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Der Stuttgarter Friedenspreis

Was ist eigentlich genau der Stuttgarter Friedenspreis und wer hat ihn ins Leben gerufen?  Hier eine kurze Info dazu:
Der Stuttgarter Friedenspreis der AnStifter ist mit 5000Euro dotiert und zeichnet seit 2003 jedes Jahr Menschen und Projekte aus, die sich in besonderer Weise für „Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität“ einsetzen. Über die PreisträgerIn stimmen die AnStifter (SpenderInnen und ehrenamtliche MitarbeiterInnen) ab. Der Preis wird alljährlich im Rahmen einer FriedensGala verliehen. Dieses Jahr wurden 26 Vorschläge eingereicht. Vielfältige Vorschläge, bei denen sicherlich jeder dieser Vorschläge im Grunde den Friedenpreis verdient hätte. Aber irgendwie sollte man sich halt doch entscheiden. Ich habe übrigens auch zwei Vorschläge eingereicht und hoffe natürlich, dass einer der beiden vorgeschlagenen Personen diesen Preis bekommt. 
Und man/frau überlegt sich bei jedem Beitrag: Was hat das mit Stuttgart21 zu tun? Denn dass er damit zu tun haben  m u s s ,  ist „ungeschriebenes Gesetz“ – bei aller SchreiberInnen-Ehre.  So geht es mir auch beim Stuttgarter Friedenspreis. Meine Vorschläge für diesen Preis als AnStifterInnen-Mitglied  waren Julian Assange und Wolfgang Sternstein. Und alle beide haben, wie gesagt,  den Stuttgarter Friedenspreis verdient. Ein bisschen mehr „verdient“ hat ihn allerdings Wolfgang Sternstein, der Friedensforscher und   d a s  Stuttgarter „Urgestein“, weil er mehr oder weniger eine „regionale Größe“ ist und damit besser zu einem Stuttgarter Preis passen könnte.  Aber das ist wirklich reine Ansichtssache und darüber könnte man streiten.  Und was haben beide mit Stuttgart21 zu tun? Bei Wolfgang Sternstein erübrigt sich wohl jede Erklärung.  Trotzdem hier einen Link zu einem Artikel , den Petra Brixel vor einiger Zeit, anlässlich des 80. Geburtstages von Wolfgang Sternstein,  auf „Bei Abriss Aufstand“ geschrieben hat:

Aber was ist mit Julian Assange? Assange ist ein mutiger investigativer Journalist, der es allemal verdient hätte, mit Preisen überhäuft zu werden –  auch um damit ein Zeichen zu setzen gegen die unsäglichen Verfolgungen und Auslieferungsgesuche der USA und den schikanösen und lebensbedrohlichen Haftbedingungen in England! Und, was wichtig ist,  seine Arbeit hat auch mit Stuttgart21 zu tun! Verbrechen aufzudecken, Unrecht aufzuzeigen, wirtschaftliche Schiebereien bekanntzumachen und darüber zu berichten:  Das ist investigativer Journalismus.   Dazu gehört Mut und persönliches Engagement. Und das hat auch mit Bemühungen um eine gerechtere Welt und dem „Weltfrieden“ zu tun (aber kann man das Wort „Weltfrieden“ überhaupt noch hören, ohne zynische Bemerkungen zu machen?) Und dass dies hier in Stuttgart leider nicht oft der Fall war (und auch noch nicht ist), hat man auch zum Teil an der einseitigen und sogar oft auch  verlogenen Berichterstattung der maßgeblichen Stuttgarter Zeitungen in Sachen Stuttgart21 schon von Anfang an gesehen und erlebt. Welche Interessen da mitspielten,  will man/frau gar nicht mehr aufzählen.  Deshalb ist es wichtig,  Zeichen zu setzen für eine Berichterstattung, die ehrlich informiert und nicht von Interessen einer „vierten Macht“ bzw. der Einflußnahme von Lobbyisten geprägt ist. Wie gesagt, dazu braucht es Mut und Leidenschaft. Und ich bin überzeugt: Auch mit einem verhältnismäßig unbekannten Preis können solche Zeichen gesetzt werden. Wir haben es in der Hand, ob das möglich ist.  Wenn man/frau nur dabei mitmacht.

