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Tierwohl ad absurdum – oder: wonderland by night (!)

Tierwohl – ad absurdum!
Abgesehen davon, dass ich das Einsperren von Tieren, wie zum Beispiel in der Wilhelma, grundsätzlich für falsch halte, meine ich, dass wenn schon eine solche Einrichtung besteht, diese Einrichtung auch die Verantwortung für die Tiere, die in dieser Umgebung leben müssen, übernimmt und das Tierwohl jederzeit über den Profit gestellt wird. Anscheinend ist das aber nicht der Fall, sondern Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin ist auch noch der Meinung, dass ja   n u r   die Pinguine und Seehunde vom „event“ CHRISTMAS GARDEN betroffen seien und die „hätten nix dagegen, wenn was los ist“ (!).

Wenn ich den Artikel in der STZ von Uwe Bogen lese, wird mir richtig schlecht. Kritikloser geht es wohl nicht mehr! Dass Tierschützer, die sich zu dieser Angelegenheit kritisch äußern, in der 1/2-seitigen mit Fotos bestückten print-Ausgabe vom 20.11. gerade mal in 6 einspaltigen Zeilen erwähnt werden, spricht für sich und die Haltung von Herrn Bogen. Ich finde es einfach beschämend. Ich lese also fast nur was über Gejubel, Beglückung und Verzauberung der dazu eingeladenen „Promis“ und ich frage mich allen Ernest: Was sind das für Leute, die so etwas gutheißen (StadträtInnen inbegriffen). Muss man/frau denn jedem „event“ hinterherrennen?

Aber meine Hauptkritik gilt natürlich den Veranstaltern und hauptsächlich Herrn Kölpin, der anscheinend noch nie was von Reizüberflutung gehört hat und auch von der Notwendigkeit wenigstens einer Nachtruhe – auch für Tiere! Was für ein Zoo-Direktor!!!  Statt der „Wows“ und „Oohs“ an dieser Stelle: viele „Pfuis“!!!

Viele „Wows“ und „Oohs“ zur Eröffnung des Christmas Garden
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rundgang-der-stuttgarter-stadtpromis-viele-wows-und-oohs-zur-eroeffnung-des-christmas-garden.658b728b-50fa-4c12-ab95-20617937312a.html

Und was das alles mit Stuttgart 21 zu tun hat? Oberflächlich gesehen, wohl nicht viel. Aber beim genauen Hinschauen wird einem klar, wie Verantwortung für das Wohlergehen von Menschen, Tieren und dem Schutz von Lebewesen allgemein überhaupt wahrgenommen und Macht im negativen Sinn ausgeübt wird.

Zur weiteren Information:

https://www.peta.de/Zooirrtuemer#.VzrtLeSt8aE

 

 

 

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Prozessbericht über die Suche nach der Wahrheit – oder Ernestine R. „im Widerstand gegen Stuttgart21 aufs engste verbunden …“

Wahrheit ist – in der Justiz – das Gegenteil  von Lüge. Der Schriftsteller Erich Mühsam begann seinen Aufsatz „Justiz“ , in dem er sich im Jahr 1911 mit dem  Problem der Wahrheit beschäftigte, mit den  Worten: „Und Adam aß von dem Apfel, und seitdem wissen die Menschen, was gut und böse ist. Auf daß diese Kenntnis nicht wieder in Vergessenheit gerate, gab Gott ihnen die zehn Gebote, die von zwei steinernen Gesetzestafeln abzulesen waren.“

Paragraf 153 im Strafgesetzbuch

Wir befinden uns inzwischen im Jahr  2018, das deutsche Strafgesetzbuch umfasst 358 Paragrafen, die besagen, was der Mensch möglichst nicht tun sollte. Um einen davon – nämlich den § 153 – soll es im Folgenden gehen. Der Paragraf 153 des Strafgesetzbuches regelt die „Falsche uneidliche Aussage“ und lautet: „Wer vor Gericht oder einer anderen zur eidlichen Vernehmung von Zeugen oder Sachverständigen zuständigen Stelle als Zeuge oder Sachverständiger uneidlich falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Dem folgenden Bericht muss  nun vorangestellt werden, dass wir es bei Prozessen im Rahmen von S21/K21 – und wir hatten in den letzten acht Jahren eine Menge davon – meistens um einen überschaubaren Themenbereich ging, der sich durch die Ausübung des Zivilen Ungehorsams und Widerstands gegen Stuttgart21 ergab. Beispiele waren Nötigung, Verstöße gegen das Versammlungsrecht, Hausfriedensbruch und Nichtbefolgung von polizeilichen Anweisungen.

