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Hauptbahnhof: Kopfbahnhof-Singers werden von Nazi belästigt!

Eine der aktivsten Gruppen innerhalb der Bewegung gegen S21 sind die Kopfbahnhof-Singers. Bei der letzten Aktion in der großen Schalterhalle wurden sie von einem Nazi regelrecht belästigt. Ein mutiger Passant ging dazwischen. Er hatte diesen Bericht auf seine FB-Seite gestellt. Hier sein Bericht:

Darf gerne geteilt werden mit den SeniorInnen!

Statement von facebook-Nutzer S.  zum Nazi bei den Kopfbahnhofsingers vom 28. August

„Muss mich kurz abreagieren, hatte gerade die echte erste Begegnung mit einem Neonazi! Komme entspannt vom Freibad zurück und will am Bahnhof noch ne Zeitung kaufen, laufe an den Kopfbahnhof Singers 21 ( man kann ja von Ihnen halten was man will, aber sie ziehen ihr Ding durch) , und stehe im Laden und höre das Gesinge im Hintergrund, da schaue ich irgendwann auf und sehe wie die DB Sicherheit einen pöbelnden Deutschen von den Singern abhalten..was er schrie war nicht zu erkennen..ich beobachtete die Szene von drinnen, es schien dann so, als wäre das Ganze beendet und der Typ zog mit seinem Kumpel weiter, die DB Sicherheit auch … dann hielt er wieder an und schrie wieder etwas und ich ging aus dem Laden und ging auf ihn zu und meinte , etwas mit NSDAP vernommen zu haben, es war aber nicht so laut.. Ich ging auf ihn zu und stand Gesicht zu Gesicht vor ihm und fragte, was er gerade sagte: er sagte :

Was willst du Vogel ?
Ich : was war das gerade mit „N „

Er: NSDAP – HEIL HITLER

Ich : verpiss dich aus stuttgart, du rechte kleine Minderheit, alle hassen dich

Er: Du Schwuchtel, dich hassen Alle

Er schrie weiter, ich auch …

Sein Kumpel zog ihn dann weiter… Er war in jedem Fall stärker als ich denke ich , ein durchtrainierter Handwerker..ich war dann im Nachhinein erstaunt, dass ich so mutig war, aber ich erinnerte mich , dass ich letztens schrieb, dass wir glaube ich die Fresse wieder mehr denn je aufmachen müssen, damit diese Typen wissen, dass sie nicht erwünscht sind

In diesem Sinne
ANTIFASCHISMUS- JA BITTE !“

Na ja, an dem Wort „Gesinge“ kann man/frau sich ja schon stören, schließlich kommt das Singen von Herzen und: welche Maßstäbe werden angelegt?  Beuys hat einen elitären Kunstbegriff entschieden abgelehnt. Simon Rattle in Berlin ebenfalls.  Danke und Antifaschismus: Ja Bitte!  Und übrigens: großes Lob für die unentwegten Kopfbahnhof-Singers. Denn schon Nietzsche meinte:Bildergebnis für google bilder comic chorsingen

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„Der kleine Bruder der Montagsdemo“!

Selbst die STZ ist wieder aufgewacht, seit sich die Klagen über zunehmende Lärm- und Staubbelästigungen durch das Immobilienprojekt S21 in den Wohnvierteln mehren. Das kann man auch aus einem Bericht der Stuttgarter Tageszeitung vom 30.8.17 über die freitägliche Banneraktion der SeniorInnen gegen S21 entnehmen.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.s-mitte-kleiner-bruder-der-montags-demo.b9e82224-04df-4bf6-839e-ab64a3525b25.html