Stuttgarter FriedensPreis 2020

Erster Wahlgang gestartet

Mit dem Stuttgarter Friedenspreis zeichnet das Bürgerprojekt Die AnStifter seit 2003 jährlich Menschen und Projekte aus, die sich in besonderer Weise für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen. Ab heute und bis zum 30. Mai 2020 haben alle AnStifterinnen und AnStifter (Spender*innen ab 50 Euro, Ehrenmitglieder und Ehrenamtliche) die Wahl, welcher der eingereichten 26 Vorschläge den Stuttgarter FriedensPreis 2020 erhalten soll.

Die Kandidatinnen und Kandidaten sind so vielfältig wie die AnStifter selbst: Alte Bekannte, die sich seit Jahrzehnten für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen, sind ebenso dabei wie jene vielen, die gerade erst angefangen haben, ihre politische Stimme zu finden – und mit was für einer Wucht! Wer von ihnen den mit 5000 Euro dotierten Preis erhält – das entscheiden Sie. Einsendeschluss: 30.5.2020 (Poststempel). Gewählt ist, wer mehr als 50% der abgegebenen Stimmen erhält. Erreicht kein Vorschlag dieses Quorum, kommen die sechs Erstplatzierten in eine Endrunde, dann zählt die einfache Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Die Wahl ist öffentlich, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Broschüre mit weiteren Informationen und dem Wahlzettel erhalten alle AnStifterinnen und AnStifter in den nächsten Tagen per Post. Vorab können Sie sich auch schon unsere Webversion der Broschüre zum FriedensPreis 2020 anschauen.

Sie sind noch keine AnStifterin, kein AnStifter und möchten beim nächsten Mal mit abstimmen? Werden Sie noch heute Fördermitglied und sichern Sie sich Ihre Wahlberechtigung für den nächstjährigen FriedensPreis.

Wenn alles gut geht, wird der FriedensPreis 2020 am Sonntag, den 6. Dezember 2020 um 11 Uhr (Matinee!) bei Ihrer FriedensGala im Stuttgarter Theaterhaus verliehen. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind und Freunde und Bekannte mitbringen. Bitte erkundigen Sie sich zeitnah, ob es dabei bleibt. Gemeinsam mit Ihnen setzen wir uns für bessere Zeiten ein: Ein großes, unabhängiges Bündnis mit Eigensinn und Zivilcourage. Danke, dass Sie uns dabei immer wieder ideell und materiell unterstützen und nur gut über uns reden.

 

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Eingesperrt, zusammengepfercht und isoliert – Flüchtlingslager in Ellwangen

Die Zeitungen sind voll von Berichten über die Pandemie,  und es ist unmöglich, alle zu lesen. Berichte über Verschwörungstheorien, Altersdiskriminierungen, Ruf nach mehr Verbote, Klagen über Verbote und über Nichtbeachtung der Grundgesetze, Forderung von Zurücknahme der Einschränkungen und und und.     Man/frau muss schon sehr selektieren, um sich ein einigermaßen „objektives“ Bild über die Zustände machen zu können.

Heute erscheint allerdings ein Bericht in der STZ, den ich kritisch fand und dessen Inhalt mich empört, obwohl ich den Berichten der STZ schon per se kritisch gegenüberstehe. Hat man doch schon seit Jahren immer wieder großen Ärger mit der einseitigen Berichterstattung über das Immobilienprojekt Stuttgart21 gehabt (und sein Abonnement auch abbestellt). Und auch in der Flüchtlingsfrage zeichnet sich die STZ nicht gerade refugee-freundlich aus.  Trotzdem fand ich den Bericht heute  kritisch und aufrüttelnd.

„Vergangene Woche sieben, jetzt schon 250 : in der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen ist die Zahl der Corona-infizierten Flüchtlinge stark angestiegen. Helfer berichten von chaotischen Zuständen …“    Weiterlesen im folgenden Link: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.corona-ausbruch-in-ellwangen-fluechtlingshelfer-kritisieren-die-behoerden.e35945e1-909d-491e-a0b8-905b5dca3db1.html

Dazu erübrigt sich jeder Kommentar.

