. Hunderte von ihnen sind ebenfalls verletzt worden – an Leib und Seele. Die wenigsten von ihnen haben anwaltschaftliche Hilfe gesucht und Klage eingereicht aus welchen Gründen auch immer. Aber die Verletzungen sitzen auch bei ihnen bis heute noch tief. Wäre es da nicht angebracht gewesen, Herrn Kretschmann aufzufordern, seine Entschuldigung bei der Montags-Demonstration abzugeben? Dort, wo er selbst, vor seinem Regierungsamt, bei den Demonstrationen gegen S21 anwesend war und Reden gehalten hatte, dort, wo sich immer noch viele der damals beim Schwarzen Donnerstag im Park gewesenen Menschen jeden Montag treffen, um gegen den Bau von Stuttgart 21 zu demonstrieren. Und dort hätte er dann a l l e n sagen können, was er im kleineren , intimen Rahmen den 6 Klägern sagen will.

Natürlich ist eine Entschuldigung wichtig und richtig. Aber Ort und Zeitpunkt hätte man/frau nicht schon wieder den „Regierenden“ überlassen sollen. Dieser Meinung sind jedenfalls die SeniorInnen gegen S21.

Matthias von Herrmann hat auf BAA (Bei Abriss Aufstand) einen guten Artikel dazu geschrieben. http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/12/17/parkschuetzer-fordern-entschaedigung-fuer-alle-opfer/

 

 

 

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Rausschmiss der SeniorInnen gegen S21 aus dem Rathaus?

Letzten Freitag war es wieder zu „Beanstandungen“ seitens der Rathaus-Angestellten und zusätzlich noch einem CDU-Abgeordneten gekommen. Allen gemeinsam war, dass sie die freitägliche Rathaus-Aktion der SeniorInnen gegen S21 nicht mehr dulden würden, da sich schon viele Besucher daran gestört hätten. Zusätzlich wurde mit Polizei gedroht. Wir sind schon sehr gespannt!

Nachfolgend der Bericht von Ernest:

„SeniorInnen für K 21 – Gesprächsnotiz von der Sitzung am 28.07.2015

Das heutige Frühstück am Bauzaun wurde an der Schillerstraße und an der Baustellenzufahrt zum Tiefbahntrog gehalten.Um 9:30 Uhr haben wir uns, wie verabredet, am Rathaus getroffen, um den offenen Brief wegen der Rücknahme der Bußgeldbescheide an Dr. Martin Schairer zu übergeben. Da der Bürgermeister nicht anwesend war, haben wir den Brief im Vorzimmer an eine Mitarbeiterin übergeben. Auch der OB Fritz Kuhn war nicht zu sprechen, deshalb erfolgte die Briefübergabe an den Mitarbeiter im Vorzimmer.

Später haben wir uns im Parkschützer Büro getroffen und haben das Geschehen nochmals Revue passieren lassen. Danach wurde von unserer Abdeckaktion des Tischmodells im Rathaus berichtet. Am 24.07.2015 kam er Leiter vom Hauptpersonalamt Herr Reichert gegen 11:30 Uhr auf uns zu, um uns in Kenntnis zu setzen, dass mit Polizeimaßnahmen gegen Abdeckaktion vorgegangen wird, sollten wir diese Aktion zukünftig aufrechterhalten. Kurze Zeit danach kam noch Herr Tesch zur Verstärkung dazu Bereits am 17.04.2015 haben die Mitarbeiter der Allgemeinen Verwaltung, Herren Ruland und Tesch, unsere Abdeckaktion wegen einer internationalen Veranstaltung verbieten wollen, da wir uns auf unser Grundrecht (GG Art. 5 Meinungsfreiheit) berufen haben, haben diese unsere Banner vorübergehend abgenommen; die wir dann an Nachmittag wieder zurück erhielten.