Natürlich sind sie noch da, die SeniorInnen gegen S21! Und wie! Und das seit 2. Januar 2013. Jeden Freitag ist Rathaus-Tag bei Ihnen, wo sie Besucher des Stuttgarter Rathauses und der S21-Ausstellung auch noch darüber informieren, was n i c h t in der Ausstellung zu erfahren ist, was aber schon längst den gebeutelten Lärm und Feinstaub geplagten Stuttgartern, dämmert: Daß nämlich das Immobilienprojekt Stuttgart s o nicht von ihnen gewollt wurde und dass sie nach Strich und Faden angelogen worden sind, was Lärm- und Staubbelästigung in den Wohnvierteln angeht. Und mit dieser Erkenntnis schwappt der Missmut über das bloße Schulterzucken und „jetzt ist‘s eh zu spät“ hinaus und wird zum handfesten Ärgernis und lautstarker Empörung mit Bürgerinitiativen und Leserbriefen zu diesem Thema.

Tja, sollen wir da sagen „Ätschagäbele, selber schuld?“, oder „gschieht euch grad recht!“? Das wäre falsch, denn je mehr Kritik und Empörung laut werden, desto mehr steht dieses unsägliche Projekt unter Beobachtung. Und das ist auch bitter notwendig. Denn gemauschelt und betrogen wurde ja schon genug!

Die „Bewusstseinsveränderung“ ehemaliger Befürworter oder solchen Mitbürgern, die sich erst rühren, wenn das Unheil direkt vor der Türe steht, wird auch auf einmal von SWR4 wahrgenommen und und dieser sendet gerne mal Berichte über negative Äußerungen und Beschwerden zum ungeliebten Projekt. Auch die Stuttgarter Tageszeitungen halten plötzlich nicht mehr still und fragen nach. Ernest, ein Mitglied der SeniorInnen gegen S21 und einer der aktivsten Streiter für einen funktionierenden Kopfbahnhof erzählt azu folgende Begebenheit:

Als ich neulich bei der Stuttgarter Zeitung in der Geißstraße vorbeikam, um das Fehlen meiner Zeitung anzuzeigen, kam ich mit einem Redakteur dort ins Gespräch. Ganz beiläufig berichtete ich ihm auch von unserer freitäglichen Rathaus-Aktion, bei der wir immer das Glasmodell Stuttgart21 für eine Stunde abdecken und unsere Ansicht darüber kundtun würden. Der Redakteur war sehr interessiert, hörte mir aufmerksam zu, stellte Fragen und ich konnte ihm auch noch ein Foto unserer Aktion übergeben, das er dann , wie er sagte, bei einem eventuellen Artikel verwenden wolle. Meine Erfahrungen mit Zeitungsberichten waren bisher eigentlich eher negativ, die Leute dort schienen nicht mehr interessiert an unseren Aktionen und hatten seit Beginn der Arbeiten schon einseitig Stellung für Stuttgart21 bezogen. Aber man staune und sehe: Der Bericht mit dem Titel „Der kleine Bruder der Montagsdemo“ steht heute auf STZonline und in der print-Ausgabe“.

Übrigens: Auch am nächsten Freitag findet die Banner-Aktion im Rathaus, wie immer am Freitag, von 11 Uhr bis 12 Uhr im Foyer des Stuttgarter Rathauses statt. Demnächst ist auch die 200ste Banneraktion der SeniorInnen gegen S21 fällig. Aber das ist eine andere Geschichte, über die noch berichtet wird.

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Büchel – oder wie ich nicht lernte, die Bombe zu lieben

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Büchel? Schon mal den Namen gehört?“ – „Ja, schon, aber so genau kann ich das auch nicht richtig einordnen. Hat das etwas mit Atomwaffen zu tun oder so?“Also mal ganz ehrlich: So erging es mir vor kurzem, als Axel, das nimmermüde Mitglied der Gruppe der SeniorInnen gegen S21,  mitteilte, dass er an einem Samstag in Büchel bei einer Veranstaltung gegen US-Atomwaffen in Deutschland teilnehme. Nach einigem Rumgoogeln hatte ich dann  Informationen, die mich nicht mehr ganz so unwissend zurückließen. Der Grund für die Demos liegt circa acht Meter tief in der Erde, in Bunkern auf dem benachbarten Fliegerhorst der Bundeswehr, streng bewacht. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich dort die letzten amerikanischen Atomwaffen auf deutschem Boden befinden. Bis zu 20 Bomben vom Typ B61, die Sprengkraft größer als die der Bombe von Hiroshima. Im Ernstfall sollen deutsche Tornados die Bomben zum Ziel bringen. Genaueres ist nicht bekannt, von Seiten der Bundesregierung gibt es offiziell dazu keine Auskunft.

