Ein Kommentar

Was geht und was geht nicht …? Briefe aus dem Widerstand in Zeiten von „Corona“

Auch bei den Mitsen ist das Thema „Corona“ aktuell und wichtiges Thema. Nachfolgend drei Meinungen aus  unserer Mitsen-Gruppe.

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Guten Morgen zusammen,
noch kurz einen interessanten Artikel:
Auch die Montagsdemo lassen wir uns nehmen – Gut Nacht Deutschland.
Und jetzt gleich zur nächsten Mahnwache.
Gruß
Axel
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Lieber Axel!

Die Tendenzen Deines Mails samt dessen Anhangs, nämlich die aktuelle Corona-Katastrophe wohl eher zu bagatellisieren und allerhand Anschläge auf demokratische Prinzipien zu wittern, teile ich summa summarum nicht. Mir scheint da eine gewisse ideologische Verbohrtheit am Werk, oder?

Statt Ideologie ist jetzt Realismus und Besonnenheit gefragt. Danach sollten bis auf weiteres (und das kann noch lange andauern) u.a. vermeidbare Kontakte mit Anderen auch tunlichst vermieden werden. Vor allem gilt das zum Schutz besonders gefährdeter Menschen, z.B. alter Leute mit gesundheitlichen Vorbelastungen.

Herzlich grüßt
Helmut

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Ingo (Stuttgart) 14.3.2020

Auch zum CORONA- VIRUS sind wir gefordert

EU-Grenze auf, Rassismus Hanau, Rojava, Fridays, Militärübung gegen Rußland, …
überall brennt es. Und doch drängt die Corona-Krise alle andere Themen in die zweite
Reihe:
– ab heute 5 Wochen Zwangsferien,
– Panikkäufe,
– alle Veranstaltungen storniert,
– Discos, Kinos, Kneipen…alles dicht. Flugverkehr eingestellt, Grenzen dicht,…
Corona bestimmt die Gedanken, Sorgen und Pläne der Leute, beschäftigt alle Gemüter.
Wochenlang. Monatelang.
Dazu müssen wir uns verhalten. Dürfen uns nicht wegducken.
Ein für uns völlig neues, unbekanntes Kampffeld, mit unsere gewohnten Kriterien einfach
nicht in den Griff zu kriegen. Arbeitsplätze? Grundrechte und -freiheiten?
Da gibt es linke Leute, die sehen hinter der Corona-Krise die Strippenzieher der
Mächtigen: Faschisierung.und so. Dabei sind innerhalb von wenigen Stunden Billionen
Dollar Kapital vernichtet worden. Die Kapital-Akkumulation bricht zusammen. Nein, die
Bourgeoisie und ihre Regierungen sind in Panik, treffen kopflos Entscheidungen,
versprechen Zig-Milliarden zur „Rettung“ der Wirtschaft.
1.- Ernsthafter die Kritik des „Gesundheits“wesens: Die Covid-19-Pandemie legt bloß,
dass das neo-liberale Gesundheitswesen, auf Profit eingeschworen, die Krise nicht
meistern kann gemäß dem Stand von Wissenschaft und Technik, und dass deshalb
Zehntausende sterben werden. Die Antwort drängt sich auf:Selbstverwaltung. Darüber gibt
es in unseren Kreisen wohl kaum Differenzen. Deshalb möchte ich nicht näher darauf
eingehen.
2.- Manche Aspekte der Krise sehen wir als ausgesprochen positiv: Die Globalisierung
bricht ein bzw. wird zurückgedreht, der Außenhandel, das Outsourcen, der Flugverkehr
bricht ein, der internationale Tourismus (Kreuzfahrten!). Zurück zum regionalen
Wirtschaften.
3.- Der Konsum(rausch) kriegt einen schweren Schlag. Panikkäufe auf Ramsch statt
„Schnäppchen“. Wer hat jetzt noch Lust, ein neues Auto, Smartphone, neue Möbel zu
kaufen? Verzicht auf Discos, Showbusiness wie Sport- und Musikevents.
Vor allem: Die Leute werden aus dem Hamsterrad rauskatapultiert. Permanente Freizeit,
die selbstverantwortet genutzt werden will. Mit Freunden, Familie – oder wie bisher als
Einsiedlerkrebs? Man wird mit der Sinnlosigkeit des Wettrennens nach Geld, Arbeit,
Konsum… konfrontiert, weil mit einem Mal das neue Leben beweist: Es geht auch ohne
Arbeit, Schule, alles Haben-Wollen.
Packen wir die Corona-Krise als Gelegenheit, den Leuten bewusst zu machen, dass sie
sich von der Scheiß-Marktlogik befreien können! Was wir dazu brauchen? Eine Unmenge
von Phantasie und freiem Denken! Wie im Mai 1968 in Paris.
Die Kurden schlagen ein Schrittchen in diese Richtung vor (Anhang).

Corona: Genossenschaftlichkeit (in Deutschland!) in Zeiten der
Pandemie
Wie Fürsorge in Zeiten von Pandemien aussehen kann, zeigt aktuell eine
#Nachbarschaftschallenge, zu der in Teilen der linken Bewegung aufgerufen wird. Mit
einem „Brief an die Nachbarn“ wird Risikopersonen und alten Menschen Unterstützung
angeboten.