Selbstverständlich lassen wir uns das Recht/die Pflicht die Öffentlichkeit zu informieren nicht nehmen! – Die Gegendarstellung des modernisierten Kopfbahnhofs zum Tischmodells S21 hat der Gemeinderat nicht erlaubt, deshalb haben die Seniorinnen und Senioren beschlossen jeden Freitag von 11 bis 12 Uhr daran zu erinnern und die Öffentlichkeit zu informieren. Wir werden auch am kommenden Freitag dort sein. Es wäre schön, wenn sich viele anschließen.“

Ja, das wäre doch wunderbar!  Und die Frage sei erlaubt: Wem gehört denn eigentlich das Rathaus?20130102-DSC_5778

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Die 100ste Rathausaktion – oder „… und der Himmel leuchtet in seinem schönsten Blau“

20150529-_DSC4459Foto: Jens Volle

Anlass zum Feiern gab es wahrhaftig nicht bei der 100sten Rathausaktion am 29. Mai 2015. Leider! Denn auch beim 100sten Mal hat sich rein gar nichts bei den Forderungen der SeniorInnen gegen S21 bei der Rathaus-Ausstellung getan: Weder wurden die Briefe an OB Kuhn beantwortet, noch hat sich an der Darstellung des S21-Modells und an der S21-Ausstellung etwas verändert.

Trotzdem war die Aktion ein weiterer Meilenstein in unserem Bemühen um eine ehrliche Information zum geplanten Stuttgarter Tiefbahnhof und über eine mögliche Alternative dazu – nämlich einem funktionierenden Kopfbahnhof. Auch auf der Internetseite BAA (Bei Abriss Aufstand) wurden zu unserer Aktion diesmal auch MedienvertreterInnen eingeladen, über unsere Aktion zu berichten. Eine kleine „Theateraufführung“ mit einem fiktiven Gespräch mit OB Kuhn wurde dort gezeigt. Dazu kam dann noch ein Video von Lars Reichow, in welchem über die Stadtzerstörung berichtet wurde. Auch wurden wieder Info-Flyer verteilt und das unsägliche Glastischmodell abgedeckt. Das Rathaus war gut besucht an diesem Freitag. Und es war sehr erfreulich, dass fast alle Besucher gerne die Informationen entgegennahmen. Insofern war die 100ste Rathaus-Aktion ein Erfolg, obwohl unser Brief, in welchem wir endlich die Beantwortung unserer Schreiben anforderten, nicht entgegengenommen wurde.  Deshalb hier nochmals unsere Forderungen in einem Offenen Brief an OB Kuhn:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kuhn!

  • Bitte antworten Sie auf unsere Schreiben!
  • Bitte überprüfen Sie einmal selbst, mit welchen geschönten Angaben die Informationsbroschüren über S21 im Stuttgarter Rathaus bestückt sind!

Wir fordern eine ehrliche Informationspolitik. Auch im Stuttgarter Rathaus!

Bei der Volksbefragung vom 27. November 2011, die, wie Sie doch selbst zugeben müssen, unter falschen Voraussetzungen vonstatten ging (Kostendeckel!),  hat sich die Mehrheit der Stuttgarter Innenstadtbewohner für einen Ausstieg aus der Finanzierung für Stuttgart 21 ausgesprochen. Die Mehrheit, von der Sie (und ganz zu schweigen von Ministerpräsident Kretschmann) immer sprechen, kam hauptsächlich durch die Stimmenanteile aus dem baden-württembergischen Umland und den außenliegenden Stadtteilen von Stuttgart zustande. Doch dies wird jedoch ständig in Ihren Reden und Argumentationen ausgelassen.   Warum? Sich immer auf eine Mehrheit zu berufen, die auf unrichtigen Erläuterungen und Informationen beruht,  ist das ein guter Umgang mit den Stuttgarter Innenstadtbewohnern?  Sind Sie nicht der Oberbürgermeister aller Stuttgarter? Und der Bau des Tiefbahnhofs mit all seinen unsäglichen Belastungen  betrifft in erster Linie die Stuttgarter Innenstadtbewohner, die diesen Tiefbahnhof  nicht wollen . Und deren Oberbürgermeister Sie   a u c h   sind, die aber von Ihnen ignoriert werden.  So auch jüngst in einem öffentlichen Interview vor dem Stuttgarter Rathaus anlässlich des Evangelischen Kirchentages, bei welchem Sie immer wieder von der Mehrheit sprechen.

Hinzu kommt noch die Informationspolitik im Stuttgarter Rathaus. Wir, die SeniorInnen für einen gut funktionierenden Kopfbahnhof, wollen im Rathaus nicht nur über den Bau des Tiefbahnhofs S21 informiert werden. Zu einer ehrlichen Informationsbroschüre gehört auch, dass über die Nachteile und Gefahren eines solchen Projekts berichtet wird. Wir, aber auch alle Besucher des Stuttgarter Rathaus, haben den Anspruch   a u c h   über die mögliche Alternative zu erfahren, nämlich über einen Kopfbahnhof, bei welchem die Umweltbelastungen, Finanzierungskosten und Zeitdauer nicht so gravierend sein würden wie bei S21.

