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Protest beim Handelsblatt-Autogipfel!

Das „Handelsblatt“ hatte am 25. Oktober  zu einem „Autogipfel“ ins Porsche-Museum eingeladen. Das war auch für die Stuttgarter Umweltschützer Anlass genug, um vor dem Porsche-Museum gegen die Umweltpolitik von Bund und Länder und natürlich auch der Automobil-Großkonzerne zu protestieren. Dazu war es den Veranstaltern, der Umwelt- und Klimaschützergruppe „Verkehrswende – jetzt“ ,  gelungen, ein breites Teilnehmernetzwerk zu einer gemeinsamen Aktion zu motivieren. Man hätte sich eigentlich noch mehr TeilnehmerInnen bei dieser Aktion gewünscht (es wurden ca. 300 – 500 TeilnehmerInnen gezählt). Diese Protestaktion war trotzdem ein großer Erfolg – nicht nur, dass sich zahlreiche Gruppen mit dieser Aktion solidarisierten und teilnahmen, vor allem aber auch,  um den Akteuren auf politischer Ebene und den Großkonzernen eindringlich zu vermitteln: Die Verkehrswende muss jetzt stattfinden! Die Hinhaltetaktik muss ein Ende haben!

In der „Kontext“ wird darüber ausführlich berichtet:  https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/448/ufos-ueber-zuffenhausen-6282.html

Auch die STZ, die ja sonst mehr als zurückhaltend ist, wenn es um Demonstrationen, die das Klima betreffen (z.B. gegen Stuttgart 21) geht,  hat in einem Artikel über diese Demo berichtet.  http://Demonstration   gegen „Klima-Killer-Autos“ /inhalt.beim-autogipfel-in-stuttgart-demonstration-gegen-klima-killer-autos.31d575e7-031a-41ac-a166-2f7862455b2d.html

Man kann sich nicht verkneifen zu konstatieren, dass bei den Montags-Demos gegen Stuttgart21,   j e d e n   Montag mindestens 300 Demo-TeilnehmerInnen – aber in der Regel mehr anwesend sind. Aber das ist der STZ natürlich keine Zeile wert.  Da wird über ganze Seiten über Restaurants-Eröffnungen, Wilhelma-events, wie Christmas Garden, usw. usw.  berichtet. Verständlich, schließlich hat man ja auch als interessierter Stuttgarter Bürger einen Bildungs- und Informationsanspruch (!).

Natürlich war auch bei dieser Protestveranstaltung auch die Kirche vertreten. Diesmal aber auf der „richtigen“ Seite.

Kardinal Grottian im Gespräch mit Julia von Staden, Anstifterin

Kardinal Grottian (alias Peter Grottian, emeritierter Professor an der FU Berlin) kritisierte  in einer leidenschaftlichen Rede die derzeitige Verkehrspolitik.  Viel Beifall und Zustimmung bekam auch Jürgen Resch von der DUWH in seinem Redebeitrag. Später blockierte eine Gruppe die Ausfahrt aus dem Porsche-Museum. Ein Teilnehmer berichtet dazu folgendes:

 
Kundgebung zum Auto-Gipfel Porsche Museum veranstaltet vom Handelsblatt am Freitag 25.10.2019. 13:00 Uhr Treffen am Bahnhof S-Zuffenhausen Fußmarsch zur Kundgebung am Veranstaltungsort.  Eintreffen gegen 13:30. Veranstaltet durch mehrere Gruppierungen. Weiterhin die Blockadeaktion  der Zu-/Ausfahrt Porsche-Tiefgarage  – gegen 16:00 Uhr.
Bin gegen 12:30 Uhr am S-Bahnhof Zuffenhausen angekommen. Mitgebracht wurde von mir das Banner „Wir wollen nicht verrecken wie Lemminge“. Als der Fußmarsch begann, haben wir zu zweit das Banner bis zum Veranstaltungsort getragen. Dort waren wir die gesamte Veranstaltung gut sichtbar und haben das Banner präsentiert. Das Handelsblatt selber hat auf seiner Internetseite ein Video, der SWR in der Aktuell-Sendung um 18:00 Uhr und Regio TV Schwaben ebenfalls einen Video-Bericht, in denen übereinstimmend „Die friedliche Veranstaltung“ kommentiert wird.
Nach Ende der Kundgebung, als sie sich auflöste, habe ich Leute sitzen sehen und mich spontan
entschieden dorthin zu gehen.
Angekommen bekam ich durch die Gespräche mit, dass die Ausfahrt der Gipfel-Teilnehmer
blockiert werden soll. Manche standen, manche saßen und manche lagen auf dem Boden. Die
Polizei mit einer Aussage aus dem Polizeiwagen: Die Durchsage konnte jedoch von mir nicht
verstanden werden, da Leute getrommelt haben und es wurde bambule, bambule gerufen.
Ich fühlte mich sofort an unser Frühstück am Bauzaun erinnert; ganz besonders an den
22.12.2015, bei dem ebenfalls aus einem Polizeifahrzeug Durchsagen gemacht wurden, total
verzehrt, und bei laufendem LKW-Motor vor dem ich stand.
Die Teilnehmer, die vom Plenum sprachen, entschieden sich dazu vor Ort zu bleiben. Es setzten
sich weitere dazu, ich saß bereits.
Es folgte eine Einkesselung durch die Polizei, und die von mir hinreichend erlebte
Personenfeststellung durchgeführt.
Es wurde weggeführt oder weggetragen. Ich ließ mich wegtragen. Von mir wurden die Polizisten
angesprochen: „Jetzt können Sie mich runterlassen.“ Reaktion: Ich durfte auf meinen eigenen
Beinen weitergehen, und bekam zu hören „Herr P.  jetzt haben sie ihre Bilder!“
Was ich weiter erlebte, erinnerte mich an die vier Begebenheiten vor dem 30.09.2010
„Schwarzer Donnerstag“ »Vorwurf der Nötigung – Freisprüche am 24.07.2014«! Dabei
wurde mir von Polizisten am 03.09.2010 ein Schild mit einer mehrstelligen Nummer, die
frappierend an die Nazi-Zeit erinnerte, vor die Brust gehalten – am 14.07.2014 in der
Verhandlung gegenüber Richter Skujat und den zwei Schöffen von mir geschildert.
Einer dieser Polizisten verlangte von mir ein Schild mit der Zahl „130“ vor die Brust zu halten, was
ich entrüstet ablehnte. Daraufhin übernahm einer der mir bisher nicht bekannten Polizisten die
Initiative und hielt mir dieses Schild vor meine Brust.
Zuvor erlebte ich einen Umgang mit mir, von dem ich meinte, dass durch die Anerkennung der
Rechtswidrigkeit der „Rucksackdurchsuchung“ durch  Gerhard Groß (Leiter des PP S VW
REDAS), dies durch seine Vorlage am Verwaltungsgericht Stuttgart, nicht mehr erfolgen wird.
Was ich allerdings erlebt habe, ist eine Rucksackdurchsuchung, Durchsuchung meiner Jacken-
Taschen und Hosen-Taschen!
Nach der Erfassung wurde ich von diesen zwei Polizisten bis ca. 20 Meter vor die
Schwieberdinger Straße gebracht und erhielt noch einen mündlichen Platzverweis für das
Außengelände bei Porsche und auch für die S-Bahn-Haltestelle Neuwirtshaus (Porsche-Platz).

Es  bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei diesem einen Protest bleibt. Aber erfreuliche Ansätze gibt es z.B. auch bei den Montags-Demos. Hier wird gezeigt, dass die Bewegung auch über den eigenen Tellerrand blicken kann und es durch diese Offenheit auch zu Zusammenschlüssen mit anderen Bewegungen (wie z.B. der Fridays-for-Future-Bewegung etc.) kommt. Oben bleiben!

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