In den Flüchtlingscamps in der Ägais herrschen aber anscheinend noch viel schlimmere Zustände. Von einem Mitglied der SeniorInnen gegen S21 erreicht mich eine E-Mail  mit der Bitte um Unterstützung und Weiterleitung einer Petition zur  internationalen Notsituation von Flüchtlingen, die in Flüchtlingscamps eingepfercht sind. Die SeniorInnen gegen Stuttgart21 blicken natürlich auch über den eigenen Tellerrand hinaus. Auch in unserer Telefonkonferenz ist dies ein wichtiges Thema.  Nachstehend der Bericht sowie die Petition:

„12.4.2020

Liebe Erstunterzeichner und Unterstützer der Petition für die sofortige Rückkehr von Alassa Mfouapon,

Wir bitten euch dringend, jetzt auch unsere neue Petition zur sofortigen Evakuierung der Flüchtlingscamps in der Ägäis zu unterstützen:

https://www.change.org/p/corona-flüchtlinge-retten-abschiebung-stoppen-sofort

In Verbindung mit der Petition wurde ein Solidaritätspakt zwischen „Solidarität Internatiuonal“ und der griechischen Initiative „OXI – Lesvos resists Corona“ geschlossen. (siehe die Dokumente im Anhang) . Während sich vor den Augen Europas die Katastrophe anbahnt, kämpfen in den Camps Flüchtlinge und einheimische Inselbewohner organisiert gegen die Infektionsgefahr – auf ihren Mut und ihre Selbstorganisation kommt es jetzt besonders an. Diese Selbstorganisation zu unterstützen ist das Hauptaugenmerk des „Freundeskreises Alassa“ sowie des Solidaritätspaktes.

Wir bitten Euch um Unterstützung, Verbreitung und vor allem um persönliche Statements zur Veröffentlichung – für diese Petition sowie für den Solidaritätspakt. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren, wenn eine humanitäre Katastrophe in den Hotspots in der Ägäis noch verhindert werden soll!  Auch bei uns sind Menschen in Camps jetzt in einer besonders schwierigen Situation: Alassa Mfouapon – bundesweit bekannt als Sprecher der Refugees in Ellwangen 2018 – hat darum zwei Videos aufgenommen – in französisch und englisch – mit denen er Refugees nicht nur Informationen über Corona gibt, sondern sie auch ermutigt, sich zu organisieren und für eine Verbesserung ihrer Situation selbst aktiv zu werden:

https://youtu.be/H0ufZQQ0MiM

https://youtu.be/YsFCLYTsixw

Wir bitten Euch: Verbreitet diese Videos in Euren Netzwerken! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Freundeskreis Alassa&Friends“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Keine Schockstarre bei den SeniorInnen gegen Stuttgart21!

Auch die Seniorinnen und Senioren gegen Stuttgart21 sind nicht in „Schockstarre“ geraten, sondern machen ihre regelmäßigen wöchentlichen Treffen ab sofort in Form einer Telefonkonferenz. Dort wird berichtet, wie es möglich ist, auch weiterhin gegen das unsägliche Immobilienprojekt Stuttgart21 aktiv zu sein. Ingo, Mitglied bei den SeniorInnen und Senioren gegen Stuttgart21, hat zum Beispiel einen Flyer entworfen, der nachstehend zu lesen ist und der sicherlich auch in der Telefonkonferenz diskutiert wird. Man darf gespannt sein!

 

Stuttgart 21: Wir fordern Baustopp. Jetzt!

Zum Schutz der Bauarbeiter vor Ansteckung
– wurden in Italien sämtliche Bauarbeiten
eingestellt;
– haben in Frankreich die Bau-Unternehmen die
Arbeiten auf den Baustellen stillgelegt;
– haben die österreichischen Baukonzerne PORR
und Strabag ihre Baustellen in Österreich für 3
Monate unterbrochen.
In Stuttgart buddeln sie weiter. Aber

UNSER LEBEN IST WICHTIGER ALS IHR PROFIT !