Der Prozess am Montag, 12. November 2018, um eine angebliche Falschaussage war für die Zuschauer Neuland und eine Herausforderung, der Prozessstrategie auf Seiten des Gerichts sowie der Verteidigung zu folgen. Dieser Bericht wurde also „nach bestem Wissen und Gewissen“ geschrieben, als Zeugenbericht einer Verhandlung am Amtsgericht.

Die Anklage und ihre Begründung

Eine uneidliche Falschaussage soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die heute 87-jährige Ernestine R. im Mai 2017 gemacht haben, als sie am Amtsgericht in dem Prozess eines K21-Aktivisten als Zeugin aussagte. Sie hatte berichtet, was sie bei einer Aktion des zivilen Ungehorsams –  „Frühstück am Bauzaun“  –  gesehen und erlebt hatte, gemäß ihrer persönlichen Wahrnehmung. Woraufhin sie einen Strafbefehl wegen vorsätzlicher Falschaussage von 3000 Euro erhielt. Sie legte Einspruch ein, so dass es am 12. November 2018 am Amtsgericht Stuttgart zu einer Verhandlung kam.

Worum ging es, was war die angeblich falsche Aussage? In der Urteilsbegründung vom Mai 2017 ist zu lesen: „Zeugin Ernestine R. … hat nach Überzeugung des Gerichts falsch ausgesagt, als sie angab, dass nicht nur der Angeklagte, sondern auch sie selbst vom LKW getroffen worden und sie schließlich aus Angst zur Seite gegangen sei. Die Zeugin führte konkret aus, dass der Laster sie selbst nur berührt habe, während der Angeklagte von diesem geschoben worden sei …“.

Das Gericht zog also Ernestines Aussage in Zweifel. Grundlage für diese richterliche Behauptung war, dass die Zeugin erstmals in der Hauptverhandlung diese Aussage gemacht habe, aber nicht vor Ort beim Polizisten. Außerdem „… zeigte die Zeugin R. starke Belastungstendenzen gegenüber dem Zeugen F. und starke Entlastungstendenzen gegenüber dem Angeklagten, dem sie – wie sie wiederholt ausführte und dem Gericht aus vergangenen Verfahren bereits bekannt war – , im Widerstand gegen das Projekt Stuttgart 21 aufs engste verbunden ist.“  

Die Suche nach der Wahrheit

Um die Behauptung der Falschaussage aufrecht zu halten, müsste das Gericht beweisen, dass die Angeklagte von dem LKW gar nicht berührt und der damalige Angeklagte auch nicht geschoben worden war.  Aber das allein hätte für eine Verurteilung nicht ausgereicht, denn eine Falschaussage ist nur bei direktem oder bedingtem Vorsatz strafbar. Das heißt also, dass ihr eine bewusste Lüge nachgewiesen werden müsste.

Zunächst ging es über weite Strecken bei der Vernehmung von Ernestine R. und vier Zeugen darum, wer was wann wo und wie genau bei der Blockade gesehen hatte, ob gestanden, gehockt, gesessen, gerutscht, gezerrt oder gestoßen wurde und in welcher Abfolge. Die Angeklagte schilderte ihre Beobachtungen detailliert, wie sie den Vorfall im Jahr 2015 erlebt und dann im Jahr 2017 dem Gericht als Zeugin dargestellt hatte, „mit bestem Wissen und Gewissen“. In ihrer Wahrnehmung hatte sich das Gerangel am LKW tatsächlich so zugetragen. Zudem gab es eine bemerkenswerte, von Ernestine R. angefertigte Skizze, auf der sie die Situation vor dem LKW eingezeichnet und zudem mit erklärenden Sätzen aufgeschrieben hatte. Diese Skizze übergab sie dem Richter zur Ansicht, wobei  festzustellen war, dass der Richter sich die Skizze nicht erläutern ließ und nur beiläufig anschaute. Der Eindruck entstand, dass die Beschreibung nicht ernst genommen wurde.

Mit klarer, lauter Stimme betonte die Angeklagte: „Herr Richter, ich würde meine Aussage immer und immer wiederholen! Hundertmal, tausendmal!“ Dem Gericht hätte da bewusst werden müssen, dass Ernestine R. gar nicht anders aussagen konnte, als „falsch“. Denn würde Ernestine R. nun „richtig“ im Sinne der Staatsanwaltschaft aussagen, so wäre dies ihrer Wahrnehmung nach falsch. weiterlesen »

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Ernestine wegen uneidlicher Falschaussage verurteilt!