Geschichtliches gefällig? 1141 wird das auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde liegende Martental erstmals urkundlich als Mönchskloster erwähnt. Um das Jahr 1238 wird ein Hof zu Morschweiler in den Analen aufgeführt. 1794: Besetzung durch französische Revolutionstruppen. 1815: Auf dem Wiener Kongress wurden die Orte dann Preußen zugeordnet. Seit 1946: Büchel ist Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Übrigens: 2012 waren 84,7% der Einwohner katholisch und 5,7% evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion (?) an oder waren konfessionslos. Der Fliegerhorst Büchel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der französischen Besatzungsarmee gebaut und 1955 an den Bund übergeben. In den Bunkern des Standortes Büchel werden etwa 20 US-Atomwaffen des Typs B61 gelagert. Seit Juli 2007 ist der Fliegerhorst damit der einzige Standort in Deutschland, an dem sich Atomwaffen befinden.

Und nun nachstehend die Info von Axel:

Hallo zusammen,

 habt ihr eigentlich was in den Nachrichten oder Zeitungen darüber gelesen, dass seit letzten Donnerstag die zweite Runde von Atomverbotsverhandlungen läuft und Deutschland nicht teilnimmt?  https://www.ippnw.de/startseit

Ich war von letztem Montag bis Samstag beim Fliegerhorst in Büchel.Es gab viele Begegnungen und Aktionen:

  •  Blockaden
  • Mahnwachen jeden Tag von 6 – 7:30 und 15:30 – 17Uhr
  • Flyerverteilen und Unterschriften sammeln in den umliegenden Dörfern
  • Substitutionstherapie für Bomber: Bit statt Bomben (teilnehmen können alle Soldaten und Freunde der Atombombe, aber nur bei gleichzeitiger Teilnahme  an einer Selbsthilfegruppe)
  • Empfang eines Robin Wood Floßes gegen Atomtransporte in Cochem (Eichhörnchen war auch auf dem Floß)´
  • Grab him by the nukes

 Hier ein paar Bilder von meinem Aufenthalt in Büchel:  https://c.web.de/@337949681155834532/OHpjPlB5QTOPpsTNmMhyoQ

Gruß Axel

ps: Dazu passt auch https://de.wikipedia.org/wiki/Dr._Seltsam_oder:_Wie_ich_lernte,_die_Bombe_zu_lieben   Vor allem für ein paar grundlegende Infos zu Büchel ist diese Webseite interessant:    http://www.atomwaffenfrei.de/

Ergänzung zur Info von Axel:   In der STZ und in der STN von heute habe ich nichts gelesen. Übersehen? Zumindest hat SWR aktuell gestern einen Beitrag gesendet und einen Artikel dazu online gestellt.