Dr. Winfried Wolf auf der Kundgebung am 23.3.20: „Bis zum Tag, an dem diese Rede aufgezeichnet wird, Sonntag dem 22. März, wird beim Monsterprojekt Stuttgart 21 weiter gearbeitet. In der jüngsten Presseerklärung von DB und Projektgesellschaft, datiert auf den 16. März, heißt es: „Das Projekt Stuttgart 21 nimmt immer mehr Gestalt an…“ Kein Wort zu Corona. Und dies, obgleich hier Hunderte Beschäftigte auf engem Raum in Tunnel und Baugruben arbeiten. Obgleich viele von diesen Mineuren und Planern in engen Container-Unterkünften zusammengepfercht wohnen. Obgleich es hunderte osteuropäische Arbeitskräfte gibt, die nach Hause wollen – weil sie dort gebraucht werden, weil sie Angst haben, angesichts der vielen Grenzschließungen und Quarantäne-Maßnahmen nicht mehr zu ihren Liebsten, nicht mehr zu ihren Familien nach Rumänien, Bulgarien, Österreich und anderswo zurückkehren zu können. Dies, obgleich Strabag und PORR – die bei S21 maßgeblich aktiven Baufirmen – österreichweit bereits alle Baustellen geschlossen haben und in Wien für drei Monate (!) Kurzarbeit beantragen mussten.“

 

Dieser Text, so meint Ingo, sollte in der Öffentlichkeit verbreitet werden! Jetzt wäre eine Offensive von uns für einen BAUSTOPP S 21 fällig. Und zwar Baustopp zum Schutz der Beschäftigen auf den Baustellen, wie das in unseren Nachbarländern schon selbstverständlich ist. Ingo sagt weiter: „Ich meine, wir sollten alle unsere guten Gründe gegen S 21 jetzt hintanstellen, unsere bewährten und bekannten Argumente, Parolen und Wahrzeichen. Und jetzt nur diesen Hammer schwingen: Es ist völlig unverantwortlich, die S 21-Bauarbeiter (und indirekt uns alle) dem Corona-Risiko durch S 21 auszusetzen! Wie an die Öffentlichkeit? Na, da haben wir doch seit 10 Jahren oder länger Erfahrung. Nur dass Corona-bedingt die Umstände halt spezifisch sind. Wir können

– Flyer verteilen (aber Abstand respektieren!)
– Flyer (mit Tesa!) umweltschonend anbringen
– Sandwichträger (einzeln!)
– Spruchbänder auf Fußgängerbrücken (einzeln präsent sein)
– Mahnwachenketten (in großen Einzel-Abständen der Kettenglieder)
– Kleber
… Was fällt Euch ein?

Es geht keinesfalls darum, die Corona-bedingten Einschränkungen der Freiheiten und Rechte herauszufordern. Das hieße eine völlig falsche Kampffront öffnen. Nein, den Aufforderungen und Anweisungen der Polizei gehorchen wir, ohne Diskussionen.“

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Seniorinnen und Senioren gegen Stuttgart 21, wisst ihr eigentlich, wie gut ihr seid?

„Bescheidenheit ist eine Zier – doch weiter kommt man ohne ihr!“

Nicht wörtlich, aber ganz in diesem Sinne hat sich auch Renate Rüter, langjähriges Mitsen-Mitglied,  in einer E-Mail an das Aktionsbündnis geäußert. Ihr ist nämlich aufgefallen, dass im Info-Flyer „Alternativlos“ bei der Aufzählung und „Belobigung“  von aktiven Gruppen gegen das Projekt Stuttgart21 die Gruppe der SeniorInnen gegen Stuttgart21 gar nicht aufgeführt werden. Und das, obwohl diese Gruppe mit ihren Aktionen zu den aktivsten MitstreiterInnen in Sachen „Stuttgart21“ gehört – und zwar  schon seit  J a h r e n !!!  Ja, liebe Renate, da hast du völlig recht. Sicherlich liegt es nicht daran, dass der „Kopf der Bewegung“ das geflissentlich übersehen will, sondern am Selbstverständnis der Seniorinnen und Senioren gegen Stuttgart21 in ihrer Überzeugung, dass nämlich Widerstand gegen das unsägliche Immobilienprojekt zwar Bürgerpflicht ist, sie aber diese in ihrer sprichwörtlichen Bescheidenheit nicht an die „große Glocke“ hängen.  Ich glaube, da müssen die Mitsen ihr Aktions- und Informationskonzept doch noch gründlich überarbeiten. Schließlich wollen sie doch mit ihren Aktionen größtmögliche Resonanz erreichen.