Bildergebnis für ungerechtigkeit

Das haben im vollbesetzten Saal des Amtsgerichts Stuttgart am 12. November bestimmt nicht wenige Anwesende gedacht, als sie das Urteil des Richters in Sachen Ernestine R. vernahmen. Und nicht wenige verliehen ihrem Unmut laut Ausdruck und verließen schon vor der Urteilsbegründung den Gerichtssaal. Bis zuletzt hatte man noch auf einen klaren Freispruch gehofft, denn zu viele Ungereimtheiten in der Beweisaufnahme konnten nicht geklärt werden. Auch aufgrund fehlender  Zeugen von Seiten der Staatsanwaltschaft, Ablehnung von weiteren Zeugenbefragungen auf Antrag des Verteidigers, gravierender Fehler in der Urteilsbegründung des Urteils gegen Ernest P., aufgrund derer sich die Anklage gegen Ernestine bezog, stellten die Anklagepunkte gegen Ernestine auf unsichere Füße – hätte man glauben können oder hoffte man zumindest, denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Aber Ernestines Aussagen und Beteuerungen wurden nicht geglaubt, nein, der Richter blieb beim Schuldspruch  und Ernestine wurde sogar noch zu einer noch höheren Geldstrafe „verdonnert“, als im ursprünglichen Urteil.  Damit ist sie vorbestraft. Ein Skandal, meine ich!

Eine ausführliche Schilderung über Verlauf der Verhandlung und des Urteils folgt  noch.  Außerdem überlegt Ernestine, ob sie in Berufung gehen wird.

Neues, 21. Oktober 2018: Ernestine will in Berufung gehen!

 

 

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A bissle luschtige AFD-Kritik … ?

… und a knitze CDU-Werbung?  Bildergebnis für torte im Gesicht Darauf gibt es eigentlich nur eine Antwort – siehe oben!

Und warum: War der bekennende Weinverkoster  und Kolumnist der Stuttgarter Zeitung vom 10. November, Holger Gayer,  betrunken,  als er diese unsägliche Kolumne schrieb?  Doch man lese selbst und staune (oder auch nicht), falls man/frau dieses Blatt zur Hand hat (hier nur ein Ausschnitt):

 

In dieser Kolumne versucht sich nämlich der Kolumnist Holger Gayer an einer klitzekleinen Kritik an einem neuen AfD-Frauen-Arbeitskreis namens „Frida“ und stellt dagegen die Stuttgarter Frauen-Union (insbesondere in ihrem Votum für „AKK“ – Annegret Kamp-Karrenbauer) in ihrer Arbeit als besonders gelungen dar. Ob er mit diesem Vergleich  seiner CDU einen Gefallen getan hat? Ich glaube nicht. Eher hat er die Stuttgarter Zeitungen damit wieder in eine Ecke gestellt, von der wir ja längst ahnen oder befürchten, dass sie „rechtsaffin“ sind.  Aber muss es gleich wieder so doof-krass sein? Das ärgert.  Das ärgert sehr!

Also um was geht es in dieser Kolumne? Holger Gayer macht sich mit leichter Schreiber-Hand lustig über einen neu gegründeten Arbeitskreis „Frauen in der AfD“. Dieser Arbeitskreis sei zwar in allen Bereichen von Frauen besetzt, stünde aber unter der Schirmherrschaft einer Frau und einem – Mann.    Dies findet Holger Gayer so komisch, weil dieser besagte Mann in Personalunion mit einigen Funktionen in der Partei wäre bzw. gewesen sei,  wie zum Beispiel: ein Mann, Frauenversteher, frisch abgewählter Chef der Landesgruppe BW sowie verkehrspolitischer Sprecher der AfD.  Allein schon die Tatsache, dass dieser Arbeitskreis  einen Schirm bräuchte und dazu noch einen männlichen Schirmherrn, erregt seine Heiterkeit auf das Schärfste. Aber es geht weiter:  Schmunzelnd und mit gebotener Lustigkeit stellt er dann allen Ernstes dem „Frauenarbeitskreis der AfD“ mit seinem männlichen Schirmherrn die Stuttgarter Frauenunion (CDU) gegenüber, die sich erdreiste (Hi, hi!), sogar eine eigene öffentliche Meinung zu äußern und sich heroisch traue, sich für Annegret Kramp-Karrenbauer einzusetzen (Ho, ho!).  Das schreibt Holger Gayer lustig und anscheinend frisch von der Leber weg (?) – denn die Leser*innen sollen ja mitschmunzeln!   Und er merkt nicht einmal (oder doch, oder mit voller Absicht?), dass er mit seinem Vergleich ganz eindeutig der CDU  den Vorzug gäbe, die es (wieder einmal?) richtig gemacht habe und damit auch (so kommt es zumindest rüber)  eine echte Alternative zur AfD biete.  Dass er, indem er in seiner Kolumne solche „Kuriositätennummern“ aus dem Programm einer rechten Ecke herauspickt und  die AfD  dadurch zu einem vergleichbaren politischen Partner heraufhievt, scheint ihn nicht zu kümmern.