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Herwegh im Rathaus? – Eine Abrechnung

Georg Herwegh - Spitzweg Max1-BM-Berlin-Hannover-jpgIm Gejubel über den gelungenen Herwegh-Abend im Rathaus am 24. Mai 2017 zum 200sten Geburtstag von Georg Herwegh sind vielleicht einige kritische Stimmen zu dieser Veranstaltung untergegangen. Aber Axel, ein Mitglied der Gruppe der SeniorInnen gegen S21, hat sie umso lauter erhoben. Nachstehend deshalb sein Kommentar dazu:

„Haa, haa, haa, Peter. Du wirst immer besser. Meine Oma Schäufele aus Kaltental, Gott hab sie selig,du weißt schon, hätt sich totgelacht, wenn sie’s nicht schon wäre. Die Vorstellung ist ja auch zum Schießen: „Georg Herwegh feiert mit Fritz Kuhn im Rathaus“. Apropos schießen, vielleicht hätte Fritz Kuhn seinen Freund mit seiner Deutschen Legion nach Afghanistan geschickt um die Sicherheit am Hindukusch zu verteidigen. Er schrieb ja schon 2007 folgendes:

„Ich werde heute im Bundestag bei der Abstimmung über das Isaf Mandat und die darin
enthaltenden TornadoAufklärungsflugzeuge, … mit Ja stimmen. Der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr im Rahmen des IsafMandates ist notwendig, um Entwicklung und Sicherheit gemeinsam zu gewährleisten. …Wir Grünen haben ein militärisch abgesichertes, aber auf politische Stabilisierung und zivile Entwicklung ausgerichtetes Vorgehen von Anfang an unterstützt. Und es gibt Erfolge: das afghanisch Volk hat eine Regierung frei gewählt, etwa sieben Millionen junge Menschen besuchen Schulen und Unis, Straßen und Infrastruktur werden langsam aufgebaut“.

Ja! und deshalb wünschen wir unseren afghanischen Gästen eine gute Heimreise und viel Erfolg in der Schule und an der UNI. Aber vielleicht hätt der Herwegh gar nicht nach Afghanistan müssen. Der Fritz hätte ihm vielleicht erzählt, dass ihm Recherchen zum Einsatz von Drohnen in der Verantwortung von AFRICOM bekannt seien, ob die stimmen, könne er zwar nicht sagen, aber er, der Georg, könne ja mal in die USA fliegen und dort die Möglichkeit des ferngesteuerten Schießens erkunden. Das ist ja auch viel sauberer, keine Blutspritzer auf der Uniform und so. Übrigens, aus gut unterrichteten Kreisen ist durchgesickert, dass Fritz Kuhn, ganz im Geheimen,aber brutalstmöglich, die Sache mit AFRICOM und den Drohnen aufklären will. Dazu empfing er den Kommandeur des EUCOM General Breedlove am 24.4.2014 im Rathaus und ließ ihn mit dem Satz „Thank you for your great partnership“ ins Goldene Buch der Landeshauptstadt eintragen. Wenn Herwegh heute noch lebte, wäre er ja praktisch Kollege von Breedlove gewesen. Der EUCOM-Chef, der unter anderem im Kriegsfall die Atombomben in Büchel und Incirlik befehligt, wäre gegen solch peinliche Pannen wie sie Herwegh passierten, gut gewappnet.

Jaja, es gibt schon viele Gemeinsamkeiten zwischen Kuhn und Herwegh. Fritz Kuhn hat  ja praktisch auch deutsche Legionen in Marsch gesetzt, selbst mitmarschiert ist er allerdings nicht. Er hat das ganz bequem und ungefährlich aus seinem Bundestagssessel gemacht, in dem er dafür stimmte bis zu 400 Soldaten sowie Patriot-Flugabwehrraketen an die syrische Grenze in die Türkei zu verlegen. Des Weiteren hat er gestimmt: für den AWACS-Einsatz in Afghanistan, 2 x für die Verlängerung des Kosovo-Einsatzes, für den Kampf gegen Piraten, 2 x für den Bundeswehreinsatz in Darfur, einmal im Kongo, 2 x für die Verlängerung des Libanoneinsatzes, mehrmals für die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes. Es täte mir leid, wenn ich eine weitere Heldentaten übersehen hätte.