Aber von den Belastungen, Umweltzerstörungen und Gefahren steht kein Wort in der Informationsbroschüre in der extra für Stuttgart 21 ausgerichteten und an exponierter Stelle gezeigten Ausstellung im Rathaus. Hier nur einige Beispiele:

In einem euphorischen Artikel in der Informationsbroschüre „Bezug – das Projektmagazin“ wird  z.B.  über die 40 Millionen  Tonnen Erdaushübe berichtet,  die von den Tunnelausgrabungen zu den vorgesehenen  Deponien weggeschafft werden müssen. Auszug:

“ Der Himmel leuchtet an diesem Nachmittag in seinem schönsten Blau über dem Filderportal am Stuttgarter Fasanenhof, wo derzeit an der unterirdischen Verbindung ( … )  gegraben wird … und das nach allen Regeln der Kunst“. Und weiter heißt es: „Logistik heißt, die Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden, zu den richtigen Kosten zu sichern.“ Und:  „Auch hier, mitten im Stuttgarter Stadtgebiet, wurde ein maßgeschneidertes Logistikkonzept entwickelt, um die Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch Lärm, Schmutz und Verkehr so gering wie möglich zu halten (…).“

Ja, da fragen Sie bitte einmal die Bewohner des Nordbahnhofviertels, wie die richtige Menge zur richtigen Zeit von dort aus zu den Deponien vonstatten geht. Kein Wort von den immensen Belästigungen durch Lärm, Dreck und Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub etc. – und das schon von Anfang an!

Fragen Sie einmal die Bewohner auf der Alb und anderswo, in derer Nähe dann der Erdaushub, also auch Dreck und Schutt, abgeladen wird.  Inzwischen zählen zahlreiche der einstmals so glühendsten  Befürworter zu den entschiedensten Gegnern dieses unnötigen Milliardenprojekts.

Als reinen Hohn muss man da auch noch empfinden, wenn Tunnelpatin Gerlinde Kretschmann, die Frau des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, im Vorwort dieser Broschüre zu Wort kommt: “ Ich werde an die vielen schönen Begegnungen mit den Mineuren denken, wenn ich eines Tages mit dem Zug durch meinen Tunnel brause“. Kommentar überflüssig.

Nochmal: Wir wollen eine ehrliche Darstellung dieses Projekts. Wir wollen Transparenz der Kosten für die Ausstellung im Rathaus, im Turmforum und in der Jägerstraße.  Wir wollen Antwort auf unsere Briefe. Wir wollen nicht ständig abgewiesen werden.

Herr Oberbürgermeister Kuhn, wir nehmen Sie in die Pflicht!

Mitglieder der SeniorInnen gegen S21″

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Keefer lobt gute Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Grünen. Ein Merkzettel für die Landtagswahl 2016

Wir haben mit Spannung der Öffentlichen Anhörung zu S21 im Bundestag entgegen gefiebert. Ja, sogar Busfahrten nach Berlin wurden organisiert. Und irgendwie hatte man noch oder wieder ein Fünkchen Hoffnung in sich, dass diese Anhörung alles mit einem Schlag verändern könnte.  Pustekuchen. Zorn kommt in mir auf, wenn ich mir das süffisante Lächeln von Grinsekater Keefer vorstelle. Ohrfeigengesicht!  Nachstehend ein Bericht, publiziert von Petra A auf BAA. Sehr lesenswert!

Öffentliche Anhörung zu S21 im Bundestag: “Alles Kokolores”

Thema Stuttgart 21 bei der sogenannten „öffentlichen“ Anhörung im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags am 6. Mai 2015

Notwendige Anmerkungen zu einer Veranstaltung, die offensichtlich möglichst unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollte, eine Übertragung nach außen, ja sogar Fotos verhindert wurden und Bahnchef Grube zeitgleich eine Pressekonferenz anberaumte zum Thema GdL-Streik …. es hätte sich ja ein Berliner Journalist in diese Sitzung verirren und beispielsweise mitbekommen können, dass der Bundesrechnungshof seine Zahlen zu S21 seit Jahren zurückhalten muss … Schon 12 Milliarden? Man wird sehen.

