Ein Kommentar

Keine Schockstarre bei den SeniorInnen gegen Stuttgart21!

Auch die Seniorinnen und Senioren gegen Stuttgart21 sind nicht in „Schockstarre“ geraten, sondern machen ihre regelmäßigen wöchentlichen Treffen ab sofort in Form einer Telefonkonferenz. Dort wird berichtet, wie es möglich ist, auch weiterhin gegen das unsägliche Immobilienprojekt Stuttgart21 aktiv zu sein. Ingo, Mitglied bei den SeniorInnen und Senioren gegen Stuttgart21, hat zum Beispiel einen Flyer entworfen, der nachstehend zu lesen ist und der sicherlich auch in der Telefonkonferenz diskutiert wird. Man darf gespannt sein!

 

Stuttgart 21: Wir fordern Baustopp. Jetzt!

Zum Schutz der Bauarbeiter vor Ansteckung
– wurden in Italien sämtliche Bauarbeiten
eingestellt;
– haben in Frankreich die Bau-Unternehmen die
Arbeiten auf den Baustellen stillgelegt;
– haben die österreichischen Baukonzerne PORR
und Strabag ihre Baustellen in Österreich für 3
Monate unterbrochen.
In Stuttgart buddeln sie weiter. Aber

UNSER LEBEN IST WICHTIGER ALS IHR PROFIT !

Dr. Winfried Wolf auf der Kundgebung am 23.3.20: „Bis zum Tag, an dem diese Rede aufgezeichnet wird, Sonntag dem 22. März, wird beim Monsterprojekt Stuttgart 21 weiter gearbeitet. In der jüngsten Presseerklärung von DB und Projektgesellschaft, datiert auf den 16. März, heißt es: „Das Projekt Stuttgart 21 nimmt immer mehr Gestalt an…“ Kein Wort zu Corona. Und dies, obgleich hier Hunderte Beschäftigte auf engem Raum in Tunnel und Baugruben arbeiten. Obgleich viele von diesen Mineuren und Planern in engen Container-Unterkünften zusammengepfercht wohnen. Obgleich es hunderte osteuropäische Arbeitskräfte gibt, die nach Hause wollen – weil sie dort gebraucht werden, weil sie Angst haben, angesichts der vielen Grenzschließungen und Quarantäne-Maßnahmen nicht mehr zu ihren Liebsten, nicht mehr zu ihren Familien nach Rumänien, Bulgarien, Österreich und anderswo zurückkehren zu können. Dies, obgleich Strabag und PORR – die bei S21 maßgeblich aktiven Baufirmen – österreichweit bereits alle Baustellen geschlossen haben und in Wien für drei Monate (!) Kurzarbeit beantragen mussten.“

 

Dieser Text, so meint Ingo, sollte in der Öffentlichkeit verbreitet werden! Jetzt wäre eine Offensive von uns für einen BAUSTOPP S 21 fällig. Und zwar Baustopp zum Schutz der Beschäftigen auf den Baustellen, wie das in unseren Nachbarländern schon selbstverständlich ist. Ingo sagt weiter: „Ich meine, wir sollten alle unsere guten Gründe gegen S 21 jetzt hintanstellen, unsere bewährten und bekannten Argumente, Parolen und Wahrzeichen. Und jetzt nur diesen Hammer schwingen: Es ist völlig unverantwortlich, die S 21-Bauarbeiter (und indirekt uns alle) dem Corona-Risiko durch S 21 auszusetzen! Wie an die Öffentlichkeit? Na, da haben wir doch seit 10 Jahren oder länger Erfahrung. Nur dass Corona-bedingt die Umstände halt spezifisch sind. Wir können

– Flyer verteilen (aber Abstand respektieren!)
– Flyer (mit Tesa!) umweltschonend anbringen
– Sandwichträger (einzeln!)
– Spruchbänder auf Fußgängerbrücken (einzeln präsent sein)
– Mahnwachenketten (in großen Einzel-Abständen der Kettenglieder)
– Kleber
… Was fällt Euch ein?

Es geht keinesfalls darum, die Corona-bedingten Einschränkungen der Freiheiten und Rechte herauszufordern. Das hieße eine völlig falsche Kampffront öffnen. Nein, den Aufforderungen und Anweisungen der Polizei gehorchen wir, ohne Diskussionen.“

Über Ingrid

Mitglied und Protokollantin der Senioren und Seniorinnen gegen Stuttgart 21 und andere Ärgernisse!

Ein Kommentar zu “Keine Schockstarre bei den SeniorInnen gegen Stuttgart21!

  1. Nein, den Aufforderungen und Anweisungen der Polizei gehorchen wir, ohne Diskussionen.
    NEIN – gehorchen?!? Sind ältere Verhaltensmuster aus unmenschlichen Zeiten wieder in der breiten Bevölkerung als Lebensinhalt lebenswert???
    Die Enkelgeneration braucht nicht gleich „renitente Rentner“ [1] die sie in ihre schützenden Arme nehmen, jedoch…

    Mir jedenfalls, der in STUTTGART im Mai 1954 geboren ist, kommt die Erinnerung hoch, dass Erziehung, in den Jahren meiner Kindheit, gehorchen, bis hin zum hörig sein, als festen Bestandteil enthielt – Rückerinnerung:
    Mutter „Wir können Dich auch in ein Heim für schwer Erziehbare schicken!“ Jugendämter waren in den 1950er Jahren ganz wild darauf, Kinder in Gehorsamsanstalten zu «wertvollen» Gliedern der Gesellschaft zu machen. [2]

    Hier ein Senior, der ebenfalls nicht… https://www.parkschuetzer.de/statements/207435

    [1] 31.07.2012 „Bis der Bagger kommt!“ Wie renitente Rentner sich gegen die Schließung ihres Seniorenklubs wehren https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/wahlen-parlamente/bis-der-bagger-kommt-wie-renitente-rentner-sich-gegen-die-schliessung-ihres
    Weil die Sanierung ihres Seniorentreffs für den Bezirk zu teuer ist, sollen Berliner Rentnerinnen und Rentner ausziehen. Doch die denken gar nicht dran und haben das Gebäude kurzerhand besetzt – „bis der Bagger kommt“. Sven Schwabe, Protestforscher an der Universität Düsseldorf, über Deutschlands älteste Hausbesetzer.

    [2] SWR 1 Sonntagmorgen 26.01.2020 Zehn Jahre Missbrauchsskandal https://www.swr.de/swr1/rmg-sonntagmorgen-26-01-2020-100.html Mein veröffentlichter Kommentar – Auszug:
    „Zehn Jahre…“ tatsächlich nur 10 Jahre? __ Report Mainz am 3.12.2019 Systematische Misshandlungen in Kurheimen für Kinder. 1000 Fälle ausgewertet: 60 % leiden noch heute unter Spätfolgen. … in die sie zwischen 1950 und 1990 geschickt wurden. …

    Liken

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