Deine Vision von Herwegh mit den „renitenten Bürgerinnen auf dem Monte Scherbelino“ der Geschichte, die hat was. Da lauschen die doch ganz andächtig und still der „launigen Ansprache“ Fritz Kuhns zu Herweghs Geburtstagsfeier. Keine Buh-Rufe, kein „Oben-Bleiben“-Rufe, nein, nichts, rein gar nichts. Es wächst zusammen was zusammengehört. Der Fritz Kuhn ist ja auch ein ganz kritischer Begleiter, da braucht man keine Bürgerbegehren, deshalb stimmte er mit den Befürwortern von Stuttgart 21 gegen zwei dieser, langsam zur Plage werdenden, Bürgerbegehren. Irgendwie hab ich das Gefühl hier stimmt etwas nicht. Vielleicht hätte der Herwegh diesen „renitenten Bürgerinnen“ in den A…. getreten und sie wieder aufgeweckt und sie hätten zusammen den Ratssaal geräumt. Natürlich nach 3maliger Ankündigung; so verlangt es das
Versammlungsgesetz. Die Rathausbesetzung damals, du weißt noch, die wäre bestimmt im Sinne Herweghs gewesen.

Nix für ungut und oben bleiben“

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Ach, Georg! – Eine Lobpreisung

https://i1.wp.com/www.georgherwegh-edition.de/data/kundendaten/54317/150451_3_1843.jpg

Am 24.Mai hatten die Anstifter zu einer Geburtstagsfeier von Georg Herwegh ins Rathaus eingeladen. „Der Stuttgarter (so schreibt Peter Grohmann im Vorwort zu seiner Festschrift), dem wir mit diesem Buch Reverenz erweisen, war Revolutionär, radikaler Demokrat und Europäer. Georg Herwegh war einer der wichtigsten Vertreter des Vormärz und neben Heinrich Heine und Ferdinand Freiligrath einer der populärsten deutschsprachigen Dichter seiner Zeit…“ .  Ein ausführlicher Bericht auf der Anstifter-Seite von Hermann Zoller: https://www.die-anstifter.de/2017/05/georg-herwegh-zum-200-geburtstag/#more-32800. Hier mein Kurz-Bericht:

Die Einladung

Der große Saal im Rathaus war mehr als gut besucht – kein Stuhl war leer. Die später kommenden Besucher mussten sich an den Seitenstufen platzieren. Ja, und das alles wegen Georg Herwegh. Dafür, dass er damals ein weit über die Grenzen Württembergs berühmter Literat, Dichter, Freiheitskämpfer und dazu noch Stuttgarter war, ist er eigentlich heute nicht mehr so sehr bekannt. Zumindest hatte ich diesen Eindruck, als ich Freunde und Bekannte zu der Veranstaltung der Anstifter am 24. Mai einlud. Und der Chor Avanti Comuna Kanti, bei dem auch ich und  einige SeniorInnen gegen S21 mitsingen, war eingeladen worden, sich am Programm mit einigen Liedern zu beteiligen.

Eingebettet im üblichen Rahmen – aber mit highlights

Der Programmablauf sprengte nicht gerade den herkömmlichen Rahmen und war deshalb so im Ablauf gestaltet, wie es bei ähnlichen und besonders auch offiziellen Veranstaltungen dieser Art halt üblich ist.  Das heißt also: Begrüßung – Festansprache mit Lebenslauf des zu Ehrenden – Lieder und Texte – Verabschiedung der Zuhörer und Danksagung mit anschließendem Umtrunk und geselligem Beisammensein.

Aber es war einfach hervorragend, wie Barbara Stoll und Timo Brunke einem die Texte und Gedichte von Georg Herwegh nahebrachten. Eine tolle Leistung, auch vom Chor Avanti Comuna Kanti, der unter anderem das Bundeslied „Bet‘ und arbeit‘ “ vortrug. Ein Lied mit der alleits bekannten Verszeile „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“, dessen Inhalt auch heute noch relevant ist.