Berlin ©weiberg

„Alles Kokolores“

Ein Interview von Josef-Otto Freudenreich mit dem „Stern“-Autor Arno Luik in der Online-Wochenzeitung „Kontext“ (Ausgabe 215), als Beilage auch in der heutigen Samstagsausgabe der Berliner Tageszeitung „taz“.

Zum vollständigen Interview: HIER

AUSZÜGE:

„Keine schriftlichen Stellungnahmen von den Bahnmanagern, keine Übertragung aus dem Saal, keine Fotos und begrenzte Plätze. Die Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags am vergangenen Mittwoch (6. Mai) hätte eigentlich „offene Fragen“ zu Stuttgart 21 klären sollen. In Wirklichkeit war es ein Ritual mit gelenkten Spielregeln: Die Bahn geht unbeirrt ihren Weg, alles im Plan und Griff, und die Gegner schlagen die Schlachten von gestern. „Stern“-Autor Arno Luik hat das zum ersten Mal als Redner in einem Parlamentsausschuss erlebt.“ (…)

„Nur einmal, ein einziges Mal, hörten allerdings alle aufmerksam zu, nur einmal verspürte man eine leichte Verunsicherung in der allgemeinen Gleichgültigkeit. Die Bahn ist ja eine Aktiengesellschaft. Es gilt das Aktienrecht. Jeder Aufsichtsrat ist damit verpflichtet, Schaden von seinem Unternehmen abzuhalten. Jeder ist persönlich haftbar. Es ist aber bekannt, dass S 21 jenseits der Rentabilität ist, also ein ökonomischer Schadbahnhof ist, dass Milliarden Euro Steuergelder womöglich verschwendet werden. Ich habe deshalb an die Finanzaffäre um die Nürburgring AG erinnert, bei der vor einem Jahr der rheinland-pfälzische Ex-Finanzminister und Aufsichtsratschef der Nürburgring AG, Ingolf Deubel (SPD), wegen Untreue und Gefährdung von Steuergeldern zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Die Nürburgringsache aber ist eine Lappalie im Vergleich zu S 21. Da war Ruhe im Saal.“ (…)

„Und noch eine kleine Anmerkung: Der anwesende Technikvorstand der Bahn, Volker Kefer, war einmal wirklich souverän süffisant – als der Grüne Matthias Gastel S 21 heftig kritisierte, konterte Kefer lächelnd: Sie haben hier in Berlin wohl noch nicht mitbekommen, dass Ihre Parteifreunde in Stuttgart in Sachen S 21 schon viel weiter sind als Sie! Und er lobte die überaus gute Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Grünen, die sei „konstruktiv-vertrauensvoll“.

Vielleicht erklärt sich auch so, dass der grüne Verkehrsminister in Stuttgart, Winfried Hermann, nicht mal das Einfachste und Selbstverständlichste macht: zu verlangen, auch öffentlich zu verlangen, dass endlich die Kosten, die der Bundesrechnungshof zu S 21 erhoben hat, öffentlich gemacht werden. Diese Zahlen werden seit zwei Jahren unter Verschluss gehalten.“ (…)

„Ich hoffe, (…) dass die regierenden Grünen in Baden-Württemberg es sich doch noch trauen, die Sinnhaftigkeit von S 21 zu hinterfragen – anstatt dieses Bauvorhaben nun so brav mitzutragen, von dem sie doch so genau wissen, dass es, freundlich gesagt: kompletter Unfug ist. Winfried Kretschmann vor seiner Wahl zum Ministerpräsidenten über S 21: „Verfassungswidrig!“ Winfried Hermann vor seiner Wahl zum Verkehrsminister über S 21: „Absurder Schwabenstreich!“ Und dass sie sich daran erinnern, dass sie an der Macht sind, weil sie einst gegen S 21 waren. Vielleicht sind sie ja bald nicht mehr an der Macht, weil sie nun dafür sind. Daraus können die Baden-Württemberger ihre Schlüsse ziehen.“

— Und das werden wir auch!!!

 

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April, April – oder was für eine schöne Bescherung, Herr Kretschmann!

