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O Weh, O Wehaus! Wieder mal die üblichen (STN-)Nachrichten aus der Provinz

Gestern schickte mir Axel die Antwort des Herrn Wehaus auf seinen empörten Leserbrief. Es ging u. a. auch darum, dass in dem Artikel der STN stand: der  Verdacht, dass die Bediener des Wasserwerfers direkt auf Menschen auf den Bäumen gezielt hätten, sich nicht bestätigte.   Nun schreibt dieser Herr Redakteur, dass er ja nur die Meinung der Staatsanwaltschaft wiedergab und  er im Grunde ja völlig neutral geblieben wäre  und es im übrigen auch wieder gute Nachrichten für die S21-Gegner gewesen  wäre, weil  ja überhaupt einen Artikel  dieser Art veröffentlicht wurde o.ä.  Ja, so kann man es auch hin(ver)drehen. Hält dieser „Redakteur“ uns eigentlich für blöd?  Über das Ergebnis der Staatsanwaltschaft sollte man sich eigentlich gar nicht mehr aufregen, sondern sich nur dafüŕ einsetzen, dass ein unsäglicher Oberstaatsanwalt, der sicher auch wieder seine Finger im Spiel hatte oder dessen Stallgeruch an sicherlich vielen Ermittlungen dieser Art haftet, endlich in den unverdienten Ruhestand geschickt wird. Aber so was auch noch wiederzugeben und sich dann auch noch im Recht mit solch einer Berichterstattung zu fühlen, sich geradezu in seiner Selbstbeweihräucherung zu suhlen… Hilfe, mir wird richtig übel!!! Aber lest selbst: Und –
Axel, bestell doch endlich die STN ab!!!

Betreff: Wasserwerfer gegen Baumbesetzer

Sehr geehrter Herr Sauter,

in der Tat habe ich in dem Punkt nur kurz die Ansicht der Staatsanwaltschaft (nicht meine!) wieder gegeben, da die andere Sache mit den Verletzten ja im Mittelpunkt stand und es zunächst keine näheren Erklärungen für das Ausräumen dieses Verdachtsmoments gab. Das ist aus Lesersicht sicher etwas unbefriedigend, da geben ich Ihnen Recht.

Mittlerweile habe ich nachgehakt, die Staatsanwaltschaft argumentiert diesbezüglich wie folgt: Die Auswertung von Video- und Audioaufzeichnungen der Polizei hat ergeben, dass die Wasserwerfer in dem konkreten Moment auf Demonstranten weiter hinten zielte, um diese zu benetzen bzw. den Druck für die Polizei zu senken. Zu diesem Zweck wurde zwischen den Bäumen hindurch gezielt, was auf dem Video auch durchaus erkennbar sei. Auch was im Wasserwerfer gesprochen wurde, deute eindeutig darauf hin, dass nicht bewusst auf Demonstranten in den Bäumen gezielt wurde, im Gegenteil: Man habe sogar („pass auf!“) ausdrücklich darauf geachtet, diese nicht zu treffen.

Soweit die Darstellung der Staatsanwaltschaft. Da mir selbst die Video- und Audioaufzeichnungen der Polizei nicht vorliegen, erlaube ich mir diesbezüglich kein eigenes Urteil. Ich darf Sie aber vielleicht darauf hinweisen, dass wir am Montag als erste Zeitung exklusiv darüber berichtet haben, dass Polizisten diesbezüglich eine Strafe droht. Wenn Sie so wollen, haben wir uns auch mit dieser, für S-21-Gegner doch guten Nachricht zum Sprachrohr der Staatsanwaltschaft gemacht.

Was Ihre Kritik an meinen politischen Kommentaren angeht, so tut es mir leid, dass sie Ihnen nicht gefallen. Mit keinem Wort aber habe ich je gegen Hartz-IV-Empfänger gehetzt, ich kritisiere vielmehr das System, das weder bezahlbar noch menschenwürdig ist, das Menschen ruhig stellt, die Gerichte belastet und total bürokratisch ist.

Wer kritisiert, dass unser Staat trotz ständig und meist kräftig steigenden Steuereinnahmen immer mehr Schulden anhäuft, wer analysiert, warum dies so ist (die Hauptposten sind nun einmal rasant steigende Kosten im Bereich Soziales (bei Bund und Kommunen) sowie Personal (bei den Bundesländern) ), der hetzt nicht, sondern der informiert ungeschminkt über die Lage, wie sie nun einmal ist.