Ich meine, dass sich schon per se ein solcher Vergleich verbietet. Aber andererseits: Wen wundert das noch? Holger Gayer findet das anscheinend ganz o.k. – und vor allem witzig!

 

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Wie Ernest und Ernestine auszogen, um das Gruseln im Kampf gegen Stuttgart 21 zu erlernen. Eine wahre Geschichte

Bildergebnis für superman und catwoman zusammen im Kampf als comic

Ernest P. Ist in der Bewegung gegen Stuttgart 21 inzwischen bekannt als einer, der konsequent für sein Recht auf Informations- und Versammlungsfreiheit einsteht und dafür sogar ins Gefängnis geht. Dadurch ist er schon fast so was wie ein „Held“ in der Bewegung geworden. Er wird von nicht wenigen wegen seiner Standhaftigkeit und seinem Widerstand bewundert. Andere meinen wiederum, dass es letzten Endes ein Kampf gegen Windmühlen sei.

Die Gerichtsverfahren am 12. und am 29. November, von denen hier die Rede ist, sind deshalb zwar bei weitem nicht die einzigen, stehen aber exemplarisch für Gerichtsurteile, die im Namen des Volkes in Sachen Stuttgart 21 ausgesprochen werden und auch dafür, wie Strafbefehle für Zeugenaussagen geahndet werden können. Man lese und staune:

Im Dezember 2015 kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Ernest P. und einem LKW-Fahrer. Obwohl eine andere Zufahrt zur Baustelle frei gewesen wäre, wollte der Fahrer die Einfahrt am Nordausgang des Bahnhofs erzwingen. Er fuhr mit seinem LKW langsam in Richtung Einfahrt und schob dabei Ernest P. etwa einen Meter, bis andere Kundgebungsteilnehmer den Fahrer zum Stoppen bringen konnten. Der LKW-Fahrer stieg dann aus dem Wagen und versuchte Ernest P. aus dem Weg zu zerren. Dabei und auch währen der Vorschiebens mit dem LKW fügte er ihm Schmerzen an der Schulter zu. So berichtet es Ernest P.

Ernestine R., ebenfalls Mitglied der Gruppe der SeniorInnen gegen S21, die am Frühstück am Bauzaun teilgenommen hatte, war während des gesamten Vorgangs dabei. Allerdings ist sie dann, nachdem sie vom LKW berührt wurde, aus Angst zur Seite gegangen, während Ernest P. stehen blieb und vom LKW weiter geschoben wurde. Letztendlich räumte die Polizei die Einfahrt. Ernest P. hatte seinerzeit gleich nach Eintreffen der Polizei Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Seine Anzeige gegen den LKW-Fahrer wurde allerdings eingestellt, im Gegenzug wurde ihm von der Staatsanwaltschaft „falsche Verdächtigung“ des LKW-Fahrers vorgeworfen.

Bei der Verhandlung am 23.5.2017 bestritt der Fahrer, dass er Ernest P. mit dem LKW weiter angeschoben und er ihn dann später lediglich „zärtlich“ angefasst habe, um ihn von seinem LKW wegzubekommen. Ernestine, die als Zeugin geladen war und Ernests Aussagen bestätigte und zudem angab, ebenfalls vom LKW berührt worden zu sein, aber aus Angst dann doch zur Seite ging, wurde nicht geglaubt und Ernest P. wurde in dieser Gerichtsverhandlung zu einer Geldstrafe von ca. 500 Euro wegen „falscher Verdächtigung“ verurteilt. In der Begründung hieß es u.a., dass das Gericht davon überzeugt war, dass Ernestine falsch ausgesagt hätte. Sie hätte erst in der Hauptverhandlung ausgesagt, dass auch sie vomn LKW berührt wurde und weder Ernest noch sie dies bei dem aufnehmenden POK angegeben hätten. Überdies „zeige die Zeugin R. deutliche Belastungstendenzen gegenüber dem Zeugen F. Wie auch starke Entlastungstendenzen gegenüber dem Angeklagten (Ernest), dem sie wie sie wiederholt ausführte und dem Gericht aus vorangegangenen Verfahren bereits bekannt war, im Widerstand gegen das Projekt Stuttgart 21 aufs engste verbunden ist…“ (!)

