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Die Wiederentdeckung des Konstrukts – oder: eine neue Aktion der SeniorInnen gegen S21

"Steig nauf de Berg, guck naus ens Land,,was mir fir a schene Hoimet hant ..."

„Steig nauf dr Berg, guck naus ens Land,,
was mir fir a schene Hoimat hant …“

Diesen tollen Ausblick bekommt man noch besser auf dem Konstrukt,  das direkt hinter diesem Zaun, in nächster Nähe vom Planetarium, aufgebaut wurde, um Besuchern und Spaziergängern einen weiten Blick auf die furchtbare Brache zu ermöglichen oder besser gesagt,  hoch auf dem Konstrukt sich ein deutlicheres Bild von der Zerstörung des Schlossgartens zu machen (!). Genau das dachten sich auch die SeniorInnen gegen S21 (SeniorInnen für K21). Und was eignet sich noch besser zur romantischen Untermalung beim  Betrachten dieses Schandflecks? Da fiel uns doch spontan das Gedicht vom schwäbischen Mundartdichter August Lämmle ein: Steig nauf de Berg, guck naus ens Land, was mir fir a schene Hoimet hant …“. Gedacht und gleich getan. Was folgte, war eine neue Aktion der aktiven SeniorInnen gegen S21 am 15. Januar 2013:  Mit Lautsprecher wurde das Gedicht von der Aussichtsplattform  aus rezitiert.  Und dazu unsere Banner entrollt. Und das zur vielfrequentierten Mittagsstunde dort.  Die vorbeilaufenden Menschen staunten nicht schlecht bei dieser Aktion, waren aber mehrheitlich irritiert und recht wenige blieben stehen und horchten, was Guenther da verkündete.  Vielleicht muss das öfters passieren, damit der Sinn begriffen wird. Also bis bald – und dann heißt es „Noch’n Gedicht“.

Bilder: Edith und Gisela

Text: Ingrid

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Und das ist das Gedicht:

Mundartdichter August Lämmle (1876-1962)

Steig nauf dr Berg,
guck naus ins Land,
was mir fir a schena Hoimat hand.
Do leiht für sich a kleine Welt,
drom rom send Berg ond Hügel gstellt
ond drüber isch dr Hemmel deckt
ond dronter isch dui Welt versteckt.
Ond Wiesa hots ond Welder,
ond was fir schene Felder.
Ond Bächla au mit Brugga,
ma kos schier net vergugga.
Und mitta in dr Herrlichkeit,
als hättat Kender Bluma gschtreit,
liegt do a Dörfle, dort a Haus
ond drieba guckt a Kirchturm raus
En stiller Friede isch drom her,
als wenn’s do all Dag Sonntig wär.
So still isch ellas und vrtraut,
als häts dr Herrgott zemabaut.
Ja onser Schwobaland isch wecker,
wos opacksch auf dr Alb, am Neckr,
em Goi, em Schwarzwald und em Rieß,
a Ländle grad wias Paradies.
Do brauch i gar nex zemadichta,
verblembra nex ond umradichta.
I zoig em Land mei ehrlichs Gsicht,
no geits von selbr a Gedicht.

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8 Kommentare zu “Die Wiederentdeckung des Konstrukts – oder: eine neue Aktion der SeniorInnen gegen S21

  1. Eine wunderbare Aktion – Danke!

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  2. […] des Planetariums , diesmal mit einer  schwäbischen Mundart-Rezitation. Näheres zu lesen auf dem Blog der SeniorInnen für K21. /* Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den […]

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  3. Ach, es tut so gut, Euch bei Euren tollen und fantasiereichen Aktionen zu sehen! Und immer die gleichen lieben aktiven Gesichter der Giselas, von Ingrid, Dagmar, Marlies und den Männern – es ist zum Heulen, dass ich nicht mehr dabei sein kann! Lasst Euch nicht klein kriegen, das Ende von S21 ist in Sicht!

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  4. Liebe Senioren! Glückwunsch zur poetischen Anwendung von Lämmles Gedicht auf die schnöde Realität! Eure phantasievollen Aktionen brauchen aber mehr Publikum bzw. Medienöffentlichkeit!
    Bitte rechtzeitig ankündigen, auch bei camS21!

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  5. Danke, das tut gut! Dranbleiben, weiter so und oben bleiben.
    Nie und nimmer werden die uns los, solange sie an dem GAU21-dem größten anzunehmenden Unfug festhalten.

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  6. Weiter so, danke für eure unermüdliche, phantasievolle Senioren-Power

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  7. Da fällt mir meine Jugend ein, das Gedicht durften wir in der Schule auswendig lernen. Schade, daß es zu so einem besch. Anlass aufgeweckt werden muß. Was wurde aus unserem schönen Schwobaland gmacht?
    Hoffentlich bekommen die Betonköpfe endlich mach einen ordentlich vor den Latz.
    In diesem Sinne. OBEN Bleiben!!!!!!

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  8. Sehr sehr gute Idee, von der erhöhten Stahlplattform aus und im Angesicht des verwüsteten Parks Verse den Vorübereilenden mitzugeben. Danke, dass Ihr so was macht. Und der Lämmle passt, obwohl Ihr keine „Lämmle“ seid.
    (Unterhalb der Wurmlinger Kapelle stehen auf einem hölzernen Sockel einige Verse aus Hölderlins „Der Wanderer“, ich glaube, es sind Auszüge aus dem letzten Teil dieser Ode, sie beginnen mit „Seliges Land! kein Hügel in dir wächst ohne den Weinstock …“, Distichen (Hexameter und Pentameter), die ich mir gekonnt gesprochen und ausgewählt vorgetragen für Euer Vorhaben gut vorstellen kann.)

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