20100820-_DSC1606(1)Foto: Jens Volle – http://www.jensvolle.de/

Nach einer längeren Blog-Pause gibt es wieder einen Blogeintrag, den wir gleich mit einem Witz beginnen wollen:

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am 25. April an 24 Bürger des Landes Baden-Württemberg den Landesverdienstorden verliehen. Unter den Geehrten ist auch Günther Oettinger, einst geschasster Ministerpräsident und jetziger EU-Kommissar. MP Kretschmann hat bei der Verleihung die Verdienste seines Vorvorgängers Günther Oettinger (CDU) gewürdigt und nicht an Lobpreisungen gespart, wie zum Beispiel;  Oettinger habe nicht nur sachliche Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß bewiesen, sondern auch Weitblick, Gestaltungskraft und den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Und weiter wörtlich „Sie haben die Gabe, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen, Menschen einzubinden und auch in verfahrenen Situationen tragfähige Kompromisse zustande zu bringen“, sagte Kretschmann über Oettinger. „Der Kiosk an der Ecke ist Ihnen genauso vertraut wie das internationale Parkett in den Hauptstätten Europas.“

Ein Witz? Nein! Und auch kein Aprilscherz! Nachstehend Folgendes aus einer Pressemitteilung von 2009 von den Grünen (damaliger MdB Winfried Hermann und MdB Birgitt Bender) v o r der Wahl:

Stuttgart 21 – Oettinger und Schuster stürzen Stadt und Land ins Milliardengrab

Zur heutigen Entscheidung für das Bahngroßprojekt Stuttgart 21 erklären Winfried Hermann MdB und Birgitt Bender in einer Pressemitteilung vom 10.12.2009

Mit der Entscheidung für Stuttgart 21 trotz immenser Kostensteigerungen schon vor Baubeginn stürzen Noch-Ministerpräsident Oettinger und Oberbürgermeister Schuster Stuttgart und das Land Baden-Württemberg in ein Milliardengrab. Stuttgart 21 ist das größte unsinnigste und teuerste Projekt der Bahngeschichte in Deutschland. Mit Milliardenaufwand wird ein funktionierender Kopfbahnhof mit integralemTaktfahrplan zerstört und ein unterirdischer Bahnengpass gebaut. Die Reisenden werden zukünftig die Stadt Stuttgart nicht mehr sehen.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hat gestern beschlossen, dass Kostenrisiken über den Risikofonds hinaus allein von Land und Stadt getragen werden müssen. Dass es zu einer deutlichen Überschreitung des Kostenrahmens von 4,5 Mrd. Euro kommen wird, ist so gut wie sicher. Ein Aufsichtsratsmitglied wurde in der Stuttgarter Zeitung zitiert mit den Worten: „Die Baukosten sind für uns heute nicht überblickbar“.

Oettinger und Schuster haben es verpasst,  die Notbremse zu ziehen. Oettinger hat dem Land Baden-Württemberg Milliardenrisiken einbrockt, bevor er sich nach Brüssel absetzt. Wolfgang Schuster wird den Stuttgartern nicht erklären können, warum er weitere Risiken eingeht, die die Stadt in den Ruin stürzen können. Ein Beschluss für Stuttgart 21 ist ein Beschluss über die Kita-Schließungen von Morgen. …“

Nachzulesen auf folgendem link:

http://www.biggi-bender.de/presse-3002591/pressemitteilungen/stuttgart-21-oettinger-und-schuster-stuerzen-stadt-und-land-ins-milliardengrab.html

Gibt es noch ein besseres Beispiel, wie man sein politisches Mäntelchen im Winde dreht? Und eigentlich bleibt mir das Lachen im Halse stecken. Aber wen wundert es ? Schon am 15. Januar 2013 hat MP Kretschmann sich ein ähnliches Ding geleistet, als er Wolfgang Schuster zur Verabschiedung als OB im die Ehrenprofessorwürde des Landes Baden-Württemberg verlieh. Damals würdigte er Schuster, der bereits vom Gemeinderat zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde, als verlässlichen, vertrauenswürdigen und integren Politiker. „Wolfgang Schuster ist mit dem Ziel angetreten, Stuttgart stärker zur Welt hin zu öffnen und international zu vernetzen – wirtschaftlich und technologisch, aber auch politisch und kulturell. Das ist ihm zweifellos gelungen“, sagte er.