Oho! OB Kuhn spricht vom Revolutionär Herwegh

OB Kuhn hielt die Festansprache. Und als ich ihm so zuhörte, wie geradezu begeistert (!) er über den Revolutionär und Freiheitskämpfer Herwegh sprach, konnte ich kaum glauben, dass dies  d e r  Kuhn war, der als OB in Stuttgart das Sagen hat. So engagiert hatte ich ihn noch nie reden gehört,  seitdem er Oberbürgermeister von Stuttgart wurde. Und noch nie war es so klar für mich, wie doch das Reden und das Handeln danach zwei verschiedene Dinge sein können.

Ich will ein guter Bürger werden …“

Ja, Herwegh musste als sogenannter „Fahnenflüchtiger“ aus seinem Land fliehen. Auch Schiller musste flüchten.  So also ging Württembergs Obrigkeit mit ihren aufmüpfigen Untertanen um! Ein schaler Nachgeschmack bleibt.  Aufmüpfige Stuttgarter? Honi soit qui mal y pense…  Und hier noch einige Zeilen aus Herwegs Gedicht über Spießertum und Anpassung:

„… Gewiss, man tobt sich einmal aus –
es wär ja um die Jugend schade –
Doch, führt man erst sein eigen Haus,
so werden Fünfe plötzlich grade.
In welcher Mühle man uns mahlt,
das macht uns nimmer viel Beschwerden.
Der ist mein Herr, der mich bezahlt -,
ich will ein guter Bürger werden …

Georg Herwegh - Muehlberg_05_oalteburschenherrlichkeit

Der „gute Bürger“, seiner wilden Zeit gedenkend!

 

Noch mehr Bilder und Berichte über Georg Herwegh, u.a. von Karl Marx, mit dem er befreundet war: http://ciml.250x.com/archive/literature/german/herwegh/georg_herwegh.html

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Ernest verurteilt!

Mit Spannung versammelten sich zahlreiche Zuhörer heute morgen im Saal 103 beim Amtsgericht, um bei der Verhandlung gegen Ernest wegen „falscher Verdächtigung“ dabei zu sein. Über 3 Stunden dauerte diese Verhandlung, die dann überraschend negativ zu Ende ging: Ernest wurde mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 10 Euro „verdonnert“.  Für uns alle kam das dann doch sehr überraschend, da wir eigentlich fest davon überzeugt waren, dass Ernest freigesprochen oder die Anklage fallen gelassen bzw. das Verfahren eingestellt würde.  Pappendeckel! Näheres von der Verhandlung folgt noch, sobald ich mein  Steno entziffert habe.

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Nach zwei Tagen Erzwingungshaft: Unser Ernest ist wieder frei!

Ernest wurde gestern gegen 13 Uhr aus der Erzwingungshaft entlassen. Um 13.20 Uhr war es soweit: Die Tür öffnete sich und Ernest trat heraus. Dafür, dass er wieder in Hungerstreik getreten war, sah er aber noch recht gut aus. Ernest ist halt schon hart im Nehmen! Aber er lässt auch nicht locker! Jedenfalls haben wir uns alle umarmt und uns sehr gefreut, ihn wieder bei uns zu haben. Ernestine hatte noch einen Begrüssungstrunk mitgebracht, das war dann das absolute Abholungs-Highlight!

Morgen geht der Stress allerdings weiter: Denn Ernest hatte ja den LKW-Fahrer angezeigt, der ihn grob vor dem LKW wegzerren wollte und ihn dabei verletzt hatte. Die Anzeige wurde niedergeschlagen. Statt dessen wurde Ernest selbst angezeigt wegen „falscher Verdächtigung“. So gehts einem! Die Verhandlung ist morgen um 9 Uhr vor dem Amtsgericht. Man/frau darf gespannt sein aber auch wütend! Ernest freut sich sicher  s e h r  über ein solidarisches „Beisammensein“!

Schnell noch ein Selfie vor der JVA, aber dann nix wie weg!