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Fakes and news – Der 11. Jahrestag des „Schwarzen Donnerstags“ und wie er hätte sein können …

Traum und Wirklichkeit – Ein Bericht vom 11. Jahrestag des „Schwarzen Donnerstags“

Ja, gibt’s denn das noch?

Eine Menschenmenge strömt nach der Veranstaltung vor dem Stuttgarter Bahnhof zum 11. Jahrestag des „ Schwarzen Donnerstags“ in den Eingang des noch vorhandenen Hauptbahnhofs. Aufmüpfige DemoteilnehmerInnen drängen sich über die Treppe, der Bretterwand des künstlichen Hohlwegs entlang zum verstümmelten Querbahnsteig. Dort skandiert die aufgebrachte Menschenmenge laut und leidenschaftlich ihre wohlbekannten Rufe , wie „Wessen Bahnhof – Unser Bahnhof“ und „Wessen Park – Unser Park“ und schiebt sich dann mit ihren zahlreichen Bannern und Plakaten weiter zum Nordausgang zur Heilbronnerstraße in Richtung zum neuen Kommerz-Viertel,wo einfallslose Klötze aus Stahl, Glas und Beton hochragen und wuchtig drohend die Abschaffung der Natur verkünden. Das Ziel der empörten Menschenmassen ist aber nicht das Milaneo, sondern der Stockholmer Platz. Genau hierher wollen sie, zum Platz der Ödnis und des kulturellen Missbrauchs. Hier, wo das Mahnmal des Schwäbischen Lakoons weithin sichtbar seinen Platz gefunden hat und wo jeder Besucher des Konsumtempels Milaneo die Ärsche derer sehen kann, die dieses Verbrechen zu verantworten haben. Laut dröhnen Trommeln als man den Platz erreicht. „Wir vergessen nicht“ ruft jemand über den Platz hinweg. Andere nehmen den Ruf auf und die Menschenmenge wird zu einer einzigen gewaltigen Stimme . „Wir vergessen nicht! Wir vergessen nicht!“ hallt es über den Platz. Nein, das Unrecht bleibt unvergessen: Die Polizeigewalt. Die Wasserwerfer. Die vielen Verletzten BürgerInnen dieser Stadt… Ein Pfeiffkonzert verstärkt die Trommler, die Rufe werden zu einem wütenden und empörten Aufschrei und verschmelzen dann zu einer Kakophonie, die weithin zu hören ist, Irgendwann wird es stiller. Dann fängt eine Gruppe an zu singen: „Wehrt euch, leistet Widerstand …“. Andere fallen mit ein. Bis die Menschenmenge zu einem großen Chor vereint ist. Irgendwann löst sich dann die Menge auf. Die Menschen strömen wieder zur Innenstadt zurück. Trotzdem bleibt dieser Jahrestag unvergessen. Und das gibt Kraft zum Weitermachen. Zum Nichtaufgeben! Widerstand ist nämlich nicht sinnlos. Niemals! Egal, was sein wird!

Ups, das war nur geträumt…

Die Wirklichkeit sah leider etwas anders aus an diesem 11. Jahrestag des „Schwarzen Donnerstags“. Ein Grüppchen mit gerade 8 bis 10 TeilnehmerInnen hatte sich zusammengefunden zu einem Protestmarsch durch den Stuttgarter Hauptbahnhof. Wo man früher noch selbst gespürt hatte, wo Anwesenheit gefordert war , bedarf es heute einer persönlichen Aufforderung zum Protest oder zum zivilen Ungehorsam. „Spontanversammlungen“ wie sie vor einigen Jahren noch üblich waren und fast zum Alltag einer jeden GegnerIn gegen Stuttgart 21 gehörten, gibt es womöglich nur noch dem Hörensagen nach. Trotzdem marschierte man an diesem 11. Jahrestag tapfer durch die verunstaltete Baustelle namens Hauptbahnhof, trotzig den Banner tragend. Am Querbahnsteig skandierte man „Wessen Bahnhof ? – Unser Bahnhof! …“ und erregte, zwar in der Minderzahl, doch einiges Aufsehen bei Passanten und der Security. „Wir kommen wieder“, drohten sie dann zum Abschluss der Aktion.

Leute, es geht weiter!

Es gibt sie noch immer: Die Montags-Demo, das Aktionsbündnis, die Ingenieure22, die SeniorInnen gegen S21 und noch viel mehr Einzelne, die sich gegen das kommerzielle Großprojekt Stuttgart21 engagieren und ihrer Empörung in irgendeiner Form Ausdruck verleihen. Deshalb der Aufruf der SeniorInnen gegen Stuttgart21: Zeigt wieder eure Empörung gegen das kommerzielle Großprojekt! Nehmt euch wieder eure Zeit für die Montags-Demo und zu gemeinsamen Aktionen! Zeigt, dass weder die Hoffnung stirbt noch der Widerstand! Also, auf geht*s!!!

Über Ingrid

Mitglied und Protokollantin der Senioren und Seniorinnen gegen Stuttgart 21 und andere Ärgernisse!

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