Ich glaube, dass vielen noch in Erinnerung ist, wie Schuster es zweifellos gelungen ist, das Projekt Stuttgart 21 voranzutreiben. Und wie unglaubwürdig sich MP Kretschmann sich damals mit der Verleihung der Ehrenprofessorwürde des Landes Baden-Württemberg an Schuster gemacht hatte. Aber jetzt wird die Taktiererei oder besser Kumpanei noch auf die Spitze getrieben! So siehts aus! Und keine Widerreden von den grünen „GenossInnen“. Alle halten den Mund, denn wer weiß, ob das nicht doch nützlich ist , nämlich 2016 , wenn es wieder ans koalieren geht. Gell?

Pfui Teufel!!!

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Die 40. Banneraktion der SeniorInnen gegen S21 im Stuttgarter Rathaus

Die Freitags-Aktion der SeniorInnen gegen S21

Am Freitag, 15. November, war es, wie jeden Freitag, wieder soweit: Die 40. Banneraktion der Stuttgarter SeniorInnen gegen S21 hat stattgefunden. Mit ungewöhnlichen Begleiterscheinungen. Denn kurz nach unserer „Aufstellung“ wurde Feueralarm gegeben. Ein ohrenbetäubendes Geräusch erscholl, das selbst  dahindämmernde Angestellte aus dem Koma hätte erwecken können.  Ca. 50 Mitarbeiter des Rathauses stürmten daraufhin aus ihren Büroräumen ins Freie!  Nichtsdestotrotz konnte unsere Aktion danach unbehelligt weitergeführt werden: Gespräche mit Besuchern und Übergabe von Informationsmaterial. Es erstaunt uns immer wieder, wie uninformiert bzw. einseitig viele Besucher des Stuttgarter Rathauses sind. Wir hoffen, dass wir mit unserer Aktion einigen Besuchern mehr Informationen über dieses Bauvorhaben bzw. den bereits vorgenommenen Zerstörungen zukommen lassen können. Wichtig ist uns auch dabei, dass ein Bewusstsein für unnütze Großprojekte geschaffen wird oder zumindest Gelegenheit geboten wird, sich eine unabhängige Meinung bilden zu können. Denn mit den im Rathaus und im Turmforum angebotenen Informationen und Ausstellungen werden die Besucher nur einseitig aufgeklärt.

Das Glastischmodell im Stuttgarter Rathaus

Was den „Stein des Anstoßes“ betrifft – nämlich das Glastischmodell mit den Zerstörungen durch S21 – so wurde jetzt der „Bücherknast“, also die Bibliothek,  blau illuminiert und damit zum leuchtenden Mittelpunkt dieses Glastischmodells. Ein schlauer Entschluss. Lenkt er doch geschickt von den bereits geschehenen und zu erwartenden Zerstörungen  ab und lässt die Bibliothek zum leuchtenden Mittelpunkt werden.  Das wird  u n s  aber natürlich von weiteren Aktionen nicht abhalten, zumal unsere Empörung, dass jetzt doch die 100.000 Euro nach Gemeinderatsbeschluss für die Ausstellung im Turmforum zusätzlich bezahlt werden, noch größer geworden ist. Und dieser Gemeinderatsbeschluss ist mit den Stimmen den CDU und der SPD zustande gekommen.  Ein Skandal!! Wir hoffen sehr und setzen uns dafür ein, dass  bei den nächsten Gemeinderatswahlen bedacht wird, wie mit Steuergeldern umgegangen wird bzw. wie diese verschleudert werden! Und diesem Spuk endlich ein Ende gesetzt wird.

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XXXIV. Banneraktion im Rathaus der SeniorInnen gegen S21

20130927-DSC_5411   Am 27. September fand die 34. Banneraktion der SeniorInnen gegen S21 im Stuttgarter Rathaus statt. Eine Gruppe von SeniorInnen kommt jeden Freitag ins Rathaus, um dort am Glastischmodell gegen den Bau von S21 protestieren und dabei auch die unverzügliche Entfernung des Glastischmodells zu fordern. Die SeniorInnen sind der Meinung, dass im Stuttgarter Rathaus mit der sich ebenfalls im Foyer befindlichen Stuttgart21-Ausstellung und des gleich beim Eingang dominierenden Glastischmodells der Bau von Stuttgart unverhältnismäßig und einseitig beworben wird und der sich nunmehr schon seit Jahren entwickelte Widerstand gegen dieses monströse Bauwerk überhaupt nicht berücksichtigt, geschweige denn erwähnt wird.