Und hier noch nachstehend der Brief von Renate an das Aktionsbündnis:

„…

Auf Seite 15 erwähnt Ihr die ganzen aktiven Gruppen des Widerstandes, aber m.E. fehlt eine ganz wichtige, weil unermüdlich aktive dabei: die Senior/innen gegen S21!

Wisst Ihr eigentlich, dass seit über neun Jahren JEDEN MORGEN, außer sonntags, mindestens eine Seniorin an der Schillerstraße mit dem S21-Schild steht? Dass sie im Anschluss immer Flyer auf dem Querbahnsteig verteilen, dort ebenso vor den Mo-Demos? Dass sie seit Jahren JEDEN FREITAG, bereits schon weit über 100 mal!, die „Glastischabdeckung“ im Foyer des Rathauses organisieren? Dabei decken sie zwei Stunden lang das ausgestellte S21-Modell mit S21-Bannern ab, diskutieren mit Besuchern und verteilen zum Missvergnügen von OB Kuhn, aber erlaubt, Infomaterial. Und nicht zuletzt stehen sie regelmäßig donnerstags auf der Fußgängerbrücke über der Neckarstraße und hängen Banner zum Thema Feinstaub und S21 über das Geländer. So sorgen sie täglich dafür, dass unsere Anliegen „auf der Straße“ präsent und für alle sichtbar vertreten werden.

So, dieses Plädoyer musste ich schnell los werden, weil ich voller Bewunderung für die tägliche Einsatzbereitschaft der „Alten“ bin. Wenn Dich darüber hinaus die Aktivitäten der Gruppe interessieren: in Cc habe ich Ingrid von Staden gesetzt, die als Protokollschreiberin der wöchentlichen(!) Dienstagstreffen sicher gerne Auskunft gibt (gell, Ingrid?). „

 

Vielen Dank, Renate, für deinen Einsatz!

Oben bleiben!!!

Renate mit ihrem Enkel Cedric.

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Was geht und was geht nicht …? Briefe aus dem Widerstand in Zeiten von „Corona“

Auch bei den Mitsen ist das Thema „Corona“ aktuell und wichtiges Thema. Nachfolgend drei Meinungen aus  unserer Mitsen-Gruppe.

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Guten Morgen zusammen,
noch kurz einen interessanten Artikel:
Auch die Montagsdemo lassen wir uns nehmen – Gut Nacht Deutschland.
Und jetzt gleich zur nächsten Mahnwache.
Gruß
Axel
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Lieber Axel!

Die Tendenzen Deines Mails samt dessen Anhangs, nämlich die aktuelle Corona-Katastrophe wohl eher zu bagatellisieren und allerhand Anschläge auf demokratische Prinzipien zu wittern, teile ich summa summarum nicht. Mir scheint da eine gewisse ideologische Verbohrtheit am Werk, oder?

Statt Ideologie ist jetzt Realismus und Besonnenheit gefragt. Danach sollten bis auf weiteres (und das kann noch lange andauern) u.a. vermeidbare Kontakte mit Anderen auch tunlichst vermieden werden. Vor allem gilt das zum Schutz besonders gefährdeter Menschen, z.B. alter Leute mit gesundheitlichen Vorbelastungen.

