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Das Erinnern darf nicht aufhören: Kriegsverbrechen in Sant‘ Anna di Stazzema

Am Freitag, 24. Mai, haben Mitglieder der Initiative Sant’Anna die Stazzema, nämlich die AnStifter, die Naturfreundejugend Württemberg und die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V. eine Mahnwache vor dem Justizministerium am Schillerplatz in Stuttgart abgehalten. An diesem Tage wollten sie zum einen die Kriegsverbrechen erinnern,  die im Nationalsozialismus von deutschen Soldaten verbrochen wurden, zum andern aber auch für ein Friedenscamp werben, das dort in diesem Jahr in Sant’Anna stattfinden soll. Vor dem Schiller-Denkmal wurden Plakate aufgestellt, Mitglieder der Initiative verteilten Flyer an die Passanten. Auch einige Demonstrant*innen gegen Stuttgart21 waren dazugekommen, um an der Mahnwache dabeizusein. Eberhard Frasch, einer der unermüdlichen Helfergemeinschaft der Initiative, hat dazu  einen Aufruf verfasst, den der Stuttgarter Ältestenrat, die SeniorInnen gegen S21, gerne unterstützt. Der Aufruf lautet folgendermaßen:

Spendenaktion für das Friedenscamp in Sant’Anna di Stazzema

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie politisch interessierten Jugendlichen aus Italien und Deutschland ein 10-tägiges Friedenscamp beim Gedenkort Sant‘Anna di Stazzema, Italien. Gemeinsam setzten sich die jungen Erwachsenen mit der Geschichte des Orts auseinander, sprechen mit Zeitzeugen und Überlebenden. Sie lernen voneinander, entwerfen Ideen und Projekte für Menschenrechte und Demokratie, für ein friedliches Zusammenleben in Europa.

Eine verbindliche Zusage der allermeisten Förderanträge, die wir gestellt haben, würde uns erst kurz vor Beginn des Camps erreichen. Das ist viel zu spät, um verbindlich zu planen! Deshalb wollen wir mit Ihrer Unterstützung einen Fonds aufbauen, damit das Friedenscamp auf jeden Fall stattfinden kann. Bitte helfen Sie mit!

Der nachfolgende Link führt Sie zur Webseite der AnStifter mit weiteren Informationen und zur Möglichkeit einer sofortigen Spende. Wir bedanken uns recht herzlich für Ihr Engagement!  https://www.die-anstifter.de/kategorie/was-wir-machen/santanna-di-stazzema/

Was ist am 12. August 1944 geschehen?

Am 12. August 1944, gegen Ende des zweiten Weltkrieges, überfielen deutsche Soldaten das toskanische Bergdorf Sant’Anna di Stazzema und verübten eines der größten deutschen Verbrechen auf italienischem Boden. Bei dem dortigen Massaker ermordeten sie etwa 560 Zivilisten, darunter vor allem  wehrlose Frauen und Kinder, auf erbarmungslose Art.

Wo einst grauenvolles Töten vonstatten ging, befindet sich heute ein Friedenspark mit Gedenkstätte und Museum, ganz besonders dank des jahrzehntelangen, unermüdlichen Einsatzes der wenigen Überlebenden. Es sind diese Zeitzeugen, die die Jugendlichen herzlich einladen, von ihnen persönlich ihre Geschichte zu hören sowie am Ort des Gedenkens über die Vergangenheit zu forschen, über die Gegenwart und Zukunft Europas zu diskutieren und sie bewusst mitzugestalten.

Verbindung zur Stadt Stuttgart und Baden-Württemberg: Das Kriegsverbrechen wird  nicht gesühnt!

Stuttgart und das Land Baden-Württemberg sind mit dem Kriegsverbrechen auf eine besondere Weise verbunden:  Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelte 10 Jahre lang gegen 10 der mutmaßlichen Täter und löste durch die Einstellung des Verfahrens 2012 einen Justizskandal aus. Letztlich wurde so eine Anklage verhindert.  Die Initiative der AnStifter protestierte umgehend und nahm Kontakt mit den Menschen vor Ort auf.  Daraus haben sich intensive freundschaftliche Beziehungen entwickelt.

Das Erinnern darf nicht aufhören!

Die Landesregierung nahm sich nach der Verleihung des AnStifter-Friedenspreises 2013 des Themas an und unterstützt die Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte und den Überlebenden durch Förderung von Gestaltungsmaßnahmen und Jugendbegegnungsmaßnahmen. Bereits zwei Mal konnte unser Friedenscamp beim Gedenkort Sant’Anna di Stazzema stattfinden. Am 12. August 2019 jährt sich das Massaker von Sant’Anna di Stazzema zum 75. Mal.

Wir brauchen Ihre Spende – bitte helfen Sie mit!

Doch dieses Jahr ist es ungewiss, ob wir das Jugendaustausch-Projekt überhaupt realisieren können. Deshalb bitten wir Sie dringend um Ihre Unterstützung. Was wird also benötigt, dass das Projekt stattfindet? Es sind 20.000 Euro (15.000 Euro für das Friedenscamp 1 in Sant’Anna di Stazzema und 5.000 Euro für das Friedenscamp 2 in Stuttgart), die dringend gebraucht werden. Zwar sind auch  Fördermittel beantragt, jedoch noch nicht endgültig bewilligt. Zum Teil liegen auch kurzfristige negative Bescheide über Bundes- und EU-Mittel vor. Wir hoffen noch auf die Unterstützung des Kultusministeriums Baden-Württemberg und auf die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Aber endgültige Zusagen liegen auch hier nicht vor oder sind noch nicht vorhanden, um überhaupt verbindlich planen zu können. Deshalb  soll und muss zur langfristigen  Absicherung  ein Fond das finanzielle Risiko überschaubar machen. Nur so ist zu gewährleisten, dass junge Leute aus Italien und Deutschland zu einem Friedenscamp zusammenkommen und auf der Basis von Solidarität, Menschenrechten und Demokratie Zeichen für ein friedliches Europa setzen können. Bitte helfen Sie uns dabei!

 

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