Aus diesem Grund sind immer einige Mitglieder der Gruppe der SeniorInnen gegen S21 jeden Freitag im Rathaus, um dort die Besucher, die sich für das Glastischmodell interessieren, auch über die immensen Nachteile, die dieses Projekt mit sich bring,t zu informieren und mit den Besuchern darüber ins Gespräch zu kommen.

Befürworter rastet aus

So auch diesen Freitag. Und es ist doch immer wieder erstaunlich, welchen  „Ausrastern“ sie hier immer wieder begegnen. An diesem Freitag war zum Beispiel ein „ehemaliger Offizier der Reserve“ – so hatte er sich jedenfalls selbst bezeichnet – total am „Überschnappen“. Mit roten Gesicht und erregtem und zum Teil auch beleidigendem Geschimpfe und Gebrülle machte er sich für das Projekt stark. Eine Diskussion war mit ihm leider nicht möglich. Aber man/frau ist ja schon einiges gewöhnt. Vor allem entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn immer wieder vom aggressiven Verhalten der S21-Gegner gesprochen und geschrieben wird, aber hier immer wieder an Ort und Stelle von Befürwortern gezeigt wird. aus welchem „Holze“ sie geschnitzt sind.

Keine Infos über Gefahren und Bedenken –  Besucher beklagen sich

Andere BesucherInnen zeigen sich wiederum recht interessiert an den Argumenten der S21-Gegner und bedauern zum Teil, dass so wenig über die Nachteile dieses Bauprojekts geschrieben wird und sind mit den SeniorInnen gegen S21 der Meinung, dass auch oder gerade  im Stuttgarter Rathaus über Nachteile und Risiken informiert werden sollte.  Es würden jährlich mehrere 100 000  Euro für die Information im Rathaus zusammen mit der Ausstellung im Foyer und im Turmforum am Stuttgarter Hauptbahnhof über dieses Bahnprojekt ausgegeben, aber nichts von den Bedenken und nachgewiesenen Fehlplanungen (wie z.B. Brandschutz,  Berücksichtigung von Behinderten, fehlende Genehmigungen, Gefährdung der Mineralwässer, Risse in Gebäuden etc.) berichtet und wenn, dann nur, um  alle Gefahren abzustreiten und zu beschönigen. Über die Leistungsfähigkeit eines alternativen Kopfbahnhofs würde schon gar nicht informiert!

Gespräch mit OB Kuhn

Aber auch an diesem Freitag,  und wie schon einige Male zuvor, sind die SeniorInnen mit OB Kuhn ins Gespräch gekommen. Waren es die letzten Male mehr oder weniger zufällige Treffen, so baten sie dieses Mal um eine persönliche Entgegennahme von vorbereiteten „grünen Pflanzen“ sowie einem Gebilde aus Steinen, welches das „steinerne“ Verhalten der Bahn und anderer Verantwortlicher versinnbildlichen sollte. Außerdem wurde an ein Schreiben an OB Kuhn erinnert und dessen Beantwortung gefordert.

Im Grunde war es  eine Begegnung, die ihm einige Sympathiepunkte einbrachte, denn unter dem damaligen OB Schuster wäre so etwas geradezu undenkbar gewesen.

„Sippenhaft“ beim Ausstellen von Platzverweisen und Ordnungsstrafen

Ernest, einer der aktivsten S21-Gegner und unter anderem auch verlässliches Mitglied der Gruppe der SeniorInnen gegen S21, berichtete  hierbei auch über die „Sippenhaft“ im Verhalten der Polizei und der Unverhältnismäßigkeit im Aussteilen von Ordnungsstrafen. Kuhn machte u.a. den Vorschlag,  doch um ein Gespräch mit dem neuen Polizeipräsidenten Lutz zu ersuchen. Er sei in diesem Falle nicht der Ansprechpartner, war aber an weiteren Informationen zu diesem Fall interessiert. Was Ernest auch noch tun wird.

Wie jeden Freitag, waren sich die SeniorInnen gegen S21 einig, die nächsten Freitage wieder im Rathaus für mehr Informationen zu sorgen und freuen sich natürlich über viele interessierten Besucher!

20130927-DSC_536920130927-DSC_538720130927-DSC_541834. Rathausaktion der Mitsen 20130927-DSC_5366