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Michael Wilk lebt nicht im Wolkenkuckucksheim!

Michael Wilk Notgroschen M

Annette Ohme-Reinicke, Vorstand der AnStifter (li.), Michael Wilk, Julia von Staden, Geschäftsführerin

Es ist nicht so, dass die Kriege in Nordsyrien an mir vorüber gegangen sind, ohne dass ich mir nicht Gedanken darüber gemacht hatte. Im Grunde aber fühlte ich neben dem Zorn und Hass auf die „Schuldigen“  mehr oder weniger nur eine allmächtige Ohnmacht, hier nichts Entscheidendes dazu beitragen zu können.  Irgendwann gewöhnt man sich an diese schrecklichen Nachrichten,  härtet ab oder verdrängt erstmal recht ordentlich,  weil man ja doch nichts tun kann. Mit dem Ergebnis, dass man sich mit ein wenig schlechtem Gewissen, wenn wieder einmal eine Horrornachricht kommt, im Wolkenkuckucksheim fester einnistet. Alles andere wäre ja zu  bedeutungslos! Und wenn nicht das, dann zumindest zu gefährlich, schließlich hat man/frau ja Verantwortung für Familie und so.  Vor einiger Zeit aber hörte ich rein zufällig ein Interview mit dem Arzt Michael Wilk, wie er über seine Arbeit an der Front in Nordsyrien erzählte. Darüber, wie er das Sterben von Babies, Frauen und Kindern, jungen und alten Männern miterleben musste, verletzte und verstümmelte Menschen  behandelte, wie  e r   mit seinen Möglichkeiten hilft und mit erkanntem Unrecht umgeht und handelt.  Ich habe ihn zuerst bewundert, dann war ich beschämt und dann kam ich  ins Grübeln mit dem Ergebnis, dass ich sehr wohl etwas tun könnte, nein  m u ß . Klingt sicher etwas lapidar, wenn ich schreibe, dass mein Grübelergebnis war, mich besser über Ursache und Wirkung zu informieren, jedenfalls besser zu informieren, als ich tagtäglich, wenn auch immer weniger, in den einschlägigen Tageszeitungen lesen kann. Es sind andere Schlagzeilen wichtiger. Anscheinend.  Allein schon als sogenannter „Multiplikationsfaktor“ – wie zum Beispiel hier auf diesem Blog –  kann ich etwas dazu beitragen.  Spenden geht ja auch. Gottseidank bin ich noch lernfähig und mein Gehirn also eine lernende Organisation mit einigen freien Schaltstellen.  Ich bin froh, diesen Michael Wilk kennengelernt zu haben. Hat mir Mut gemacht und auch einen Energieschub gegeben, um solche Aktionen nicht wieder zu Eintagsfliegen werden zu lassen.  Und übrigens: Ich finde ihn auch noch wahnsinnig sympathisch! Danke, Michael Wilk!!!

Für alle hier noch die „Übergabezeremonie“für Michael Wilk. War eine etwas „steife“ Angelegenheit. Aber mir wäre auch nix Besseres eingefallen, als vielleicht – trotz alledem – ein ordentliches Frühstück und gute vibes. Und hier noch eine Buchempfehlung von Annette Ohme-Reinicke: „Wer den Wind sät“ von Michael Lüders. Habe ich mir auch geholt. Gut zu lesen.  Grundwissen! Ganz informativ auch: Kurdistan-Report. Ist bei Ingo Speidel erhältlich für 3 Euro, erscheint regelmäßig alle 2 Monate und kann auch abonniert werden. Übrigens: Michael Wilk hat auch schon 2 Mal auf den Montagsdemos gegen Stuttgart21 geredet. Kann auf „Bei Abriss Aufstand “  (BAA) gelesen und gehört werden.

Und hier noch der Bericht von der Übergabe des „Notgroschens“ bei den AnStiftern: „Mit einer Spendenaktion haben die Stuttgarter AnStifter Geld für die notleidenden Menschen in Syrien gesammelt. Die bisher eingegangenen 800 Euro haben Annette Ohme-Reinicke, Vorsitzende der AnStifter, und Julia von Staden, Geschäftsführerin der AnStifter, am Samstag, den 21. Juli an den Arzt Michael Wilk für direkte Hilfe in Syrien übergeben.

Zuletzt hat Michael Wilk vor Ort Kriegsflüchtlinge aus Afrin unter schwersten Bedingungen versorgt. Er berichtet von Zehntausenden, die unter freiem Himmel kampieren – es fehlt an allem: Unterbringung, Nahrung, medizinischer Versorgung.

„Jeder Euro zählt und fließt direkt in das syrische Gesundheitssystem,“ erklärt Michael Wilk bei der Spendenübergabe. Er reist seit 2014 regelmäßig nach Syrien, um dort medizinische Hilfe zu leisten. Er arbeitet eng zusammen mit dem kurdischen Roten Halbmond, der eine entscheidende Rolle beim Aufbau einer gesundheitlichen Selbstorganisierung der Bevölkerung spielt. Zudem bildet Michael Wilk vor Ort Helferinnen und Helfer in Notfallmedizin und Psychotherapie aus, um ihnen so eine unabhängige Gesundheitsversorgung zu erleichtern.

Scharf kritisiert Michael Wilk die Bundesregierung und die EU, die einerseits als militärischer Bündnispartner im Kampf gegen den IS die Unterstützung der kurdischen Bodentruppen gerne annehmen, andererseits auf eine so dringend notwendige Unterstützung für den zivilen Wiederaufbau verzichten. Im Gegenteil werden in Deutschland dafür solidarische Kräfte darüber hinaus noch verfolgt.

„Mit unserem Spendenaufruf wollen wir die Zivilgesellschaft in Rojava darin unterstützen, bei ihrem Aufbau einer sich auf der Grundlage größtmöglicher demokratischer Partizipation selbst zu organisieren,“ betont Annette Ohme-Reinicke. Deshalb haben die AnStifter zu Spenden aufgerufen, um gemeinsam mit Dr. Michael Wilk den Flüchtlingen und Leidtragenden des Krieges direkt in Syrien zu helfen.

Auf die Frage, welche Unterstützungsmöglichkeiten es neben Spenden und Solidaritätserklärungen gibt, sagt Michael Wilk mit Blick auf die ebenfalls am Samstag stattfindende Seebrücke-Demonstration „Seenotrettung ist kein Verbrechen“, auf der er auch eine Rede hält: „Es ist wichtig, sich auch für die Verhältnisse hier und den solidarischen Umgang mit Flüchtlingen einzusetzen. Die heutige Demo kann dabei nur ein Anfang sein. Wir müssen hier, in der Bundesrepublik, unser Engagement erweitern.“

Spenden für Syrien sind weiterhin erwünscht!
JETZT SPENDEN!

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