Ernest P. hat gegen dieses Urteil Einspruch erhoben. Aufgrund seines Einspruches wurde ein neuer Verhandlungstermin angesetzt, der nunmehr auf Donnerstag, 29.11.18, um 11 Uhr am Landesgericht stattfinden wird.

Ernestine aber verstand die Welt nicht mehr, als sie vor mehreren Monaten einen Strafbefehl über 3000 Euro wegen „uneidlicher Falschaussage“ erhielt. Hatte sie doch, wie sie auch den SeniorInnen gegen Stuttgart 21, schon damals berichtete, nur erzählt, was damals passiert sei und nun die Quittung dafür erhalten.

3000 Euro sind für die Rentnerin Ernestine nun wirklich kein Pappenstiel und zudem sieht sie schon gar nicht ein, dass sie für ihre Aussage auch noch bestraft werden soll. Obwohl schon im gesetzten Alter von 87 Jahren, will sie keinesfalls mit ihrem Alter „kokettieren“ sondern es geht ihr hier nur um Recht und Unrecht. Während die Gruppe der SeniorInnen gegen S21  bei denen Ernestine und Ernest immer dabei sind), mehrheitlich der Meinung ist, dass schon mit dem Gerichtsverfahren gegen Ernest wegen „falscher Verdächtigung“ ihm gezeigt werden soll, wer hier die Macht hat und ihm seine Grenzen aufgezeigt werden sollen, finden sie es unerträglich, wie hier mit unglaublicher Härte gegen die Aussage von Ernestine vorgegangen wird und ihr noch nachträglich ein Strafverfahren wegen „uneidlicher Falschaussage“ angehängt wird. Sie glauben, dass auch ihr gezeigt werden soll, „wo der Bartel den Moscht holt“. Unglaublich!

Und unglaublich auch deshalb, weil noch nicht einmal Ernests Strafverfahren wegen „falscher Verdächtigung“ endgültig geklärt ist! Also Ernestine schon v o r h e r wegen ihrer Aussage zu Ernests Strafverfahren vor Gericht steht! Da versteht man wirklich nur noch Bahnhof … (!)

Die Verhandlung gegen Ernestine R. findet am kommenden Montag, den 12. November, um 9 Uhr (1. Stock) vor dem Amtsgericht Stuttgart, Hauffstraße 105, statt. Sie freut sich sicher über solidarischen (Anwesenheits-)Beistand. Und natürlich freut sich auch Ernest P. bei seiner Verhandlung am 29. November darüber. Zeigen wir Ernestine und Ernest und allen anderen auch, wie solidarisch die Bewegung gegen Stuttgart21 ist, vor allem aber die SeniorInnen gegen Stuttgart21.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Hambacher Wald bleibt! – oder wie ich mithalf, Hambi zu retten

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„Stuggidaggi“ war auch dabei, als es darum ging, den Hambacher Forst zu retten oder zumindest zu zeigen, auf wessen Seite man/frau steht. Hinter dem Pseudonym Stuggidaggi „versteckt“ sich niemand anderes als Dagmar von den SeniorInnen gegen Stuttgart 21. Nachstehend ihr Bericht mit Fotos  von der Demo am Samstag, 6. Oktober:

