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„Bevor ich mich von einem Polizisten durchsuchen lasse, ziehe ich mich lieber selbst aus …“

das dachte sich wohl Ernest, Mitglied unserer SeniorInnen für K21, als er sich  beim dienstäglichen „Frühstück am Bauzaun“ nicht ausweisen konnte und  auch nicht nicht von der Polizei danach abgetastet werden wollte, ob er nicht doch einen Ausweis irgendwo dabei habe. Und daher heute nachstehend ein (von mir etwas gekürzter) Bericht von Nina auf der Seite BAA – Bei Abriss Aufstand:

„Auch heute Morgen stellten wir uns vor den Bauzaun an der Nordseite des Bahnhofs, allerdings leicht versetzt zum Bautor. Einige Protestierer hatten ihre Banner am Bauzaun befestigt, andere hielten ein Banner vor sich hin. Um etwa 7.15 Uhr kam ein LKW; der Fahrer stellte sein Fahrzeug ca. 25 m vor dem Tor ab und ging frühstücken. . Um 7.35 Uhr kam ein kleiner Polizeibus. Acht Beamte liefen direkt auf uns und kesselten uns sofort ein, ohne ein Wort zu verlieren.  Einige der Demonstranten forderten, dass eine Auflösung der Versammlung erfolgen möge, bevor eingekesselt wird. Dem kamen aber die Polizisten nicht nach. Der Einsatzleiter forderte uns auf, den Kessel zu verlassen. Wer dem nicht gleich nachkomme, bekäme einen Platzverweis mit vorheriger Personalienfeststellung. Zu beachten ist, dass die Einfahrt zur Baustelle selbst frei zugänglich war, denn keiner von uns wollte letztlich blockieren! Der Laster hätte also reinfahren können. Etwa fünf Protestierer blieben im Kessel stehen, u.a. mit einem Banner. Das Bautor war die ganze Zeit frei. Wir wurden weggeführt und warteten am Polizeiauto auf die Personalienfeststellung. Ein Demonstrant hatte seinen Ausweis nicht dabei, was ein Polizist offensichtlich nicht glaubte. So wollte ihn der Beamte abtasten, ob er nicht doch einen Ausweis dabei habe. Der Demonstrant wollte aber nicht angefasst werden und zog sich spontan bis auf die Unterhose aus. Er warf seine Kleidung zu Boden, so dass die Polizei sehen konnte, dass er nichts zu verbergen hat. Die Polizisten und Polizistinnen, die mit diesem kooperativen Verhalten nicht gerechnet hatten, reagierten sichtbar verblüfft bzw. peinlich berührt. „

Dazu der Kommentar von Ernest:
Di., 25.09.2012 Frühstücksblockade. Ich möchte das tun was mir und dem Protest weiter hilft. Ich habe mich am Dienstag ausgezogen, um meine (unsere) Hilflosigkeit gegenüber polizeilichem Handeln Ausdruck zu geben. Polizei kesselte uns sofort ein, videographierte, stellte Personalien fest und bestrafte uns mit OWi nach StVO. Sie war nicht bereit, uns als politische Versammlung anzuerkennen. Am Dienstag passierte es  wieder so,   wie seit längerer Zeit immer wieder  von der Polizei gehandhabt wird.  Ich informierte den Polizeiführer darüber,   dass der Fahrer des LKW ja hätte hineinfahren  können, da wir ja nicht vor dem Tor standen und der Fahrer von sich aus seinen Laster angehalten hatte und zum Bäcker ging und wir baten ihn,   dass er doch die Versammlung auflösen solle und wir uns dann auch entfernen wollten.   Er hörte jedoch gar nicht zu, sprach Platzverweise aus und isolierte uns zwecks Erfassung unserer Personalien.

Soweit der Kommentar von Ernest. Ich glaube, dieses Gefühl der Hilflosigkeit einer Polizeimacht gegenüber, ist, was uns am meisten zusetzt und zornig macht. Platzverweise, Ordnungsstrafen, Gerichtsverhandlungen, Hausdurchsuchungen, Oberservierungen, Einkesselungen. Das alles gehört ja schon fast zum Alltag eines rechtschaffenen Bürgers. Und was ist mit unseren Rechten:  Recht auf Versammlungsfreiheit, Recht auf freie Meinungsäußerung, Recht auf Demonstration,   undsoweiterundsofort?   Und nix hat sich geändert seit der neuen Landesregierung. Oder?

Und Ernest: R e s p e k t ! !

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