Ich beschäftige mich und schreibe seit mittlerweile über 20 Jahren über Haushaltspolitik. Ich tausche mich gern mit Ihnen aus.
Mit freundlichen Grüßen

Rainer Wehaus

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5 Kommentare zu “O Weh, O Wehaus! Wieder mal die üblichen (STN-)Nachrichten aus der Provinz

  1. Liebe Ingrid, da haben Sie mich aber schön bloßgestellt. Ist ja auch wirklich eine Frechheit, dass Redakteure auf Lesermails antworten. Und sich vorher auch noch bei der Staatsanwaltschaft schlau machen, wie peinlich! Manche Leute brauchen halt niemanden mehr was zu fragen, die kennen alle Antworten schon.
    Das letzte Mal, dass ich so tolle Wortspiele mit meinem Nachnamen gehört habe, war übrigens im Kindergarten.

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  2. Lieber Rainer, o weh, da bin ich aber ins Fettnäpfchen getreten!
    Und wenn ich mal kurz ernsthaft auf Ihren ironischen Kommentar eingehen darf: Ich wollte Sie weder bloßstellen noch Ihre Recherchen kritisieren (die ja im übrigen für Journalisten wohl selbstverständlich sind). Was mich allerdings stört, ist die tendenzielle Aufbereitung in den Artikeln: Es stimmt alles – aber man/frau erkennt die Richtung. Und wo es bei der STN langgeht, weiß inzwischen jede/r – und ärgert sich trotzdem noch.
    Übrigens: Muss ja ein kreativer Kindergarten gewesen sein! Waldorf oder Montessori?

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  3. Liebe Ingrid, natürlich sind Recherchen selbstverständlich, aber ob es viele Redakteure gibt, die Lesern gegenüber zumindest indirekt einräumen, eine Frage in einem Artikel nicht beantwortet zu haben und deshalb extra noch mal nachfragen, das bezweifle ich mal. Und wenn dann ausgerechnet so eine Mail mit hämischem Kommentar im Internet landet, naja, das ärgert einen dann halt ein bisschen.
    Was mich aber am allermeisten ärgert: Wir, die Stuttgarter Nachrichten, können es Menschen wie Ihnen partout nicht Recht machen. Sie erkennen immer eine Richtung, auch wenn wir nur Nachrichten schreiben. Da mag hier und da was fehlen, kein Artikel kann alle Fragen zu einem Thema beantworten. Aber wir denken nun wirklich nicht jeden Tag darüber nach, wie wir dieses Projekt pushen oder schönreden oder was weiß ich. Und ich rede hier gar nicht über mich, der sehr selten über das Thema schreibt, sondern über die Kollegen im Lokalen, die zum Teil seit 20 Jahren über das Projekt schreiben, auch über jede Kritik daran und jedes Problem damit. Es ist einfach unfair, ihnen permanent zu unterstellen, sie seien Handlanger finsterer Mächte, das zumindest habe ich in meinem (christlichen) Kindergarten gelernt.

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  4. Wir sollten unseren Herr Wehaus nicht so ärgern. Er versucht immer sein bestes zu geben. Was schade ist das er wie viele seiner Kollegen leider immer was in den Raum stellt und dann keine weiteren Antworten mehr gibt. Aber was wollen wir erwarten?
    Lesen Sie mal seine letzten Berichte in den Stuttgarter Nachrichten da kommen Sie aus dem lachen nicht mehr raus.

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    • Das kann man wohl sagen: In seinem letzten Artikel am 30.07.2016 im Gäuboten behauptet Herr Wehaus doch tatsächlich, dass Ungarn nur deswegen so wenig Flüchtlinge aufgenommen hat, weil Ungarn ein armes Land wäre und sich die Flüchtlinge dann doch lieber ein reicheres Land aussuchen würden. Jetzt verstehe ich das: es liegt gar nicht an der ungarischen Regierung! Danke für die Aufklärung, Herr Wehaus.

      Es wäre schön, wenn Herr Wehaus 2 Minuten darauf verwenden würde und sich einmal die Flüchtlingszahlen von Jordanien googeln würde. Vielleicht hält es ihn nicht davon ab, so etwas weiter zu verbreiten. Aber vielleicht ist es ihm dann doch wenigstens ein wenig peinlich.

      Ist das jetzt die Lügenpresse, vor der uns Pegida ständig warnt?

      Außerdem plädiert er in diesem unsäglichen Artikel für eine „gesunde Härte“ gegenüber Flüchtlingen! Moment mal kurz: wer hatte diesen Begriff noch geprägt? Hmm…

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