Liebe Ingrid,
erst heute komme ich dazu, über „Hambi“ zu berichten:
Am Freitag, den 5.Oktober, kam ich dort an ging vom Bahnhof Buir erst in
Richtung „Mahnwache“ und verständigte mich mit unserer Stuttgarter
Mitkämpferin Monika, die ihr Zelt im Waldcamp hatte. Dorthin wurde ich
per Auto gebracht, und die Nacht verbrachte ich dann bei ihr im Zelt. Es
war ein riesiges, gut organisiertes Camp mit sehr vielen jungen
engagierten Menschen! Ganze Familien mit begeisterten Kindern kamen da
zusammen – es war ein großes Friedensfest!
Am Vormittag des Samstag (6.Oktober) gab es ein Meeting über die weiteren Aktivitäten; das Hauptziel war, aus der Kundgebung heraus in den Wald zu ziehen und dort
zu verweilen! Monika und ich waren dann über 1 Stunde unterwegs vom Camp
zum Kundgebungsort – und es strömten immer mehr Menschen dorthin, es
nahm kein Ende! Unterwegs trafen wir eine rheinisch singende Gruppe
(Video) – sozusagen die Hambisingers“!
Auch ich habe den Wald genießen können – es war unbeschreiblich schön!
„OBEN BLEIBEN – HAMBI BLEIBT“!!!

 Stuggidaggi „

Vielen Dank, Dagmar, für deinen authentischen Bericht. So haben viele von den Leser*innen einen Eindruck bekommen, wie viele „wir“ sind und du hast ja auch berichtet, dass viele Stuttgarter dabei waren, insbesondere Stuttgart-Oben-Bleiber*innen. Auch Ernestine von den SeniorInnen war dabei. Sie fuhr mit einem der Busse von Stuttgart aus. Da die Busse schon früher gestoppt wurden, mussten die Teilnehmer*innen jeweils ca. 5 km weit bis zum Hambacher Forst laufen. Ernestine meinte, dass das schon etwas viel war. Aber sie hat es trotzdem gut geschafft!
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Der Hambacher Forst wird weiter zerstört!

 

Die Gruppe der  SeniorInnen gegen Stuttgart21/für einen Kopfbahnhof21 solidarisiert sich mit den AktivistInnen im Hambacher Forst und protestiert gegen die weitere Zerstörung des Hambacher Forsts. Für alle Umweltschützer ein schwerer Schlag: Der Hambacher Forst wird seit heute morgen geräumt und damit die Bedingungen geschaffen, alsbald mit der weiteren Zerstörung des Hambacher Forsts zu beginnen.

Das Waldgebiet zwischen Köln und Aachen ist ein Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle und den Tagebau im Hambacher Forst geworden. Nachdem die für den Bergbau in Nordrhein-Westfalen zuständige Bezirksregierung Arnsberg den Hauptbetriebsplan 2018 bis 2020 genehmigt und eine Klage abgewiesen hat, macht nun die RWE Ernst mit der angekündigten Rodung – unter tatkräftigen Hilfe und Mitarbeit der Polizei: Die verbliebenen 200 Hektar Wald sollen nun auf weniger als 100 Hektar abgeholzt werden! Zwar ist dies aus Gründen des Naturschutzes erst ab 1. Oktober möglich, jedoch die Räumung dieses Gebiets hat schon heute morgen begonnen: Sitzblockaden von AktivistInnen wurden aufgelöst und die AktivistInnen weggetragen, errichtete Barrikaden aus Holzstämmen weggeräumt sowie erste Plattformen abgebaut.

Elsbeth Sureau vom Arbeitskreis „Stuttgart 21 ist überall!“ sagt dazu Folgendes:
„Ich bin empört über die Räumung der Waldbesetzer im Hambacher Forst. Und ich unterstütze die Aktion und die Ziele der vor Ort aktiven Menschen. Sofortiger Stopp der Räumung des Hambacher Forsts!

Die Braunkohle-Lobby setzt sich weiterhin durch, entgegen aller regierungsoffiziellen Schönrednerei. Nicht der Einsatz für die Menschen und eine lebenswerte Umwelt, sondern der Profit bestimmt die Politik, dafür werden Klima- und Umweltziele immer weiter hinausgeschoben. Der Umgang mit den dort wohnenden und arbeitenden Menschen, mit unserer Erde, unseren Äckern und Wäldern, dem Wasser, unserem Klima und unserer Atemluft trifft nun auch uns in Deutschland immer härter. Was sind das für Politiker, die diese Räumung durchsetzen!“

Elsbeth Sureau fordert in ihrer Erklärung die sofortige Beendigung des zerstörerischen Braunkohletagebaus zugunsten von weniger schädlicher Energiegewinnung und Energiesparpolitik. Dem kann man sich nur anschließen und auf den Widerstand der Menschen hoffen. Auch die AnStiftern fordern ein  Ende dieser Zerstörung und dem Raubbau an der Natur und für mehr globale Klimagerechtigkeit sowie Umweltschutz.  Der Polizeieinsatz im Hambacher Forst geht unterdessen aber immer weiter …