SARYA TARO / REDAKTION, 13. März 2020.
Weltweit beherrscht Covid-19 die Schlagzeilen. Die Pandemie wird sich nicht aufhalten
lassen. Als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits Schulen geschlossen, die
Besuchserlaubnis in Altenheimen eingeschränkt und Veranstaltungen abgesagt. Auch die
bevorstehenden Newroz-Feste sind betroffen. Das macht viele traurig, ist Newroz doch die
Zeit, wo Widerstand gefeiert und Geschwisterlichkeit gemeinsam gelebt wird.
So bitter die jüngsten Absagen auch sind, sie beweisen die Verantwortung für die
Mitmenschen, die Kennzeichen der Freiheitsbewegung ist. Je länger sich die Ausbreitung
des Virus herauszögert, desto besser wird er sich eindämmen lassen. Es geht darum, jetzt
die Ansteckung so weit wie möglich aufzuhalten und Zeit zu gewinnen. Wenn sehr viele
schwere Krankheitsverläufe von Älteren und chronisch Kranken gleichzeitig auftreten,
bedeutet dies den Kollaps des Gesundheitssystems.
Der Gesundheitssektor in der neoliberalen Kapitalistischen Moderne war schon vor der
Coronavirus-Pandemie überlastet. Er wurde kaputt gespart und ist nicht ausgerichtet auf
das Allgemeinwohl, sondern funktioniert nach der Logik des Kapitals. Als Empfehlung wird
jetzt zur „sozialen Distanz“ aufgerufen.
Es ist bestimmt richtig, „soziale Distanz“ zu wahren und dem Nächsten nicht ins Gesicht
zu niesen. Doch ein epidemischer Virus ist auch eine gesellschaftliche Herausforderung,
in der die Genossenschaftlichkeit – eine zentrale Stärke der Freiheitsbewegung – praktisch
werden muss. Es gilt, die Isolation zu durchbrechen, solidarisch und
verantwortungsbewusst zu handeln und soziale Netze zu organisieren. Das heißt: Sich
kümmern um Risikopersonen und Alte, ihnen den Weg zum Supermarkt ersparen oder
anbieten, die Kinder des Pflegepersonals zu betreuen, wenn die Kita schließt, damit die
Krankenhäuser weiter funktionieren.
Wie Fürsorge ganz praktisch aussehen kann, zeigt die #Nachbarschaftschallenge, zu der
in Teilen der linken Bewegung aufgerufen wird. Mit einem „Brief an die Nachbarn“, der
zurzeit in vielen Wohnhäusern aufgehängt wird, bietet der Unterzeichner / die
Unterzeichnerin Unterstützung an:
Liebe Nachbarn,
in der Zeit der Corona-Pandemie wollen wir uns helfen.
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (höheres Alter, Grunderkrankung,
Immunschwäche) möchte ich Sie unterstützen und Ihnen helfen, gesund zu bleiben.
Ich gehöre nicht zur Risikogruppe und kann in der nächsten Zeit für Sie einkaufen, mit
dem Hund rausgehen oder andere Besorgungen erledigen. Um jetzt einen direkten
Kontakt zu vermeiden, biete ich Ihnen an, dass Sie sich bei mir melden. Werfen Sie einen
Zettel in meinen Briefkasten und hinterlassen Sie eine Notiz oder Ihre Telefonnummer,
wenn Sie Unterstützung wünschen.
Gemeinsam und solidarisch werden wir diese Zeit überstehen.
Liebe Grüße, [Name]

Über Ingrid

Mitglied und Protokollantin der Senioren und Seniorinnen gegen Stuttgart 21 und andere Ärgernisse!

Ein Kommentar zu “Was geht und was geht nicht …? Briefe aus dem Widerstand in Zeiten von „Corona“

  1. „A bisserl was geht immer noch.“ Um den Sinn in diesem Spruch sich _zu eigen zu machen_, braucht es nicht den Stenz. [1]

    Zu den drei Meinungen, diese meine Meinung hinzugefügt:
    Verantwortung und Solidarität sind die Worte, die von unseren Volksvertretern fast schon inflationär ausgesprochen werden – zuerst war das Wort!
    Diese Worte sind die Grundlage für jede Gemeinschaft, die sich zu einer Demokratie entwickeln will.
    Warum jetzt erst in Anwendung? Weil erst jetzt die Jugend, Kinder und die sie unterstützenden, sich miteinander solidarisch handelnd verhalten – das weltweit! | 🙂 🙂
    PANIK bei den Verweigerern die Völkerrechte zu achten und zu leben «weltweit zu leben», in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, ja für ihr bisheriges Fehlverhalten in Verantwortung genommen zu werden – als AMTSTRÄGER https://www.juraforum.de/lexikon/amtstraeger
    III. Beispiele für unechte Amtsdelikte
    Als unechte Amtsdelikte bezeichnet man allgemein strafbare Delikte, die allerdings bei Amtsträgern strafverschärfend wirken. Diese sind beispielsweise:

    Toxische Menschen: So erkennt man sie https://web.de/magazine/wissen/psychologie/toxische-menschen-erkennt-33645910
    Die Bekannte, die neidisch jede neue Frisur kritisiert. Der Freund, der mit seinem pessimistischen Blick in die Zukunft alles vermiest. Wird ein solches Verhalten bewusst zur Manipulation eingesetzt, spricht man von toxischen Menschen, die uns das Leben schwermachen. Wie erkenne ich solche Personen? Und vor allem: Was kann ich gegen sie tun?

    Sie lügen manipulieren

    [1] SZ 22. Juli 2013 Monaco Franze im BR … Serie mit Erstsendung 1983
    Auch wenn er mittlerweile etwa 80 Jahre alt wäre – auf den Straßen, besonders denen Münchens, sieht man den ewigen Stenz immer noch laufen. Der BR zeigt die alten Folgen. Warum der Monaco Franze auch nach 30 Jahren noch von heute ist.

    Liken

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