Herzlich grüßt
Helmut

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Ingo (Stuttgart) 14.3.2020

Auch zum CORONA- VIRUS sind wir gefordert

EU-Grenze auf, Rassismus Hanau, Rojava, Fridays, Militärübung gegen Rußland, …
überall brennt es. Und doch drängt die Corona-Krise alle andere Themen in die zweite
Reihe:
– ab heute 5 Wochen Zwangsferien,
– Panikkäufe,
– alle Veranstaltungen storniert,
– Discos, Kinos, Kneipen…alles dicht. Flugverkehr eingestellt, Grenzen dicht,…
Corona bestimmt die Gedanken, Sorgen und Pläne der Leute, beschäftigt alle Gemüter.
Wochenlang. Monatelang.
Dazu müssen wir uns verhalten. Dürfen uns nicht wegducken.
Ein für uns völlig neues, unbekanntes Kampffeld, mit unsere gewohnten Kriterien einfach
nicht in den Griff zu kriegen. Arbeitsplätze? Grundrechte und -freiheiten?
Da gibt es linke Leute, die sehen hinter der Corona-Krise die Strippenzieher der
Mächtigen: Faschisierung.und so. Dabei sind innerhalb von wenigen Stunden Billionen
Dollar Kapital vernichtet worden. Die Kapital-Akkumulation bricht zusammen. Nein, die
Bourgeoisie und ihre Regierungen sind in Panik, treffen kopflos Entscheidungen,
versprechen Zig-Milliarden zur „Rettung“ der Wirtschaft.
1.- Ernsthafter die Kritik des „Gesundheits“wesens: Die Covid-19-Pandemie legt bloß,
dass das neo-liberale Gesundheitswesen, auf Profit eingeschworen, die Krise nicht
meistern kann gemäß dem Stand von Wissenschaft und Technik, und dass deshalb
Zehntausende sterben werden. Die Antwort drängt sich auf:Selbstverwaltung. Darüber gibt
es in unseren Kreisen wohl kaum Differenzen. Deshalb möchte ich nicht näher darauf
eingehen.
2.- Manche Aspekte der Krise sehen wir als ausgesprochen positiv: Die Globalisierung
bricht ein bzw. wird zurückgedreht, der Außenhandel, das Outsourcen, der Flugverkehr
bricht ein, der internationale Tourismus (Kreuzfahrten!). Zurück zum regionalen
Wirtschaften.
3.- Der Konsum(rausch) kriegt einen schweren Schlag. Panikkäufe auf Ramsch statt
„Schnäppchen“. Wer hat jetzt noch Lust, ein neues Auto, Smartphone, neue Möbel zu
kaufen? Verzicht auf Discos, Showbusiness wie Sport- und Musikevents.
Vor allem: Die Leute werden aus dem Hamsterrad rauskatapultiert. Permanente Freizeit,
die selbstverantwortet genutzt werden will. Mit Freunden, Familie – oder wie bisher als
Einsiedlerkrebs? Man wird mit der Sinnlosigkeit des Wettrennens nach Geld, Arbeit,
Konsum… konfrontiert, weil mit einem Mal das neue Leben beweist: Es geht auch ohne
Arbeit, Schule, alles Haben-Wollen.
Packen wir die Corona-Krise als Gelegenheit, den Leuten bewusst zu machen, dass sie
sich von der Scheiß-Marktlogik befreien können! Was wir dazu brauchen? Eine Unmenge
von Phantasie und freiem Denken! Wie im Mai 1968 in Paris.
Die Kurden schlagen ein Schrittchen in diese Richtung vor (Anhang).

Corona: Genossenschaftlichkeit (in Deutschland!) in Zeiten der
Pandemie
Wie Fürsorge in Zeiten von Pandemien aussehen kann, zeigt aktuell eine
#Nachbarschaftschallenge, zu der in Teilen der linken Bewegung aufgerufen wird. Mit
einem „Brief an die Nachbarn“ wird Risikopersonen und alten Menschen Unterstützung
angeboten.

SARYA TARO / REDAKTION, 13. März 2020.
Weltweit beherrscht Covid-19 die Schlagzeilen. Die Pandemie wird sich nicht aufhalten
lassen. Als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits Schulen geschlossen, die
Besuchserlaubnis in Altenheimen eingeschränkt und Veranstaltungen abgesagt. Auch die
bevorstehenden Newroz-Feste sind betroffen. Das macht viele traurig, ist Newroz doch die
Zeit, wo Widerstand gefeiert und Geschwisterlichkeit gemeinsam gelebt wird.
So bitter die jüngsten Absagen auch sind, sie beweisen die Verantwortung für die
Mitmenschen, die Kennzeichen der Freiheitsbewegung ist. Je länger sich die Ausbreitung
des Virus herauszögert, desto besser wird er sich eindämmen lassen. Es geht darum, jetzt
die Ansteckung so weit wie möglich aufzuhalten und Zeit zu gewinnen. Wenn sehr viele
schwere Krankheitsverläufe von Älteren und chronisch Kranken gleichzeitig auftreten,
bedeutet dies den Kollaps des Gesundheitssystems.
Der Gesundheitssektor in der neoliberalen Kapitalistischen Moderne war schon vor der
Coronavirus-Pandemie überlastet. Er wurde kaputt gespart und ist nicht ausgerichtet auf
das Allgemeinwohl, sondern funktioniert nach der Logik des Kapitals. Als Empfehlung wird
jetzt zur „sozialen Distanz“ aufgerufen.
Es ist bestimmt richtig, „soziale Distanz“ zu wahren und dem Nächsten nicht ins Gesicht
zu niesen. Doch ein epidemischer Virus ist auch eine gesellschaftliche Herausforderung,
in der die Genossenschaftlichkeit – eine zentrale Stärke der Freiheitsbewegung – praktisch
werden muss. Es gilt, die Isolation zu durchbrechen, solidarisch und
verantwortungsbewusst zu handeln und soziale Netze zu organisieren. Das heißt: Sich
kümmern um Risikopersonen und Alte, ihnen den Weg zum Supermarkt ersparen oder
anbieten, die Kinder des Pflegepersonals zu betreuen, wenn die Kita schließt, damit die
Krankenhäuser weiter funktionieren.
Wie Fürsorge ganz praktisch aussehen kann, zeigt die #Nachbarschaftschallenge, zu der
in Teilen der linken Bewegung aufgerufen wird. Mit einem „Brief an die Nachbarn“, der
zurzeit in vielen Wohnhäusern aufgehängt wird, bietet der Unterzeichner / die
Unterzeichnerin Unterstützung an:
Liebe Nachbarn,
in der Zeit der Corona-Pandemie wollen wir uns helfen.
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (höheres Alter, Grunderkrankung,
Immunschwäche) möchte ich Sie unterstützen und Ihnen helfen, gesund zu bleiben.
Ich gehöre nicht zur Risikogruppe und kann in der nächsten Zeit für Sie einkaufen, mit
dem Hund rausgehen oder andere Besorgungen erledigen. Um jetzt einen direkten
Kontakt zu vermeiden, biete ich Ihnen an, dass Sie sich bei mir melden. Werfen Sie einen
Zettel in meinen Briefkasten und hinterlassen Sie eine Notiz oder Ihre Telefonnummer,
wenn Sie Unterstützung wünschen.
Gemeinsam und solidarisch werden wir diese Zeit überstehen.
Liebe Grüße, [Name]

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Die lästigen Kleinkriege des Alltags – eine Realsatire zu S21

Eine Realsatire

 Ort:  In der Schalterhalle

 Zeit:  Dienstagmorgen, ca. 7.30 Uhr

Personen: Ernest, Ernestine, 5 Polizisten

 

Obenbleiber Ernest steht dort mit Ernestine. Sie sind am Verteilen von Flyern

5 Polizisten gehen vorbei. Kommen zurück , ein Polizist geht auf Ernest zu

 

Polizist:    Wie lange wollen Sie hier bleiben?

Ernest:   Warum wollen Sie das wissen?

Polizist:  Weil ich Sie das gefragt hab. Hier ist alles so eng, wegen dem Durchgang. Unten wird es noch schlimmer.

Ernest:   Das ist alles soweit genehmigt.  Alles ist aber Betrug gewesen, Verträge sind nichtig.

Polizist:  Ich kann mich nicht dazu äußern.

Ernest:   Wir sind hier, um die Leute zu informieren,  dass sie das so durch andere erfahren.

Polizist:  Ja, ist auch Ihr Recht.

Ernest:   Ja, ist auch meine Pflicht.  S i e  müssen doch das  Grundgesetz kennen.

Polizist:  Jetzt muss ich gehen. Ich will da nicht rumdiskutieren.

 

Abgang des Polizisten zu den anderen Polizisten

Ernest bleibt stehen und  verteilt schweigend weiter. Ebenso Ernestine.

Ende

 

Fazit:

Die lästigen Kleinkriege des Alltags überleben wir am sichersten, indem wir uns nicht kleinkriegen lassen.

Ernst Ferstl (*1955) österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

 

 

 

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Wo ein Wille ist …

Die Corona Lehre

 

Quarantänehäuser sprießen, Ärzte, Betten überall

Forscher forschen, Gelder fließen- Politik mit Überschall.

Also hat sie klargestellt: Wenn sie will, dann kann die Welt.

 

Also will sie nicht beenden Das Krepieren in den Kriegen,

Das Verrecken vor den Stränden Und das Kinder schreiend liegen

In den Zelten, zitternd, nass. Also will sie. Alles das.

 

Thomas Gsella